Kirche entschuldigt sich!

11. Dezember 2021

Wofür entschuldigt sch die Kirche? Es fiele einem ja so einiges ein, wofür um Verzeihung zu bitten seitens der Kirche durchaus angemessen wäre. Denn, beiläufig gesprochen, „sich entschuldigen“ ist ja ein sprachlicher Ausdruck, der den Vorgang des Um-Verzeihung-Bittens nur unzureichend einfängt. Eigentlich fleht der Missetäter die zum Verzeihen Berechtigten, häufig die durch den Missetäter Geschädigten selbst, auf Knien und unter Tränen an, ihm diese Gnade zuteil werden zu lassen und die Schuld von ihm zu nehmen. Oder ihr. Oder diversirgendwas. Sich selbst entschuldigen, so weit käm’s ja noch! Vor Gericht wäre das freilich sehr praktisch: „Euer Ehren, ich gestehe die Tat, ich erkenne ihre Rechtswidrigkeit an, aber ich habe mich bereits entschuldigt. Ich plädiere daher auf ’nicht schuldig‘!“ Ja nee.

Die heilige Mutter/der heilige Vater/das heilige diverse Elternteil Kirche hat, zugegeben, als Stellvertreter*In Gött*Innens auf der/dem/divers Erde*n (Ker‘, ey!) selbstverständlich das Recht, Entschuldigungen auszusprechen, also nach ihrem (und so weiter) eigenem Selbstverständnis. „Me absolvo“, sozusagen. Also will ich die sprachliche Form mal nicht zu hoch bewerten, zumal diese ja auch nur dem kolportierenden Artikul des/der/* Spiegel*In entnommen ist. Denn: Wofür eigentlich erbittet die römisch-katholische Kirche nun diese ominöse Verzeihung? Es klingt ja fast so, als wäre so eine Entschuldigung zumindest mal ein Schritt in die richtige Richtung, angesichts ihres Sündenregisters.

Hier kann man’s nachlesen: Ein sizilianischer Bischof hatte Kindern gesteckt …äh… in diesem Zusammenhang völlig mißratene Wortwahl. Er hatte Kindern gesagt, daß es den Weihnachtsmann gar nicht gebe. Dieser sei bloß ein Auswuchs der Konsumgesellschaft und habe mit Weihnachten im religiösen Sinne nichts zu tun.

*Kunstpause*

Dafür also entschuldigt sich (s.o.) die Kirche. Wenn einer ihrer Vertreter mal (MAL) die Wahrheit sagt.

Kirche, du hast die Wahrheit gesagt, du, du, du! Und jetzt gehst du zu Papa und sagst ihm, daß du es ganz bestimmt nie wieder tun willst! Sonst holt Knecht Ruprecht die Rute raus!