Weihnachtsputz.

15. Dezember 2013

Nostalgie wird in diesem Blögchen ja großgeschrieben. Denn Nostalgie ist ein Substantiv. Heute werfen wir einen Blick zurück ins Jahr 1980 und sehen aufgebaut eine Reihe schöner Sets, die sich hervorragend eigneten, den 1980er Weihnachtswunschzettel zu verlängern. Ich selbst war damals kaum drei Jahre alt und hatte alle diese Wünsche nicht, bekam aber – vielleicht auch erst im Jahr drauf – den Bagger 6678, vorne im Bild, mit Greifschaufel. Und so nach und nach auch alles andere, klar, sonst hätte ich das Bild ja nicht machen können.

Damals war das Legoland die schiere Idylle. Die Häuschen waren klein, die Autos abgasarm (Handbetrieb), und fast jedem Gebäudeset – und nicht nur diesen – lag ein Bäumchen bei, damit der Asphaltdschungel gar nicht erst wucherte. Die ausreichend vorhandenen Bäume waren auch wunderbar dazu zu gebrauchen, die Straßen- und Grundplatten an den Ecken zu verbinden. Jahá, die hatten mitgedacht in Billund! Meine persönliche Lieblings-Idyll-Ecke in obigem Diorama ist übrigens die Pappel am Schrankenwärterhäuschen. Das atmet Geruhsameit.

Und Weitblick bewiesen die Billunder auch. Die wußten ganz genau: Lego, das lange offen rumsteht, staubt ein. Wohl deshalb war der Besen mit das erste Minifig-Utensil, welches es überhaupt gab, neben Schaufel, Spitzhacke und Schraubwerkzeug. Aber auch die kleine Handbürste, zunächst nur als Haarbürste für Kugelköpfe verwendet, etwa im Salon Colette 230, paßt da ins Bild. Die Straße fegende Minifigs sieht man allerorten, hier den Hausmeister der Garage 361, und dem Straßenkehrer wurde sogar ein eigenes Set gewidmet, 605. Das Legoland war sauber.
Und für mich, der ich das Diorama aufbaute und photographierte, war dies auch ein willkommener Anlaß, mal durchzusaugen, am Sonntag, dem dritten Advent, naja. Das soll’s mit dem Weihnachtsputz auch gewesen sein.


Vier Fenster für ein Halleluja.

6. Dezember 2013

Seit einiger Zeit sammle ich eingestandenerweise Lego-Eisenbahnsets der 1980er Jahre. Da diese auf grauen Schienen fuhren, spricht man hier in Abgrenzung zur vorherigen Blaue-Schienen-Zeit von der „grauen 12-Volt-Ära“, was außer acht läßt, daß nicht alle Züge mit einem 12-Volt- oder überhaupt einem Motor ausgestattet waren. Für den kleinen Geldbeutel hielt das Programm auch Schiebezüge bereit, zum Beispiel auch die „Lokomotive ohne Motor“ 7810, Baujahr 1980. Oder in meinem Fall: Baujahr 2013.

Denn das Exemplar, welches mich erreichte, war zwar nicht mehr im Karton versiegelt, aber doch einigermaßen unbenutzt. Der Inhalt des Klappkartons hat mich allerdings etwas erstaunt:

Denn daß größere Elemente bisweilen ab Werk lose im Karton liegen, kenne ich ja; aber den Figurenoberkörper, die Leiterchen und die Rundeinerplättchen hätte ich doch in einem der Beutel erwartet. Die Zusammenstellung der losen Teile legt auch nicht die Vermutung nahe, daß sie ursprünglich in einem dritten, zwischenzeitlich geplatzten Beutel enthalten waren. Sei’s drum! die beiden geschlossenen Beutel mußten jedenfalls auch dran glauben, denn ich wollte das Maschinchen ja bauen.

33 Jahre alte Teile, von keines Menschen Hand berührt. Und das blieb auch erst einmal so, denn zum Bauen streifte ich Handschuhe über. Jahá, ich entblödete mich nicht. Freilich gebe ich zu, daß ich aus meinem Vorrat drei gelbtransparente Rundplättchen holte, um die jungfräulichen Gußstücke nicht antasten zu müssen.

Vom ursprünglichen Plan, die Bauschritte minutiös im Bild festzuhalten, nahm ich sehr schnell Abstand, denn so spektakulär ist das alles nicht.

Im Innern bleibt ein großer Hohlraum. Denn es soll ja ein Motor nachrüstbar sein, und dieser würde zusätzlich den Einbau von Gewichtssteinen verlangen. Stilecht müßte es natürlich ein roter Motor sein, einzeln zu erwerben war allerdings nur der schwarze Motor 7865. Einerlei, hier wird bis auf weiteres gar kein Motor eingebaut.

Vielmehr stellt sich mir die Frage, ob ich die Aufkleber aufkleben soll? Wo ich schon keinen Respekt vor verschlossenen Tütchen hatte, könnte mir die Unbenutztheit der Aufkleber ja auch schnuppe sein. Ist sie mir eigentlich auch, aber Kleber über mehrere Steine zu kleben, widerstrebt mir irgendwie. Na, mal sehen.

Als ich den Karton öffnete, wunderte mich noch das ulkige Format des Behältnisses. Doch das war durchdacht! Damals (Klammer auf: früher. Klammer zu) war ein Lego-Set noch ein Gesamtkunstwerk, welches auch die Ausführung des Kartons miteinbezog. Und die kleinen Eisenbahn-Kartons dienten ausdrücklich der Aufnahme des gebauten Modells als Sammlerstück.

Es macht auch nichts, die kleine Dampflok direkt wieder zu verstauen, denn so besonders ist sie nicht. Wären da nicht, ja wären da nicht die vier schwarzen 2×2-Fenster am Führerstand! Diese gab es überhaupt nur in vier Sets, und nur in 7810 gleich derer vier. Ansonsten, naja, eine Dampflok halt. 1980 war die Dampflokzeit der Bundesbahn bereits drei Jahre her, aber wohl noch ausreichend frisch im Gedächtnis, um als Lego-Set in Frage zu kommen. Ich selbst kenne eine Lok dieser Art, die zu Lebzeiten wohl mal als kleine Rangierlok irgendwo eingesetzt wurde, bloß noch vom Kinderspielplatz im Dortmunder Zoo, wohin sie, alle beweglichen Teile festgeschweißt, nach Außerdienststellung verbracht wurde.



Nachtrag am 10ten Februar 2014:

Möglicherweise wurden einige, nämlich die lose im Karton befindlich gewesenen Teile doch schon von eines Menschen Hand berührt. Denn wie Goldfing und TF mir glaubhaft machen konnten (anhand von Bildmaterial, welches mir zugespielt wurde), waren bis auf die Motorrahmenplatte und die Magnete diese losen Teile durchaus gemeinsam in einem Tütchen.