Return to Monkey Island.

19. September 2022

Kalender-Check. Uhrenvergleich. Ja mach hinne!

Gouverneur Marley ist wohl noch in London.


We are doomed.

29. August 2022

Wie ich von diesem Aufkleber an einem Laternenpfahl im öffentlichen Raum lernte, sind wir am Arsch. So sehe ich also meine schon lange gehegte Vermutung offiziell bestätigt. ’s wird wärmer, zum Beispiel, und nur Naivlinge nehmen dies zum Anlaß, sich auf besseres Wetter zu freuen. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt: Is‘ nich‘ so. Entweder wird es heißer und trockener, die Bäume sterben ab, die Flüsse trocknen aus und das Grundwasser zieht sich zurück; oder es wird heißer und nasser, die Flüsse schwellen an und die Stürme werden heftiger. Na, herzlichen Glückwunsch, das haben wir ja prima hingekriegt!
Und weil wir, das heißt: die Mehrheit der Menschheit, Politiker wählen oder gewähren lassen, die all ihre Kraft in den Dienst derer stellen, die in ihre Beraterverträge erkleckliche Sümmchen schreiben, während sie, Geldgeber, ihrerseits noch erklecklichere Summen durch entsprechend ausgearbeitete Gesetze verdienen bekommen, wird sich auch nichts zum Besseren ändern. Es ist aber auch echt egoistisch von uns, selbstsüchtig immer nur das Wohl unserer Kinder und Kindeskinder im Sinn zu haben und auf einen auch zukünftig noch bewohnenswerten Planeten zu hoffen, ohne uns mal empathisch in die Bedürfnisse der Aufsichtsräte und Oligarchen einzufühlen!

Extinction Rebellion hat also Recht: Wir sind am Arsch. Welche Erkenntnis sollen wir daraus ziehen? Folgen wir dem Vorschlag Guybrush Threepwoods, völlig zu verzweifeln und aufzugeben? Klingt verlockend. Vielleicht saufen wir uns die Welt auch einfach schön. Die aufmüpfige Jugend, die tatsächlich noch hirngespinstens von einer lebenswerten Zukunft träumt und den weisen Erwachsenen auf die Nerven geht, indem sie sich an Autobahnen und Bilderrahmen festklebt (Ja ist denen denn gar nichts heilig!?), bringen wir frühzeitig dazu, es uns gleichzutun. Zu diesem Zweck gibt es sowas:

Saufen für den Wohlstand (einiger).

Und dann erblickte mein Auge just heute diese kleine Werbeanzeige im Dortmunder Werbeblättchen. Die Adresse habe ich mal unkenntlich gemacht, denn Werbung gibt’s hier nur, wenn WordPress sie einblendet, weil ich keinen bezahlten Account anlegen möchte. Typisch, diese Gratismentalität! Aber dann wiederum bezahlt mich ja auch keiner, also ist die Billanz ausgeglichen, die 0 steht. Also, jedenfalls:

Wie bitte? Vielleicht wußtet ihr das ja; ich wußte es jedenfalls nicht: Es gibt Grillkurse? Schon (schon!!!) ab 69 Euro. Die Schonzeit ist vorbei! Es gibt also offenbar auch Kurse zu höherem Preis. Und 69 Euro sind fast 140 D-Mark. Das sind 700 Ost-Mark. Und da gab’s Fleisch nur an geraden Donnerstagen, wenn man weit genug vorne in der Schlange stand. Doch ich schweife ab.

Wie konnte es eigentlich dazu kommen, daß in Zeiten des Feminismus das Grillen zum Volkssport avancierte? Nee, jetzt mal ernsthaft: Wie zum dreimal gehörnten Teufel konnte das passieren? Seit Jahren nehme ich wahr, wie die Zubereitung von Fleisch vermittelst eines Grills erst zur telemedial vermittelten Wissenschaft wurde, dann zur Materialschlacht, und jetzt identifizieren sich Männer plötzlich als Grillexperten und Diplombruzzler, schaffen alle Naselang neues Grillgerät gemäß neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen an („Smoker“. Keine Ahnung, was das ist.), und es gibt Grillkurse. Oh, sorry, sorry:

Frauen natürlich auch. Dazu später mehr. Fleisch (was jetzt keine Assoziation zu Frauen sein soll) esse ich ja bisweilen auch, nicht häufig und nie selbstgegrillt, aber das Virtus-Signal, um mal einen englischen Begriff lateinischer Herkunft einzudeutschen, „Veganer!“ kann ich für mich nicht reklamieren. Dennoch sehe ich ein, daß unser wohl(unan)ständiger Fleischkonsum problematisch ist. Die Haltung von Schlachtvieh ist oft mit dem Tierwohl nicht zu vereinbaren, das Schlachten sowieso nicht, Futtermittel verbrauchen Ressourcen an Wasser, Anbaufläche, Düngemitteln und so weiter, die, äße man pflanzlich, sehr viel direkter und wirtschaftlicher genutzt wären. Daß für Weideflächen gerne mal Regenwald brandgerodet wird, und daß die Viecher Methan auspupsen, kommt als klimaschädlicher Malus noch hinzu.

All dies ist bekannt, es kümmert aber niemanden. Stattdessen wird gegrillt, was das Zeug hält. Fast, beinahe, unter Umständen, vielleicht könnte man auf den eventuell komplett abwegigen Gedanken kommen, daß hinter dem derzeitigen Trend zum Grill eine geschickt lancierte Kampagne der Fleischindustrie steckt, ohne jetzt allzu offensichtlich in verwegene Verschwörungsmythen abgleiten zu wollen. War wirklich nur ein Gedanke, die Älteren werden sich erinnern.

Männer grillen. Grillen zirpen. Was hat das mit dem Feminismus zu tun? Natürlich nichts. Frauen grillen ja auch, zum Beispiel auf der Sonnenbank. Und ich verbreite hier antiquierte Geschlechterklischees, ich Schlimmling. Oder heißt es jetzt: „Geschlimmte“? Ich sollte solche Texte nicht um 3 Uhr nachts verfassen.

Feministinnen und ihre andersgeschlechtlichen Apologeten behaupten ja gerne, dem Feminismus gehe es um Gleichberechtigung. Das gibt das Wort freilich nicht her, welches ja ausdrücklich Wesen femininen Geschlechts benennt. Dem Feminismus geht es um mehr Rechte für Frauen, was insofern gerechtfertigt ist, als Frauen Rechte vorenthalten werden. Daß diese Mehrberechtigung der Frauen an dem Punkt enden möge, wo der Zustand einer Gleichberechtigung erreicht wurde, ist hingegen nicht erkennbar. Und daß diese Gleichberechtigung überhaupt anderen Gruppen außer Frauen zugutekommen soll, ebensowenig. Wenn Transfrauen beispielsweise das Damenklo aufsuchen möchten, erheben Feministinnen nicht selten ihre Stimme dagegen. Und sowieso gilt: Der Feind ist der Mann, von toxischer Männlichkeit ist die Rede. Und ja, allenthalben können wir toxische Männlichkeit am Werke sehen, seien es prügelnde Ehemänner oder dem Militarismus Vorschub leistende Staatsführer mit nacktem Oberkörper in Armeehose auf dem Pferd. Unbestritten. Dabei geht es natürlich nicht darum, daß die Welt ein besserer Ort würde, wenn Frauen an öffentlichem Einfluß und Macht gewönnen, denn warum sollte das wohl so sein? Das britische Kolonialreich beispielsweise nahm seinen Anfang unter Königin Elisabeth I. und hatte seine größte Ausdehnung unter Queen Victoria. Maggie Thatcher, die „Eiserne Lady“, führte den Falkland-Krieg und vertrat eine rigide Sozialpolitik. Angela Merkel war 16 Jahre lang Bundeskanzlerin, ohne daß der Feminismus in dieser Zeit über wesentliche Erfüllungen seiner zentralen Forderungen gejubelt hätte. Zu den reichsten Deutschen zählen Frau Klatten, Frau Quandt und Friede Springer („Bild“, dieser Hort der Gleichberechtigung).
Ich hätte durchaus nichts dagegen, wenn Frauen annähernd soviel, genauso viel, oder auch mehr Macht und Einfluß hätten, wie sie derzeit noch Männer haben. Bloß gehe ich nicht davon aus, daß dadurch irgendwas besser würde. Frauen wollen ganz einfach jetzt auch die Arschlöcher sein, nur darum geht’s.

Aber die Männer (Yes, I know: Not all men.) sehen sich Vorwürfen ausgesetzt. Sexismus, wie obiger Aufkleber an einem Stromkasten vermittelst suggestiver Farbgebung und unverhohlen dargestellter Geschlechtskennzeichnung impliziert, ist etwas, unter dem Frauen zu leiden haben, was also von Männern ausgeht. Weil Männer per Definitionem nie von Sexismus betroffen sind, außer vielleicht, wenn ihnen auf Stromkastenaufklebern zum Thema Sexismus der potenzielle Opferstatus verweigert wird, aber wer wird denn kleinlich sein.

Der Feminismus mag in vielem seine Berechtigung haben, aber er fördert auch den unreflektierten Trotz derer, die sich von ihm bedroht fühlen. Viele Männer sehen, ob berechtigterweise oder nicht, ihre Felle davonschwimmen, und vielleicht auch deswegen ziehen sie sich an den Grill zurück, wo Männer noch Männer sein können. Eskapismus sei’s Panier! Wir sind verloren.

Gute Nacht!


30-Tage-Herausforderung.

25. Juli 2022

Ach so, ja, äh, hier:

War’n voller Erfolg, das mache ich nächstes Jahr nochmal. Mit denselben Flaschen. Oder mehr, falls noch was hinzukommen sollte.


30-Tage-Challenge: No Alcohol!

1. Juni 2022

Solche Challenges sind wohl gerade en vogue, und als Trendhechler kann ich mich dem natürlich nicht entziehen. Inspiriert hat mich dazu eine Youtube-Reportage, inzwischen leider entfernt, weil sie als problematisch wahrgenommen wurde, und zwar zu Recht. Sie kann mittelbar über diverse Reaction-Videos auf anderen Youtube-Kanälen nachvollzogen werden, hier ein zusammenfassender Link dazu: „Hauptsache Alkohol“

Also. Dies sind meine Vorräte:

1.
Eine Flasche selbsthergestellter Eierlikör, den mein Chef uns letztes Jahr zu Weihnachten schenkte, mit dem Hinweis, ihn kühl zu lagern und bis 2ten Januar zu verbrauchen, wegen Frischei und so.

2.
Eine 0,2-Liter-Flasche Gold-Sekt mit echten Goldflocken (hätte ich vor der Aufnahme mal schütteln sollen), den es vor zwei Jahren als Gratifikation gab, weil wir so erfolgreich gearbeitet hatten.

3.
Eine 0,2-Liter-Flasche „Jules Mumm Sekt Medium Dry – Finest Fresh & Fruity Sparkling Wine“. Mit Schraubverschluß, also besonders edel. Den gab’s neulich als Dank, weil ich in einer anderen Station aushalf. Die Schokolade, die auch dabei war, ist schon weg.

Die Kittelflaschen mit Hände-Desinfektionsmittel stehen da nur zum Scherz mit akzentuiertem r. (Weil da auch Alkohol drin ist, hahaha!)

Ob ich es schaffe, einen vollen Monat lang der Versuchung zu widerstehen!? Ich werde berichten.


Freunde und Kupferstecher.

22. Mai 2022

Sollte sich jemals jemand gefragt haben, wie es dazu kommen konnte, daß man mafiöse Strukturen in der Kirche wahrnehmen könnte, so man denn genau hinsähe, dann findet sich die Antwort natürlich in der Bibel selbst. Mich drängt’s, den Grundtext aufzuschlagen, aber ich begnüge mich mit diesem Kalenderblatt. Unten, Excerpt aus dem Evangelium des Johannes, Kapitel 15, Vers 14:

Jesus Christus, der Che Guevara in Badelatschen.

Außerdem: „Bernhardin“? Jetzt hört’s aber auf! Wenn schon, dann „Bernhard*in“. Bernhardende.


Autoreferenzialität.

18. Mai 2022

An der Ruhr-Universität Bochum sammelte ich im Hörsaal mal ein studentisches Flugblatt auf, ohne es aus der Luft fangen zu müssen, wie der Begriff suggerieren könnte, des bemosernden Inhalts, daß „Evaluation“ ja wohl für viele Professoren ein Fremdwort sei. Ich mußte das damals auch erstmal nachschlagen, ohne gewalttätig werden zu müssen, wie der Begriff suggerieren könnte. Aber egal, lange her, längst zerknüllt, und „Professoren“ gibt es an Universitäten schon längst nicht mehr, zwischenzeitlich „ProfessorInnen“, dann „Professor*innen“, nun höchstens noch „Professierende“.
Was das alles hiermit zu tun hat? Nichts! Außer, daß das auch schon lange her ist.

Aber jetzt gibt es Waldorf und Statler als vorgeformte Lego-Minifiguren. Und entgegen meiner Gewohnheit habe ich das alte Bauwerk mal auf den neusten Stand gebracht, diesbezüglich.

Diesen Logenplatz baute ich vor mindestens mal 13 Jahren, und hier kommt die Autoreferenzialität ins Spiel, in Form des folgenden Links: Logenplatz


„Kennst du eine alte preußische Bauernregel?“ –
„Das Moor hat seine Schuldigkeit getan. Das Moor kann gehen.“