Pokalfinale. Kloppomania. Omen?

30. Mai 2015

Ich lief Gefahr, den Mai verstreichen zu lassen, ohne einen einzigen Blogbeitrag geschrieben zu haben. Das Pokalfinale bietet zum Glück die Gelegenheit, doch noch ein paar Sätze zu schreiben. Und zwar.

Jürgen Klopp verläßt den BVB. Dieses gab er bereits vor dem Pokalhalbfinale gegen Bayern München bekannt, verbunden mit der Hoffnung, am Ende seiner Amtszeit in Dortmund noch einmal mit gutem Grund auf einem Laster um den Borsigplatz fahren zu dürfen. Davon ist er nun noch einen Sieg entfernt, und es wäre der märchenhafte Abschluß einer Erfolgsgeschichte.

Die Saison 2007/2008 verlief für den BVB schlecht. Weil die Mannschaft schlecht spielte. Deswegen gab es zwei Trainerwechsel innerhalb der Saison, aber es gelang erstmals seit 1989 wieder der Einzug ins Pokalfinale gegen – natürlich – Bayern München. In diesem spielte der BVB ordentlich, kämpfte bravourös, schaffte durch ein Tor in der letzten Minute (der „buchstäblichen“) den Ausgleich und den Sprung in die Verlängerung. Und verlor, klar.
Thomas Doll, der also der dritte Trainer in jener Saison war, mußte gehen, und Jürgen Klopp übernahm. Kloppo hauchte dem Verein und der Mannschaft neues Leben ein, jährlich konnte der Erfolg gesteigert werden bis hin zu Meisterschaft, zum Double, zum Champions-League-Finale, zum erneuten Pokalfinale. Toll war’s! Und nun verabschiedet er sich mit einem weiteren Pokalfinale, der Kreis schließt sich also. Für alle Beteiligten war diese Zeit rundum märchenhaft. Märchenhaft wäre also, wenn Klopp den Pokal tatsächlich gewönne und mit der Trophäe um den Borsigplatz fahren dürfte.

Nu sind wir aber nicht der FC Hollywood. Der FC Bayern nämlich konnte seinem mehrmaligen Trainer und der insgesamtenen Legende Jupp Heinckes zu dessen dritten Karriereende das Triple schenken. Wiewohl ja eigentlich er als Trainer dem Verein diese drei Titel schenkte, aber egal. Jedenfalls war das natürlich ein Karriereende, das hollywoodeske Züge trug. Aber wie gesagt: So hollywoodig ist der BVB nicht. Hier würde es eher ins Bild passen, wenn der märchenhafte Abgang des Trainers eben nicht gelänge. Würde auch besser zu meinem pathologischen Pessimismus passen, vor allem aber zu der gegenwärtigen Schwäche der Mannschaft, vor allem im Kontrast zur Stärke des heutigen Finalgegners Wolfsburg. Nur, um mal klarzustellen, daß meine Schwanengesänge nicht nur auf persönlichem Pessimismus beruhen, sondern sich an der Realität zumindest zu orientieren versuchen. Die Hoffnung lebt sowieso, und ändern kann ich’s nicht. Olé!

Nachtrag um 22:56:
Und ich sach noch.

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