Bis hierher und nicht weiter.

17. September 2016

Nachdem ich mit viel Mühe und nur mit der Hilfe von Stephan und Jonas Flucht von Monkey Island zum Laufen gebracht habe („Nimm dein Bett und wandle!“), konnte ich es also dann doch spielen. Die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig, insofern sie ausschließlich über die Tastatur erfolgt, wobei die Spielfigur (Guybrush Threepwood, mächtiger Pirat) mit den Pfeiltasten ←↑↓→ bewegt wird und die Wortbeiträge und zur Verfügung stehenden Aktionen mit den Bildlauftasten ausgewählt werden. Die Maus („Mouse“, oder hier besser: „Rat“) bleibt außen vor. Dies führt zu einem leicht betrunken wirkenden Gangbild Guybrushs. Finger weg vom Grog, du Deckschrubba!

Die Graphik des vierten Monkey-Island-Spiels empfinde ich gegenüber dem Vorgänger The Curse of Monkey Island keinesfalls als Fortschritt. Bei diesem fanden noch schön gestaltete 2D-Hintergründe im Comic-Stil Verwendung, während jenes mit kantig gerenderten 3D-Graphiken aufwartet, was wohl leider dem Stil der Zeit entsprach; MI4 stammt aus dem Jahr 2000. Natürlich gestehe ich den Programmierern zu, die jeweils neuesten Techniken zu verwenden, aber gefallen muß mir das ja nicht.

Das Spiel an sich ist übrigens ganz gut. Guybrush konnte endlich seine Elaine ehelichen, nachdem er sie zweimal aus den Händen LeChucks gerettet hatte, und das Paar möchte die angestammte Gouverneursvilla auf Mêlée Island beziehen, was sich als schwierig erweist. Denn nach der annähernd drei Spiele währenden Abwesenheit der Gouverneurin wurde diese für tot erklärt und ihr Anwesen zur Zerstörung freigegeben, weil der designierte Nachfolger im Amte die altmodische Villa nicht mehr haben möchte. Guybrushs erste Aufgabe ist daher, die Zerstörung des Anwesens durch ein Katapult zu verhindern, was alles in allem ein etwas weit hergeholter Handlungsstrang ist, der auch optisch nicht ins Piraten-Sujet der Spielreihe paßt. Schön ist freilich die Rückkehr zur Stamminsel Mêlée Island, wo sogar einige architektonische Details des ersten Spiels wieder aufgegriffen wurden, wenn auch neu arrangiert. Die Uhrzeit stimmt nicht mehr, aber das alte Türverwechselspielchen wurde beibehalten, und typischerweise besuchen wir die Insel bei Nacht.


Der Standort der SCUMM™-Bar wurde von den Docks ins Ortsinnere verlegt, und der Vorhang zum Raum mit den schrecklich wichtigen Piraten wurde entfernt.


Zum Vergleich Bilder aus der Urversion und der Special Edition mit runderneuerter Graphik:



Natürlich darf die Inselübersichtskarte nicht fehlen. Die Form der Insel ist beinahe gleichgeblieben, nur die Anordnung der besuchbaren Schauplätze wirft Fragen auf. Warum ist das Haus der Gouverneurin auf der Karte so weit entfernt vom Ortszentrum, während jenes von diesem doch eigentlich nur durch einen Torbogen getrennt ist? Und wieso ist der Hafen nicht mehr in der Bucht, sondern am Ostzipfel? Immerhin gibt es Meethooks Insel noch, schön.


Auch hier ein Vergleich zur Ur- und Zweitversion:

Na, wie auch immer. Das Spiel plätscherte so vor sich hin, einige nette Gags waren dabei, und sogar an die Steuerung gewöhnte ich mich irgendwann. Aber dann. Auf der Insel Lucre Island kämpft sich Guybrush durch den örtlichen Sumpf, wo übrigens nicht die Voodoo-Lady, niemand weiß ihren Namen, residiert. Dieser Trip durch den Sumpf war ein bißchen tricky, weshalb ich nach erfolgreicher Durchquerung sicherheitshalber den Spielstand abspeicherte. Big Mistake! Denn nach dem Zwischenspeichern reagiert das Spiel nicht mehr auf die Steuerung. Die Tastatur ist offensichtlich benutzbar, denn ich tippe ja hier gerade, aber das Spiel scheint nicht mehr mit der Tastatur verbunden zu sein. Also beendete ich das Spiel und lud den Zwischenstand neu – ohne Erfolg. Guybrushs Reise wird also einstweilen hier enden:

Gute Nacht!

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„flucht von monkey island“ „windows 10“

6. September 2016

Mit diesen Suchworten versuchte ich, Informationen zu erheischen, wie ich den vierten Teil der zweitbesten Graphik-Adventure-Serie aller Zeiten auf meinem PC zum laufen bringen könne. Jaja, ich habe Windows 10 drauf, und jaja, die Antwort wäre vermutlich: „Linux, du DAU!“ Fresse, du Geek!

Jedenfalls ist „Flucht von Monkey Island“ das einzige Spiel der Reihe, welches ich noch nie spielte. Verschiedene Rezensionen im Internet deuten darauf hin, daß ich bisher nicht viel verpaßt habe, aber ich bin ja Komplettist, so’n Mist. Und in Verbindung mit „Windows 10“ spuckt Google keine brauchbaren Ergebnisse aus. Schon das Spielen von EFMI (Escape from Monkey Island) auf einem 64-Bit-Rechner (was immer das heißt) ist ja nicht so ohne Weiteres möglich. Aber immerhin gab es hierfür einen Launcher, mit dem es möglich gemacht worden wäre, so ich denn den notwendigen Patch installiert hätte. Der Patch kann sogar automatisch heruntergeladen und installiert werden, bloß ist dann das Verzeichnis fehlerhaft, und an dieser Stelle endet das Abenteuer. Offenbar ist Windows 10 allzusehr 21stes Jahrhundert. So sehr, daß seit seinem Erscheinen noch keine Menschenseele versucht hat, EFMI auf diesem System zu spielen.

Ich weiß noch nicht einmal, ob das hier so eine Art Hilferuf ist, oder lediglich der Versuch, meinem eigenen Suchvorgang ein Ergebnis zu bescheren, arg selbstreferentiellerdings.