Schwanz ab!

30. Juli 2016


Dies nur als kurzer Warnhinweis: Das Material, aus dem Legos langschwänzige Ratten bestehen, wird beim Vergilben brüchig. Bröckelig geradezu. Sobald ich das Bild geknipst hatte und ich den Nager wieder wegräumen wollte, brach das Schwanzbruchstück abermals durch.

Das Vergilben fand unter reduzierter Sonneneinstrahlung statt. Die Ratte hielt sich artgerechterweise im Halbdunkel auf.


Speerwerfer: Armbrust-Streitwagen 6012.

5. Juli 2016

Das Jahr 1986 sah einige der – so behaupte ich forsch – besten Lego-Rittersets aller Zeiten. Und mit „aller Zeiten“ meine ich: Die eine Zeit, die es gibt, und das ist die Vergangenheit, denn wer sollte wohl wissen, was die Zukunft bringt? Und welche Ausdehnung hat das Jetzt? Doch ich schweifsterne ab. Also. Das kleinste Set unter den fünf 1986er Ritter-Neuheiten ist diese Kampfmaschine, deren deutscher Titel merkwürdig anmutet. Damals trauten sich die Katalogschreiber wohl noch nicht, die Kinder mit Wörtern wie „Ballista“ zu demütigen, denn die Ära der Fantasy-Computerspiele hatte noch nicht begonnen.

Zwei Ritter handhaben diese Wurfmaschine, bei welcher die Bogensehne der großen Armbrust imaginiert werden muß. Desgleichen erfordert es einige Einbildungskraft, sich vorzustellen, daß die verschossenen Pfeile brennen, denn die heutigentags verschwenderisch verwendeten Flammenelemente gab es 1986 noch nicht. Einzig die unter dem Pfeilschaft platzierte gelbe Tonne deutet darauf hin, daß hier mit brennbarer Flüssigkeit gearbeitet wird. Drei Jahre zuvor erschien der XXVIIste Asterix-Band „Der Sohn des Asterix“, in welchem Brutus das gallische Dorf mit solchen Wurfmaschinen angreift, um es in Brand zu setzen. Nicht ausgeschlossen, daß diese Szene den Set-Entwickler in Billund zu diesem Set inspirierte, denn dies ist eher eine antike Kampfmaschine denn eine mittelalterliche.

Der Armbrustteil dieses Streitwagens ist in für damalige Zeiten revolutionärer SNOT-Technik* ausgeführt, indem er vermittelst Lampeneinern um 90° gedreht auf zwei Noppen des Untergestells gebaut wird. Da es sich hier um eine Fernwaffe handelt, liegt es nahe, dem Maschinisten einen Bogenschützen zu seinem Schutz an die Seite zu stellen. Für einen Bogenschützen untypisch, trägt dieser einen Helm mit ausladendem Nackenschutz.

*) SNOT = Studs Not On Top

30 Jahre später…

Einer jungen Tradition folgend verausgabt Lego seit dem Jahr 2014 jedes Jahr ein sogenanntes Retro-Set, welches eine Figur aus vergangenen Kinderzimmertagen in den Mittelpunkt stellt und in der Begleitbroschüre einen Überblick über die Lego-Geschichte des jeweiligen Spielthemas liefert. In den Jahren zuvor waren dies ein weißer Legoland-Astronaut und ein Pirat, der keine ehemalige Figur darstellte, sondern brandneu war. In diesem Jahr also ist es ein „Knights Retro-Set“, welches einen fast klassischen Löwenritter beinhaltet.

Es bedarf keiner überbordenden Phantasie, um dieses Modell als ein Remake des oben besprochenen Armbrust-Streitwagens zu identifizieren. Die Figur stellt unzweifelhaft einen Löwenritter der Legoland-Epoche dar, wiewohl es bezüglich des Helms mit dem Retro-Anspruch leicht übertrieben wurde. Denn im Jahre 1986 trugen die Ritter schon dunkelgraue Helme; der (neu)hellgraue Helm dieses Knappen weist eher zurück auf die Ritter der vorangehenden Epoche, in welcher die gelbe Burg Dreh- und Angelpunkt war. Sei’s drum.

Das Remake-Modell bleibt den Ausmaßen und dem Stil des Originals treu, bedient sich freilich modernerer Formen und Farben. Bemerkenswerterweise blieb die Bauweise der Brennstofftonne exakt beibehalten, während der Armbrustbogen auf gänzlich andere Weise ins Werk gesetzt wurde. Unter der Maßgabe, daß es einige der Bauteile im neuen Set vor 30 Jahren noch nicht gab, wurde der Charakter eines Legoland-Sets dennoch gut getroffen.

Dem Set beigefügt ist eine Postkarte mit charmanter Rückseite, nein, Vorderseite, nein, was ist denn bei einer Postkarte Vorder- und was Rückseite? Jedenfalls. Auf der anderen Seite prangen Aufkleber mit einigen Ritterfiguren der Lego-Geschichte, darunter auch eine Figur des Vorlagensets selbst.

Leider finden wir hier auch die Bestätigung für Legos Einordnung der gegenwärtigen Nexo-Knights-Serie ins Ritterthema. Dazu mag jeder stehen, wie es ihm beliebt. Oder ihr.


Halbseidene Miederschlesierin.

27. Juni 2016

Nur, um’s mal gesagt zu haben. Und hat nicht jeder irgendwo ne schlesische Omma? Zumindest mal gehabt?


Finale. Finale. Finale. Finale.

21. Mai 2016

Verloren. Verloren. Verloren. Verloren. Klar, andere würden sich freuen, wenn sie es überhaupt mal in ein Finale schaffen würden. Aber diese ewige Verliererei nervt dann doch auf Dauer. Mir wäre es recht, wenn der BVB kommende Saison mal früh aus allen Wettbewerben ausschiede und mit der Meisterschaft nichts zu tun hätte. Sollen die Bayern halt mal gegen wen anderes gewinnen.

Das Pokalfinale vorhin hatte natürlich einen verdienten Sieger, wenn man sich die drückende Überlegenheit (ein Ausdruck, für den ich virtuell 2 Euro ins virtuelle Phrasenschwein gebe) des FC Bayern vor allem in der zweiten Halbzeit vor Augen führt. Insofern: Gratulation, falls die Bayern sowas überhaupt hören wollen. Auf dem Heimweg von der öffentlichen Leichenschau („Public Viewing“) riefen mir nämlich zwei yuppiemäßige Bayernfans ein „Mia san mia!“ hinterher. Na, dann bitte, bleibt unter euch!

Das Spiel ist vergleichbar mit einem Film der Coen-Brothers: Alle Vorhersagen, die ich vor dem Anpfiff so traf, waren falsch, aber das Ergebnis war dennoch das erwartete. Die Bayern haben nicht in der 95sten Minute das Siegtor erzielt. Mats Hummels hat keinen spielentscheidenden Fehler gemacht. Insbesondere hat er nicht Lothar-Matthäus-mäßig einen Elfmeter gegen seinen künftigen Arbeitgeber versemmelt. Marco Reus, der ja dann an Hummels statt als Kapitän den Elfmeter schoß, ist nicht unter dem Druck zusammengebrochen, sondern er traf. Aber egal, viele Wege führen zur Niederlage. Und auf den Wegen zum Sieg gibt’s am Ende eine bayerische Zollschranke.


Sets.

8. Mai 2016

Falls sich jemand gefragt haben sollte, was es mit der Kategorie „Sets“ auf sich hat, die dort oben unhinterfüttert herumlungerte: Nun, es sollten dort Rezensionen über offizielle Lego-Sets gesammelt werden, die meiner digitalen Feder entstammten. Vor allem solche, die ich vor dem Start dieses Blogs im Juli 2009 irgendwo sonst veröffentlichte. Und „irgendwo sonst“ bedeutet: Im Forum von 1000steine.de. Zwei Doppelpunkte innerhalb weniger Zeilen zeugen nicht von gutem Schreibstil, also sei der werte Leser gewarnt! Wer trotzdem lesen möchte, was ich über Sets der ferneren und jüngeren Vergangenheit zu schreiben hatte, kann dies jedenfalls nun tun, denn ich habe die Kategorie endlich aktualisiert. Bei Gelegenheit werde ich sicherlich auch noch Setbesprechungen, die ich direkt hier veröffentlichte, dort zusammenfassend verlinken.

Edit 9. Mai 2016: Ist geschehen.


Der Trotz der Besitzlosen.

28. April 2016

Jaja, ich weiß. Wir (das ist: Borussia Dortmund) haben auch den Gladbachern den Reus weggekauft. Und auch sonst verpflichten wir ja jährlich gute Spieler oder hoffnungsvolle Talente von anderen Vereinen, zum Leidwesen der dortigen Anhängerschaft. So ist eben das Fußballgeschäft, blabla. Aber es kommt doch ein Hauch von Frustration auf, wenn wir (das ist: s.o.) jetzt jedes verfickte Jahr einen unserer Besten an die sowieso schon Besten (das ist: Der FC Bayern München) abgeben müssen. Dieses Jahr geht also der Kapitän von Bord. Vielleicht verläßt auch bloß eine weitere Ratte das sinkende Schiff. „Aber eins, aber eins, das bleibt besteh’n: Borussia Dortmund wird nicht un! ter! geh’n!“

Also haut doch ab, wenn es euch wichtiger ist, mit den Bayern die 27ste bis 35ste Meisterschaft und den 19ten bis 24sten DFB-Pokal zu gewinnen, statt solches mit einem Verein zu tun, wo diese Titel noch einen Wert haben. Kapitän einer Mannschaft zu sein, mit der man bereits zwei Meisterschaften und einen DFB-Pokal gewonnen hat, mit der man im Finale der Champions-Leage stand, bei der man zur Legende hätte werden können, ist halt uninteressant.

Fluch der Fußballromantik!


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