A Redneck’s Dream.

24. März 2017

Da Gunther (Technix) just den Technic-Tractor 42054 gebaut hat und im Chat bei 1000steine.de von den großen Rädern schwärmte, dachte ich mir, daraus muß sich doch was machen lassen. Naja, irgendwas läßt sich ja immer machen. Im Prinzip ist es ein 4-breites Fahrzeug:



CD-Regal revisited: Anathema.

11. März 2017


Bannfluch!!!! heißt das. Ein Name, der jedenfalls einer Doom-Death-Goth-Metal-Band würdig ist.

Ungefähr im Jahre 1999 vertrieb ich mir die Zeit nach der Vorlesung bei meinem Freund Bernhard. Er, kulturbeflissener Geigenspieler und kurzhaariger Headbanger, der er ist, legte Musik auf. Musik! Schöne, kraftvolle, moll-gestimmte Musik. Es war dies das Album „alternative 4“ von Anathema. Ich kannte die Band nicht, war aber unmittelbar überzeugt. Es kann nicht lange gedauert haben, bis ich mir im Plattenladen das Album ebenfalls kaufte. Und dann noch eins. Und noch eins.

Gestern kam ich kaum ins Bett, weil ich mich bei Youtube durch Anathema-Videos hörte. In der Kommentarspalte unter einem der Videos sprach ein User davon, daß er gerade (also vor vier Jahren oder so, als das Video halt hochgeladen wurde) „binge hearing“ von Anathema-Songs betreibe. „Gute Idee“, dachte ich mir da, „mache ich ja im Prinzip auch gerade.“ Aber natürlich habe ich es nicht nötig, mich durch zufällige Videos zu klicken, die mir in der Vorschlagsspalte angeboten werden, sondern ich kann strukturierter vorgehen; mein Plattenschrank gibt’s her und mein Naturell erfordert’s.

Ich bin ja Sammler, falls das schon mal wem aufgefallen ist. Mit Musik verhält sich das kaum anders als mit Lego; prinzipiell strebe ich Komplettheit an. Zu meinem Glück muß ich allerdings nicht Erstveröffentlichungen auf Vinyl sammeln, sondern mir kommt es auf den Inhalt an. Die oberste CD im oben abgebildeten Stapel ist die auf einem Tonträger zusammengefaßte Wiederveröffentlichung zweier EPs: „The Crestfallen EP“ und „Pentecost III“, ursprünglich von 1992 und 1995. In Vor-Internet-Zeiten hätte ich mich in Fachmagazinen wie etwa der „Rock Hard“ informieren können, tat ich aber nicht. Vielmehr schaffte ich bei meinen Einkaufsgängen nach und nach in wahlloser Reihenfolge diejenigen CDs an, die ich halt noch nicht hatte, irgendwann dann eben auch diese Doppel-EP. Nun, da ich strukturiert vorgehe, lege ich sie also als erstes auf…

Weg, CD, einlegen, Booklet aus der Hülle nehmen, den dumpfen, schleppenden Klängen von jungen langhaarigen Death-Doom-Musikern lauschen.

Okaaay. Wie ich befürchtet hatte, der Hörgenuß ist getrübt. Zwar wird an diesem frühen Werk der Band bereits deutlich, daß die Jungs ihre Instrumente beherrschen und in der Lage sind, wohlgesetzte Harmonien zu erzeugen. Auch mit der Thematik der Texte und der depressiven Grundstimmung der Musik kann ich umgehen. Jedoch, der genretypische gutturale Sprechgesang, das Growling, den die Death-Doom-Szene sich als Stilmittel auserkiesen zu müssen meinte, schmeichelt nicht meinem Ohr. Sorry, ihr Todgeweihten, euch mag dieses Kernelement eurer Musik wichtig sein – mir nicht. Fangen wir zum Beispiel mal vorne an: …And I Lust


Gut, die ersten sechs Stücke auf der CD entsprechen der Crestfallen-EP, danach wird erst mal das Album „Serenades“ aufgelegt.

„Serenades“ ist das erste richtige Album von Anathema, Jahrgang 1993. Und wiewohl auch hier noch arg gegrowlt wird, zeichnet sich eine Tendenz zu klarerem Gesang hin ab. Das dritte Stück „J’ai Fait une Promesse“ wird gar mit glockenheller Mädchenstimme dargeboten. Musikalisch ist ebenfalls eine deutliche Entwicklung erkennbar, insofern der Sprechgesang weniger dominant ist und die Melodien in den Vordergrund treten. Den Anhängern der Szene gilt das Album wohl als Klassiker, mir nicht unbedingt, aber es ist hörbar. Den Schluß bildet eine Keyboard-Collage von pinkfloydesken Ausmaßen: 22 1/2 Minuten. Als Hörbeispiel empfehle ich jedoch der Tageszeit entsprechend Sleepless:


Zurück zur EP. Die Chronologie erfordert es, die zweite Hälfte zu hören, welche der „Pentecost III“ entspricht.

Natürlich ist der Gesang auch hier noch düsterer Sprechgesang aus tiefster Kehle, aber stilistisch schließt sich diese EP nahtlos an das vorangegangene Album an, und das ist gut. Für mich als Genrefremden ist die zweite Hälfte der CD jedenfalls eingängiger als der doch etwas schrammelige Beginn. Aber eigentlich liegen ja auch fast drei Jahre Entwicklung dazwischen. Kingdom:


So, EP raus und das zweite Album rein: The Silent Enigma.

Dieses Album wurde 1995 veröffentlich, und wie ich soeben recherchierte, hat der Sänger gewechselt: Statt des ausscheidenden Darren White übernahm Vincent Cavanagh. Nach meinem Dafürhalten war das kein Verlust. Der Stil ist nun eher dem Gothic Metal zuzuordnen, die Vocals würden von meiner Mama weiterhin nicht als Gesang anerkannt werden, haben aber immerhin nicht mehr den Hang zum Grunzen. Ich, der ich vom späteren Album „alternative 4“ ausging, erkenne in der Melodieführung und den Arrangements der Lieder aber schon den typischen Anathema-Stil, der mich zu Beginn so gefesselt hatte. Familie Cavanagh und Consorten sind Meister der melancholischen Melodiösität. Gleichzeitig schaffen sie es, durch Tempiwechsel und was weiß ich, was für musikalische Kabinettstückchen (ich bin so unmusikalisch, daß ich kaum als Banause tauge), die einzelnen Songs auch anspruchsvoll und interessant zu halten. Wiewohl also der Gesangsstil auf diesem Album noch nicht der von mir favorisierte ist, fallen für mich Melodien und Instrumentalisierung stärker ins Gewicht. Als Höreindruck sei gegeben A Dying Wish:

Bereits ein Jahr nach „The Silent Enigma“ legten die Kreativbiester von Anathema „Eternity“ vor, also 1996. Vincent, der schon auf dem Vorgängeralbum den Gesangspart übernommen hatte, fühlte sich nun nicht mehr verpflichtet, deathmetalmäßig zu growlen, sondern sang klar. Vermutlich wandte sich manch Szenekundiger tiefenttäuscht ab, ich aber begrüße diesen Stilwechsel. Überdies erweiterten Anathema ihre musikalischen Ausdrucksmittel um das Piano; der Hörer wurde direkt in der Eröffnungssequenz mit Tastenklängen überrascht. Auch die Songstrukturen änderten sich: Waren vordem manche Lieder 8 bis 10 Minuten lang, zum Teil länger, so erreicht auf „Eternity“ kein Song die 6-Minuten-Merke. Dafür gehen die Lieder zum Teil ineinander über, und der Titeltrack ist sozusagen in drei Stücke aufgeteilt. Als besonderes Schmankerl darf Roy Harpers Wortbeitrag angesehen werden, mit dem er das Lied „Hope“ einleitet, welches wiederum Anathemas Coverversion von Roy Harpers gleichnamigen Song ist. Und da Harper zudem ein Pink-Floyd-Intimus ist, der 20 Jahre zuvor auf „Wish You Were Here“ mitspielte, schließt sich auch dieser Bogen, denn ein gewisser Pink-Floyd-Einfluß ist dem gesamten Album nicht abzusprechen. Das alles war mir damals, als ich mich erstmals in Anathema einhörte, natürlich nicht bewußt. Mein Zugang zu Anathema vollzog sich ungefähr über den selben Zeitraum, in dem ich mir auch Pink Floyd erschloß, aber durchaus unabhängig von einander. Mein Musikgeschmack ist also vielleicht doch nicht so divergent, wie ich dachte, oder zumindest in diesen beiden Zweigen sehr konsistent. Vielleicht hängt auch bloß alles mit allem zusammen, ’ne liegende 8, Eternity:

Nun also 1998, nun also „Alternative 4“. Wie meine Recherche ergab, geht der Albumtitel auf „Alternative 3“ zurück, eine Pseudo-Dokumentation des britischen Fernsehens in der Tradition von Orson Welles’ „The War of the Worlds“: Es ist nicht so, wie es scheint. Freilich stehen weitere Deutungsmöglichkeiten zur Verfügung. Anathema stammen aus Liverpool. Wer sonst stammt aus Liverpool? Richtig, die „Fab Four“! Vielleicht sind Vincent und Danny Cavanagh, Duncan Patterson und Shaun Steels als Line-up auf diesem Album ja die „Alternative Four“, hm? Außerdem handelt es sich hier um das vierte Album der Band. Wie auch immer. Das Album ist deutlich geprägt von atmosphärischen Passagen und dem Willen zum Experiment; neben zum Teil programmierten Drum-Sequenzen kommt eine Geige zum Einsatz. Die Grundstimmung ist gewohnt düster, die Songs handeln von widersprüchlichen Gefühlen, Unsicherheit, innerer Leere und Zerrissenheit. Themen, die weit über das klassische Death-Doom-Sujet hinausgehen, und schon lange nicht mehr ins Gewand dieses Genres gehüllt sind. Vielmehr schlägt Anathema den Weg in Richtung Progressive Metal oder Alternative Rock ein. Die einst so depressiven Jungs haben sich weiterentwickelt, es blieb die Melancholie als alles verbindendene Klammer. Ob man „Alternative 4“ darob schon als Konzeptalbum bezeichnen kann, weiß ich nicht, hielte das aber auch nicht für allzu weit hergeholt. Genuß ohne Reue, Regret:

Es ist 1999, und Anathema drucken neue Visitenkarten: Auf dem fünften Album „Judgement“ prangt das Band-Logo erstmals nicht in der gewohnten Romantic-Death-Metal-Optik. Diese vorletzte Verbindungsfaser zur längst fremden Vergangenheit wäre also gekappt. Die letzte Verbindung ist freilich der Name, aber den ändert man ja nicht so leichthin. Stilistisch läßt sich das Album wiederum als Alternative/Progressive Rock/Metal einordnen. Wenn man es denn überhaupt der Mühe wert erachtet, die Musik dieser Band zu kategorisieren. Sowieso habe ich den Eindruck, daß bisweilen die Bezeichnungen „Rock“ oder „Metal“ vor allem zugeschrieben werden, weil eine Band ihre Wurzeln in diesen Genres hatte, ohne aber nun überhaupt noch viel damit zu tun zu haben. Aber meinetwegen, sofern sie zum Einsatz kommen, sind die Drums satt und die Gitarren prägnant, nennen wir es Metal. Daß Anathema aus dem Tongeschlecht derer von Moll stammen, sollte inzwischen klargeworden sein. Und dieses Mal haben die Gebrüder Cavanagh, Herz und Hirn der Band, auch echten Grund zur Trauer, denn ihre Mutter Helen ist gestorben; ihr sind das Album und der Song One Last Goodbye gewidmet:


So. Erstmal zwischenspeichern und ins Bett gehen. Hatte ich ernsthaft geglaubt, an einem Abend mal eben zwölf einstündige Alben durchhören und nebenbei einen Blogbeitrag schreiben zu können? Naivling!
[Mehrere Stunden später]
Weiter geht’s. Zwischendurch wechselte das Millennium, wir schreiben das Jahr 2001, die Sonne scheint, a fine day to exit.

Zufällig ist das auch der Titel des sechsten Anathema-Albums. Dieses mußte man zwar weiterhin in der Hard-n-Heavy-Metal-Abteilung des Plattenladens suchen, besser aufgehoben wäre es aber zum Beispiel neben Radiohead, so denn die alphabetische Sortierung solches zuließe, denn mit Metal hat das alles nichts mehr zu tun. Was freilich nicht bedeutet, daß die Musiker ihr Stimmungstief überwunden hätten, im Gegenteil. Die innere Zerrissenheit bleibt, die Texte handeln von verschiedenen psychischen Stresszuständen und dem möglichen Umgang mit diesen. Der Titel und die Gestaltung des Titelbildes lassen keinen Zweifel: Selbstmord wird in Betracht gezogen. Musikalisch dominieren ruhige Moll-Töne, bisweilen abgelöst von eher getriebenen Passagen. Mein Windows-Media-Player möchte das Album unter „Pop“ einsortieren; so weit würde ich nicht gehen. Als Höreindruck Leave No Trace:

Das Jahr 2003 sieht „a natural disaster“, mithin das siebte Album von Anathema. Die Gebrüder Vincent und Danny Cavenagh haben hier ihren Bruder Jamie zurück ins Boot geholt, und der Trend geht mit druckvolleren Drums und prägnanteren Gitarren wieder etwas zum Metal (was sogar mein Media-Palyer anerkennt). Das Booklet stellt die Songtexte als eine fortlaufenden Textur dar, was gut zum Aufbau des Albums paßt, wo die Lieder einen fast nahtlosen Klangteppich bilden. Traurig sind die Jungs immer noch, und sie verstehen es, diese Stimmung durch die Musik zu transportieren. Bei wem das Lied „Flying“ keinen Klos im Hals erzeugt, der hat keinen Hals!

Dann kam längere Zeit nichts, bis 2008 das Album „Hindsight“ erschien. Es ist dies freilich kein wirklich neues Album, sondern eine Zusammenstellung älterer Lieder von vorherigen Alben in neuem Arrangement. Da bei MTV ja keine Musik mehr läuft, mußte die Band sich ihr Unplugged-Album selbst zusammenstellen. Üblicherweise vermeide ich Best-of- und Komplilations-Platten, weil ich das alles ja schon auf den eigentlichen Alben habe, aber durch die akkustischen Neueinspielungen wurden es hier fast neue Lieder. Das ist auch alles sehr schön, aber. Beim Durchhören muß ich feststellen, daß mich die neue Gestalt der Songs eher irritiert. Hier covert die Band zwar ihr eigenes Material, aber der Effekt ist – zumindest für mich – derselbe: Ich ziehe das Original vor. Das einzige neue Stück auf der Platte ist Unchained (Tales of the Unexpected):

„We’re here because we’re here“, jubelten Anathema schließlich im Jahre 2010. Die langjährige Background- und Gastsängerin Lee Douglas wurde endlich als unverzichtbarer Bestandteil offizielles Bandmitglied, und das scheint den Jungs gutgetan zu haben. Die düstere Stimmung ist verflogen, das Album klingt geradezu lebensbejahend. Nein, streiche „geradezu“, es ist lebensbejahend. „Suddenly / Life has new meaning / Suddenly / Feeling is being“, heißt es im Song „Dreaming Light“. Sehr schön! Brauchen wir uns also einstweilen keine Sorgen zu machen. Sogar der Mensch, der auf „A Fine Day To Exit“ ins Wasser gegangen war, scheint hier der alles verschlingenden See wieder entstiegen zu sein. Summernight Horizon:

Anathema haben über Jahre atmosphärisch dichte Klänge erzeugt. In der Atmosphäre entsteht das Wetter, und das 2012er Album „Weather Systems“ trägt somit den passenden Namen. Einige Songs sind auch nach Wetterphänomenen benannt, was aber natürlich vor allem metaphorisch zu verstehen ist; inhaltlich geht es um die Stellung des Menschen in der Welt. Die Band-Mitglieder scheinen 20 Jahre nach ihrer düsteren Death-Doom-Phase nun endlich angekommen zu sein und Ruhe gefunden zu haben, doch auf dem Wege dahin wurden sie von den Stürmen des Lebens zerzaust. Dies findet seinen Widerhall in den Liedern dieses Albums, die teils lieblich dahinsäuseln, teils eine Wucht entfalten wie eine Klopstock-Ode. (Siehe das Paralipomenon zu diesem Blogbeitrag: Klopstock.) Als Beispiel sei genannt The Storm before the Calm:

Und schließlich und endlich, 2014, erschien das vorerst letzte Anathema-Album: „Distant Satellites“. Per aspera ad astra! Geboren in der Doom-Hölle, allen Unbilden des Lebens zum Trotz bis ans Meer vorgekämpft, kurz abgetaucht, erfrischt dem Ozean entstiegen und in atmosphärische Höhen aufgestiegen, das waren Anathema bis hierhin. Nun also greifen sie nach den Sternen. Der Vergleich mit Pink Floyd wurde ja oft bemüht, traf auch häufig ins Schwarze, wurde vielleicht ebenso häufig überstrapaziert. Aber jedenfalls zählten Pink Floyd seinerzeit zur Space-Rock-Fraktion innerhalb des Psychedelic Rock. Sphärische Klänge sollten den Hörer gleichsam schwerelos auf einem Klangteppich schweben lassen. Nun also schießen Anathema einen Satelliten hoch, und an spärischen Klängen mangelt es ebenfalls nicht. Der Kreis schließt sich also. Aber hm, der Kreis schließt sich. Langsam wird’s selbstreferentiell, der sechste Song auf dem Album heißt sogar „Anathema“. Der Kreis schließt sich. Die elegischen Loops und sphärischen Passagen haben inzwischen eine Intensität erreicht, welche die Songstrukturen in bloßen Klang aufzulösen droht. Fehlte mir zu Beginn der Anathema-Reise der Zugang zum schrammeligen Doom-Gegrunze, so entgleitet mir am Ende das Interesse an den hochfeinen Space-Klängen. Vielleicht bin ich nach 12 Stunden des Dauerhörens (mit Schlafpause) aber auch bloß akut übersättigt. Jedenfalls: Anathema

Die Hörbeispiele sind fremdeingebunden und sollen lediglich einen Eindruck vermitteln. Ich empfehle selbstverständlich den Kauf der Tonträger.


Ressourcenverschwendung.

24. Februar 2017

Lego ist ja eine Firma. Ab und an muß man sich das wieder ins Gedächtnis rufen, weil man als Fan und Sammler vielleicht das Gefühl dafür verliert, daß Lego eben kein treuer Freund seit Kindheit an ist. Nein, Lego will verdienen, auch an mir, und das sollen sie ja auch. Um ordentlich Rendite zu erwirtschaften, hält Lego seine Kosten möglichst gering, zum Beispiel, indem Produktionsabläufe nach China verlagert werden, offenbar unter Inkaufnahme von unausweichlichen Plagiaten; aber darum soll es hier gar nicht gehen. Denn die wichtigere Stellschraube an der Geldpresse ist vermutlich: Der Kunde! Der Kunde soll möglichst viel Lego kaufen, und zwar zu möglichst hohen Preisen. Lego testet die Belastbarkeit des Gewindes an dieser Stellschraube seit Jahren beharrlich aus, indem die Schraube kontinuierlich angezogen wird. Die hochpreisigen Sets werden immer größer und dementsprechend immer hochpreisiger. Wenn ich mich nicht irre, ist das teuerste aktuell erhältliche Set der Todesstern 75159 für 500 Euro. Fünfhundert Euro! Das sind gut und gerne 1000 D-Mark. Tausend. So einen Preis aufzurufen, hätte sich Lego früher™ nicht getraut. Aber da sie ja die Preisschraube peu à peu angezogen haben, kamen sie zu der Erkenntnis: Der Kunde kauft.

Aber nun gut, die teuren Sets kaufen vielleicht nur Menschen, die es sich leisten können. (Klammer auf: Guter Witz. Als ob der Wohlstandsbürger an und für sich am Ende des Kontostandes auch seine Begehrlichkeiten runterregulieren würde. Gibt doch Ratenzahlung! Ich bin gespannt, wann Lego dergleichen auch anbietet. Klammer zu.) Fieser sind die kleinpreisigen Dinge, mit denen Lego ans Taschengeld der Kernkundschaft will, mithin ans Geld der Kinder. Seit einigen Jahren gibt es im Programm regelmäßig Serien, die aufs Sammeln von gewissen Gegenständen ausgelegt sind, seien es Schwerter in gewissen Farben bei Ninjago, oder seien es verschiedenfarbige Mondsteine bei den Monsterjägern oder Schlüssel in der Elfen-Welt und was dergleichen Dinge mehr sind. Die begehrlichsten Stücke befinden sich natürlich im jeweils größten und teuersten Set der Serie. Doch das genügt Lego nicht. Da muß doch noch mehr Geld zu holen sein! Ist es auch. Sammelkartenspiele sind das Geheimnis der Kinderschröpfung, der Nachfolger der Panini-Sammelbildchen. Für kleines Geld pro Einheit kaufen die lieben Kleinen ganz viele Einheiten, und so wird aus kleinem Geld großes Geld. Auf diese Idee ist Lego natürlich nicht selbst gekommen, sondern das Konzept existiert seit Beginn der 1990er Jahre mit „Magic: The Gathering“, und bekannt sind vor allem „Pokemon“ und „Yu-Gi-Oh“, aber auch jegliches andere Franchise braucht heutzutage solche Sammelkartenspiele. Lego hat derzeit mindestens Ninjago-Sammelkarten und Nexo-Knights-Sammelkarten im Umlauf. Das Problem für Lego ist freilich, daß dieser Krempel in Zusammenarbeit mit Fremdfirmen hergestellt und vertrieben wird, also der Gewinn geteilt werden muß. Aber zum Glück für Lego stellt man ja selbst Dinge her, die klein und sammelfähig sind, zum Beispiel Sammelminifiguren.

Seit dem Jahr 2010 bringt Lego also Sammelminifiguren heraus, anfangs zum kleinen Preis von – laß mich nicht lügen – ich glaube 2 Euro pro Tütchen. Inzwischen kosten sie 4 Euro pro Tütchen. Und es gibt auch nicht mehr bloß zwei Serien pro Jahr, sondern mindestens drei, und wenn es Figuren mit Lizenz sind, auch gerne mal 18 oder 20 verschiedene pro Serie, statt, wie sonst üblich, 16. Da man von außen nicht ins Tütchen hineingucken kann, soll man sie eigentlich blind kaufen. Das hätte für Lego den Vorteil, daß der Sammler im Zweifelsfall sehr viel mehr als 16 oder 20 Tütchen kaufen muß, um tatsächlich jede Figur mindestens einmal zu ergattern, weil bei Blindkäufen natürlich viele Doppel- und Mehrfachkäufe dabeisind. Zu Legos Pech sind wir aber nicht doof, sondern können mit ein bißchen Fingerfertigkeit den Inhalt der Tütchen ertasten. In your Face, Lego!

Eigentlich könnte es Lego ja gleichgültig sein, ob eine einzelne Person bloß die erforderlichen 16 (oder 20) Tütchen kauft, oder ob sie etliche ungewollte Doubletten anhäuft, denn am Ende sind diese Tütchen eh immer ausverkauft, Lego hat sein Geld also bekommen. Aber Lego ist das nicht egal. Lego legt es darauf an, den Kunden in die Frustration zu treiben. Im Online-Shop darf man nämlich nur 16 (oder 20) Tütchen kaufen, hat also nur eine sehr geringe Chance, auf einen Schlag alle 16 (oder *gähn* 20) verschiedene Figuren zu erhaschen. Wo liegt denn da der Sinn?

Und dieses Jahr hat Lego dann noch ein Schüppchen draufgelegt. Es gibt nämlich Nexo-Power-Schilde im Sammeltütchen.

Diese Schilde kann man selbstverständlich nicht durch die Tüte erkennen, da sie sich ja nur im Aufdruck unterscheiden. Jackpot! „Can you collect them all?“ fragt Lego noch harmlos, und die Antwort lautet: „Klar, ist nur eine Frage des Geldes.“ Für 4 Euro pro Tütchen bekommt man immerhin zehn Lego-Teile, darunter fünf Schildaufsätze in garantiert fünf verschiedenen Farben. Idealerweise kauft man also sieben solcher Tütchen und hat dann alle 35 verschiedenen Motive. Die Wahrscheinlichkeit, daß das eintrifft, dürfte freilich gen Null tendieren. Ich selbst war blöd genug, zwölf solcher Tütchen zu kaufen, und am Ende fehlten noch fünf Motive, die ich dann via Bricklink beschaffte. Was ich vielleicht gleich hätte tun sollen, woll?
Da es Lego ja darauf ankommt, den Kunden möglichst zu frustrieren, sind überdies fünf dieser Schilde nicht einmal exklusiv in den Sammeltütchen enthalten, sondern kommen auch in anderen Sets der Serie vor, sind also im Prinzip Nieten.
Diese Schilde habe ich jetzt also doppelt (oder dreifach). Für einige hätte ich sicher auch anderweitig Verwendung, für andere hingegen nicht.

Und hier kommt jetzt langsam der Beitragstitel ins Spiel. Denn für das verschwendete Geld hätte ich ja auch Dinge kaufen können, die ich nötiger ..äh.. brauche. Also andere Lego-Sets zum Beispiel. Ist ja nicht so, als wollte ich der Firma meine Kaufkraft vorenthalten, keineswegs. Es wäre bloß sinnvoller, diese Kaufkraft auf Gewünschtes fokussieren zu können, statt sie auf Unnötiges – es gibt kein anderes Wort dafür – zu verschwenden. Dabei sind solche „erzwungenenen“ Mehrfachkäufe noch nicht mal das Schlimmste, denn immerhin bekomme ich für das Geld noch Lego. Viel Schlimmer ist es, wenn Lego die Sammler zwingt, sich die Objekte irgendwo in Übersee zu beschaffen, weil sie auf dem heimischen Markt gar nicht angeboten werden. Und jaja, ihr Klugscheißer, niemand zwingt mich, das zu tun. Ich muß kein Lego kaufen, und ich muß auch nicht alles haben. Aber ich bzw. der Sammler will halt, und Lego weiß das natürlich auch und legt es darauf an. Sinnvoll ist das nicht. Denn wenn ich beispielsweise für ein schlichtes Polybag im 5-Dollar-Bereich erstens einen „Sammlerpreis“ von 30 Dollar zahlen muß, dazu Porto aus den USA, gegebenenfalls Zoll und Einfuhrumsatzsteuer, welche das teure Porto ebenfalls umfaßt, dann habe ich statt dieser 5 Dollar, die es mich bei normaler Erhältlichkeit gekostet hätte, eben 40 oder mehr Euro bezahlt. Und das sind 35 oder mehr Euro, die ich eben nicht in Produkte der Firma Lego investieren konnte, von denen die Firma also keinen Cent sieht. Das kann doch nicht in Legos Sinne sein?


Leerlauf.

31. Januar 2017

Was soll man auch immer schreiben?


Kleines Paralipomenon: Auffahrrampe 167.

29. Dezember 2016

Diese „Auffahrrampe mit Waggon“, wie der 1979er Katalog das Set vollständig nennt, ist der legitime und – gewisserweise – bessere Vorgänger vom zuvor besprochenen Verladebahnhof 7839. Komischwerweise war 167 nie offiziell neu. Wiewohl der Kartonaufdruck „© 1978“ sagt, stand es nicht im 1978er Katalog (Zumindest nicht in der mir vorliegenden Ausgabe; ob es andere Versionen gibt, weiß ich nicht.), im Katalog des Folgejahres ist es allerdings nicht als Neuerscheinung gekennzeichnet. Wenn wir nun noch den Umstand berücksichtigen, daß der Bahnvorsteher hier einen bedruckten und keinen beklebten Torso hat, was erst bei 1979er Katalogsets vorkam, dürfen wir dieses Set als vorgezogene Mitt- oder Endjahresausgabe 1978 annehmen. Warum vorgezogen? Nun, der bedruckte Torso deutet auf eine geplante Veröffentlichung 1979 hin, doch 1980 wurde das Schienensystem auf graue Gleise mit Klickschwellen umgestellt, und alle Sets mit blauen Schienen fielen damit aus dem Programm. In der damaligen Zeit sah die Firma Lego für ihre Produkte aber noch eine längere Erhältlichkeit vor als heutzutage, wo alle halbe Jahr die Hälfte des Programms aus dem Sortiment fliegt. Eine Veröffentlichung neuer Eisenbahnsets im Jahre 1979 hätte unter dieser Prämisse für Lego keinen Sinn ergeben. Ergo wurde dieses Set nebst dem kleineren Bruder 166 von 1979 auf 1978 vorgezogen. Soweit meine Vermutung.

Wir sehen hier also eine Auffahrrampe für Autozüge, wie sie sinnvoll ist und in der Realität vorkommt. Zumindest ist es realitätsnah, daß die Fahrzeuge von hinten in Fahrtrichtung auf den Waggon auffahren. Daß von Bodenniveau über die Rampe direkt auf den Waggon gefahren werden muß, ist vielleicht in Wirklichkeit nicht so, sondern der Waggon wird an eine Bahnsteigplattform herangefahren. Aber sei’s drum. 167 ist in dieser Hinsicht allemal vernünftiger als 7839. Eine Plackerei für den Lademeister war es denoch, da sich in die frühen Legoland-Autos noch keine Minifigs setzen konnten, sie also stets geschoben werden mußten. Der Frackträger ist sich natürlich zu fein dafür, dem Arbeiter zur Hand zu gehen.

Ein Stilmittel, welches von Set 167 bis Set 7839 beibehalten wurde, ist der verschwenderische Gebrauch von flachen Kreuzgitterzäunchen. Hier bot 167 mit grauen und roten Zäunen eine größere Varianz als 7839. Hinzu kommen die beiden schwarzen Zauntore in derselben Optik.

Die Rampe ist in Prellbockmanier wie der Waggon mit Puffern ausgestattet. Was fehlt, ist ein Magnet an der Rampe, der den Waggon beim Beladen an seiner Position hält.

Und soeben fällt mir auf, daß ich Schussel die Torangeln verkehrtherum aufgesteckt habe. Es sind 3-lange Angeln, die 4-lange Tore halten.
Zum Glück bin ich nicht der einzige Schussel. Denn Lego selbst hat auf dem Titelbild die beiden grauen Fliesen vergessen, die dem Auto die Auffahrt auf die Auffahrt erleichtern. (Memo to self: Lego-Sets zusammentragen, deren Karton- und/oder Bauanleitungsbilder nicht den tatsächlichen Inhalt wiedergeben. Da gibt es einige, von denen ich weiß, und vermutlich sehr viel mehr, von denen ich nicht weiß.)

Da 167 im Wesentlichen aus einem flachen Waggon und einer Rampe besteht, ist das Set in der Gesamtschau sehr flach. Großartige Aufbauten sind schlichterdings nicht notwendig. So gesehen macht der Nachfolger 7839 natürlich mehr her, freilich um den Preis, daß seine Funktionsweise herbeifabuliert wurde und annähernd impraktikabel ist.
167 kann überdies mit dem Schmankerl eines gelben Bauhelms aufwarten. Jedenfalls war es ein Schmankerl. Denn gelbe Bauhelme gab es einzig in den beiden 1978er Waggonsets 166 und 167, und dann 32 Jahre lang nicht mehr. Auf dem Deckblatt des 1980er Eisenbahn-Katalogs war ein Arbeiter mit gelbem Helm zu sehen, ohne daß noch eines der beiden Sets in diesem Katalog enthalten gewesen wäre. Seit dem Jahr 2010 jedoch kommen gelbe Bauhelme vermehrt in aktuellen Baustellen-Sets vor, was die Exklusivität des Teils deutlich beschneidet. Zwar können Kenner der Materie anhand des Helminnern erkennen, ob es sich um ein altes Orginal oder eine Neuauflage handelt, aber etwas Besonderes ist ein gelber Bauhelm nun natürlich nicht mehr.


Auto-Transporter 7839.

23. Dezember 2016

Irgendwie hat sich bei mir die Tradition eingeschlichen, gegen Jahresende alte Lego-Eisenbahnsets anzuschaffen. Als ich im Juli 2013 Barbaras Rangierlok 7760 übernahm, weil sie halt so niedlich ist, dachte ich noch, die paar Schienen-Zukäufe, mit denen ich dem Lökchen eine angemessene Bahn baute, wären das Äußerste. Ich irrte. Nach und nach holte ich so allerhand Material von den grauen Seiten der 80er-Jahre-Kataloge ran, nun also diesen „Auto-Verlade-Bahnhof mit Spezial-Flachwaggon, Auffahrrampe, Pkw, Fahrer und Lademeister“, wie der 1986er Katalog sich etwas ausführlicher gibt als der Kartonschriftzug. Und mit gelindem Erschrecken wurde mir soeben bewußt, daß meine Sammlung damit auch schon alles an Eisenbahn-Gebäuden umfaßt, was das Programm zu bieten hatte, mal abgesehen von den Bahnsteigen bei den Zugsets.

Die Firma Lego residiert in Billund, Billund liegt in Jütland, Jütland hat unter anderem eine Nordseeküste, südlich der dänischen Nordseeinsel Rømø befindet sich Sylt, und Sylt wird legendärerweise über den Hindenburgdamm per Autoreisezügen mit Benzinkaleschen versorgt, damit die Prominenten nicht auf den Porsche in der Einfahrt ihres Friesenhäuschens verzichten müssen. Gab es also für Lego Naheliegenderes, als einen Auto-Verladebahnhof ins Programm zu nehmen? Keineswegs. Das Set 7839 bietet unbestreitbar Spielwert, es hat jedoch auch seine Tücken.

Beobachten wir also einen Sylturlauber bei der Verladung seines Porsches (abstrahierte Darstellung). Der Lademeister bemerkt das Fahrzeug die Rampe herauffahren und begibt sich verschmitzt lächelnd in seine Steuerzentrale.

Hier muß der Sommerfrischler die erste Hürde überspringen: Der Ticketautomat ist für Minifigarme weit entfernt. Aber die Schranke muß zuvörderst sich öffnen, ohne dem kann die Reise nicht losgehen. (Ja, dieses Set ist ein Gebrauchtkauf, aber die hintere Schiene wirkt auf dieser Photographie weitaus vergilbter, als sie ist, was ich den winterlichen Lichtverhältnissen zuschreibe.)

Der Schrankenbaum ist in SNOT-Bauweise¹ an einen 2er Drehteller gebaut und hier in der Tat vergilbt. Da er sich schließlich öffnet, kann das Auto auf die Ladeplattform gefahren werden. Diese ist verschiebbar in 12 graue Schiebetorschienen eingehängt, was viel klingt, aber nur den zweiten Platz hinter der Containerbrücke 7823 bedeutet, wo derer 18 verbaut sind. Schön ist auch die gelb markierte Sicherheitszone, eine Intarsienarbeit in ABS².

¹) Studs Not On Top, also Noppen irgendwie, bloß nicht oben.
²) Acrylnitril-Butadien-Styrol, der Stoff, aus dem die Träume sind.

Die Mechanik hinter dieser Ladeplattform ist denkbar einfach. Man schiebe die Plattform dem Waggon entgegen. Die korrekte Stellung kann mithilfe dieser beiden Pfeilkippschalter sichergestellt werden.

Auf diese Weise läßt sich spielend der 2 Noppen breite Spalt zwischen der Ladekante und dem Wagon überwinden. Jedoch…

Das nächste Hindernis präsentiert sich dem Automobilisten. Denn nun ist die Ladekante zwar nah dran am Waggon, das Auto aber damit noch lange nicht drauf. Ob kräftiges Schieben hilft? Im Regelverkehr wird das diensthabende Kind seine magische Hand eingesetzt haben, aber unsere Minifig hat da ihren Stolz.

Das wäre doch gelacht! So ein Legoland-Standard-Auto muß sich doch rückwärts einparken lassen. Vorwärts geht jedenfalls gar nichts, wie ich als innenstadterprobter Berufskraftfahrer versichern kann. Aber auch für komfortables Rückwärtseinparken müßte mehr Platz auf der Rampe zur Verfügung stehen. Und dann sind da ja noch die Haltemulden auf dem Waggon selbst. Diese erfordern einen sehr sorgfältigen Umgang mit den Pedalen, wenn im Zuge des Einparkens ein Rad in die falsche Mulde gerät. So oder so ist es nicht einfach.

Eigentlich wäre das ein Job für den announcierten Lademeister. Der jedoch ist vollauf damit beschäftigt, in seinem Häusken die Grundlegenden Funktionen dieser Laderampe zu bedienen. Das Kabuff ist übrigens merkwürdig. Grundsätzlich paßt es in seiner roten Grundfarbe mit weißen Fensterrahmen in den Stil anderer Eisenbahn-Gebäude dieser Zeit, als da wären der Bahnhof 7824 und die Bahnübergänge 7835 und 7866. Doch stellen sich Fragen bezüglich der Gestaltung. Wieso weist die Beobachtungsstation geneigte Frontscheiben auf, wenn doch der Blick durch die davor angeordnete Galerie behindert ist? Wieso ist der gelbe Stuhl nicht drehbar, wo sich doch im Rücken des Maschinisten Bedienpulte befinden? (Diese Frage läßt sich freilich durch das zu geringe Platzangebot im Innern beantworten, was den Arbeitsplatz jedoch nicht ergonomischer macht.) Zuletzt möchte ich aus ästhetischen Gesichtspunkten auch die Höhe des roten Horizontalelements über dem Fenstersturz in Frage stellen. Die Höhe des Balkens ergibt sich durch eine Steinhöhe mit Fliesenauflage, um das Dach abhebbar zu machen, doch wird das Kabäusken dadurch kopflastig, da der obere rote Streifen nicht gut mit der Höhe der roten Galerie im unteren Bereich harmoniert. Es ist dieser Maschinenstand eindeutig ein Zweckbau ohne den Anspruch, schön sein zu müssen. Insgesamt mutet dieser Verladebahnhof in seiner Gesamtheit wie eine Flußfähre an.

Unterdessen hat es unserer wackerer Autofahrer doch noch geschafft, seinen fahrbaren Untersatz auf dem fahrbaren Untersatz der Bahngesellschaft zu positionieren. Hocherhobenen Hauptes kann er also die Plattform verlassen (like a boss!) und seinen wohlverdienten Urlaub antreten.