Ein Türmlein stand im Walde.

22. Februar 2011

Und zwar dieses, in meiner an Lego nicht eben armen Kemenate, ungefähr acht Jahre lang. Da steht es noch immer, doch sein Glanz verblaßt. Der böse Feind Staub eroberte nämlich das Terrain Noppe um Noppe. Er fand einen dankbaren Gegner, denn das grüne Lego-Blattwerk giert geradezu danach, vom Staube bedeckt zu werden. Vor allem ist es kaum möglich, diesen zwischen den hohlen Noppen und den Verzweigungen zu entfernen, wenn man versucht, ihm mit dem Pinsel zu Leibe zu rücken. Das Material ist weich und zugleich angerauht, wie geschaffen dafür, den Staub dauerhaft an sich zu binden. So wurde denn das satte Grün um den Turm herum immer grauer und flockiger.

Damit nicht genug. Denn dieses Lego-Gestrüpp ist verflixt bruchanfällig. Sobald jemand leicht dagegentitscht, bricht was ab oder ein Baum in sich zusammen, den organisch zwischen seine Zweige hineingewachsenen Nachbarbaum mitreißend. Solange das MOC* noch jung und aufregend war, setzte ich die Baumleichen rasch instand. Aber in den acht Jahren, die der Turm hier steht, verglomm die Leidenschaft, daher blieben die gefällten Bäume einfach liegen, wo sie lagen. Und die sammelten immer mehr Staub, denn staubsaugen war keine Option, weil allzu leicht lose Kleinteile hätten weggesaugt werden können.
*) My Own Creation, ein Eigenbau

Bis es mir heute reichte und ich endlich mal des Staubes Herr werden wollte. Ich saugte zunächst also vorsichtig die Staubflocken zwischen dem Lego hervor, erwischte natürlich auch das ein oder andere Kleinteil. Aber merke: Du weißt, daß du zuviel Lego hast, wenn dir weggesaugte Teile gleichgültig sind. Jedoch war auf diese Weise dem Staub nicht großflächig beizukommen; das Grünzeug mußte da weg. Also räumte ich es weg. Die einzelnen Baumgfragmente hatten eine Reinigung auch sehr nötig, was sich am einfachsten bewerkstelligen ließ, indem ich sie auseinanderbaute.

Kurz gesagt: Das war’s jetzt mit den Bäumen!

Die Chance, daß ich den Hügel wieder aufforste, ist verschwindend klein. Ich erwäge sogar, den ganzen Turm endlich abzubauen. Lego – jeden Tag ein neues Spielzeug. Von wegen!

Advertisements

Figuren-Universalkasten 205 (38) bis (47)

7. Februar 2011

Mit diesem älteren Paar eröffnen wir wieder den Reigen der 205- Drolligkeiten. Auch wenn sie nach vierzig Ehejahren nicht mehr ganz so harmonisch durchs Leben zu gehen scheinen. Die Enkelin im ro- ten Kleidchen will von den Zwistig- keiten ihrer Großeltern natürlich nichts mitbekommen.

Oskar Matzerath ist wider alle Erwartungen, vor allem gegen den erklärten eigenen Willen, dann doch großgeworden. Doch trommelt er unverdrossen.

Dieser kleine Klugscheißer im blau- en Ringelpulli hat offensichtlich ge- nug davon, sich auf dem Schulhof als Streber diffamieren zu lassen, darob zeigt er den minderbemit- telten Stänkerern gepflegt den ..nun ja.. Ring-Finger.

Mit einfachsten Mitteln wird hier die Illusion erzeugt, zwei Holzhacker zersägten einen Stamm. Mit Spielwert! Denn der Stamm besteht aus zwei 2×2-Steinen, die rechts und links vom Bock purzeln, wenn das Sägeblatt hindurchschnitt.

Der Mikrophonständer der Sängerin wird noch öfter auftauchen. Diese SNOT-Technik (Studs Not On Top) mit zwischen die Noppen gesteckter Platte ist seither aber bei Lego aus der Mode gekommen. Das Mädchen mit Telephon entdeckt gerade die Freuden der Telekommunikation mit der Freundin im Nachbarhaus.

 Im Blumenladen steht der Händler mit weißer Schürze an der Kasse und bedient ein kleines Mädchen, das unbedingt einen Blumenstrauß zum Muttertag kaufen muß. Weil das so erwartet wird.

Ein Musiklehrer befehligt einen Kinderchor. Unerläßlich hierzu ist der gekonnte Schwung des Taktstocks. Schön, daß sich hier mal wieder alle vier Figuren zu einer konzertierten Aktion zusammenfinden.

Man muß das Eisen schmieden, solange es gelb ist, heißt es ja. Ob es sinnvoll ist, als Schmied mit bloßen Händen den glühenden Stahl zwischen Hammer und Amboß zu halten, darf bezweifelt werden. Aber immerhin schaffte es Hephaistos’ Enkel mit diesem Stunt aufs Titelbild des Setkartons.

Soweit dies.


Buch der Woche: Der Schatz der Halben Münze

2. Februar 2011

Der „Schatz der Halben Münze“ ist der Comic, den Lego 1989 zum Start der Piraten-Serie zeichnete. Und das gar nicht mal schlecht, bedenkt man, daß das Zeichnen von Comics nicht Legos Haupt- erwerbszweig ist. Viel falsch machen konnten sie aber auch nicht, denn die Geschichte hangelt sich an den Sets des Geburtsjahrgangs entlang und bedient dabei annähernd jedes Piraten-Klischee, das man aus den Technicolor-Filmen kennt.

Zunächst kapert Käpt’n Roger (Mit rotem Bart aber nicht mit rotem Haupthaar. Hm.) mit seiner Piratenbrigantine 6285 die Gouver- neurs-Kogge 6274, erbeutet so allerlei wertvollen Krims, aber auch einen Affen, der eine halbe Münze am Halsband trägt. Die Stammbaumpapiere läßt er über Bord werfen, weil: Ist ja nur Papierkram. Hätte er mal nicht! Denn diese Papiere hätten wahrscheinlich Aufschluß darüber gegeben, was es mit dieser halben Münze auf sich hat. Heimgekehrt auf seine Pirateninsel 6270, die allerdings im Buch etwas dörflicher daherkommt als im Set, erfährt er von einem alten Seemann die Geschichte dieser halben Münze und vor allem, wo die andere Hälfte zu suchen sein müßte. Natürlich weist die Münze den Weg zu einem Schatz, und natürlich muß auch noch das Gouverneurskastell 6276 ins Spiel kommen, darum liegt diese halbe Münze im Kerker des Kastells versteckt, da ihr letzter Besitzer dummerweise als Pirat gehenkt wurde. Halt, nein, die Geschichte ist ja für 12jährige geschrieben, also wurde jener Pirat nicht hingerichtet, sondern nur nach Europa geschickt, um dort verurteilt zu werden. (Zum Tode, aber pssst!)

Gemeinsam mit seinem Schiffsjungen Willy begibt sich Käpt’n Roger also nach Port Royal, der Hauptstadt des Gouverneurs, um mal zu sehen, was geht. Nebenbei erfahren wir so, daß sich das Geschehen vor dem Jahr 1692 abgespielt haben muß, was zwar nicht zur Kostümierung der Protagonisten paßt, aber danach war die Stadt im Meer versunken. Nun denn. In Port Royal wird Willy gefangengenom- men, findet im Kerker die halbe Münze, verliebt sich in Camilla, die Nichte des Gouverneurs, – denn ein bißchen Romantik muß ja auch sein, nöch? – und wird schließlich mithilfe von Dynamit (haha! 1692!) durch den treusorgenden Käpt’n, der seine Männer und seine Schätze nicht im Stich läßt, befreit. Auf geht’s zurück zum Schiff!

Wie gesagt bedient der Comic so ziemlich jedes Piratenfilmklischee. So kommt es denn, wie es in solchen Fällen immer kommt: Das Schiff wurde inzwischen von einem rivalisierenden Piraten, einem gewissen Käpt’n Baddog, geentert, der ebenfalls Wind von dieser halben Münze bekommen hatte. Roger und Willy tappen in die Falle, und um nicht über die Planke geschickt zu werden, müssen sie sich durch Herausgabe der Münze freikaufen. So treiben sie denn auf dem Floß 6257 ziellos durch die Karibik, bis sie unverhofft auf die Insel 6260 gespült werden – natürlich das Ziel der Schatzsuche.

Der Comic ist nicht so schlecht, wie oben suggeriert worden sein mag. Er bietet sogar bisweilen subtilen Humor, nicht bloß brachialen Slapstick, wie man angesichts der Zielgruppe meinen könnte. Auch wird hier weitgehend noch auf das bei Lego später sehr oft strapazierte Motiv „Gut gegen Böse“ verzichtet. Zwar sind die Hauptpersonen Käpt’n Roger und Willy irgendwie „die Guten“, obwohl vor allem der Käpt’n durchaus zweifelhafte charakterliche Eigen- schaften erkennen läßt, aber die Soldaten des Gouverneurs sind nicht eigentlich „die Bösen“, bloß die Unterlegenen. Die eigentlichen bösen Buben in der Geschichte sind andere Piraten, was ein geschickter pädagogischer Schachzug ist, denn mal ernsthaft: Ist Piraterie ein cooles Kavalliersdelikt, zu dem man Kinder ermuntern sollte?

Da der Hintergrund der Piratensetbilder, also auch des Comics 6255, einen in wolkiges Abendrosa getünchten Himmel zeigt, ist die Miniversion des Buches als rosa Scala-Buch absolut nachvollziehbar. Wir sehen die Karibikinsel, auf welcher der Schatz vergraben ist, den ..äh.. Papagei und das ..öhm.. Piratenschiff mit buntem Segel. Geschmökert wird am Pool 3117.

(Und nur mal so nebenbei: Wer glaubt, daß Mädchen ihr Spielzeug pfleglicher behandeln, als Buben es tun, der sollte mal sehen, in welchem Zustand manche dieser Scala-Bücher aus dem Antiquariat kommen. Zerfleddert ist noch nett gesagt.)

(Und noch nebenbeier: Exakt dieses Exemplar fügte ich dem BrickLink-Katalog hinzu. Sobald ich ein besseres Exemplar hatte, versuchte ich, das schlechte Bildchen durch ein besseres zu ersetzen, aber das wurde abgelehnt. Tja, mehr kann ich auch nicht tun.)


Neu auf Rittersets.de: Piraten!

1. Februar 2011

Auf mehrfachen Wunsch hin habe ich mich nun doch entschlossen, die Piratensets bei ℜittersets.de zu integrieren. Um eine eigene Domain „www.piratensets.de“ hinzuzukaufen, fehlte es mir an Finanzkraft und Willen.
Meine eigene Piratensammlung ist zwar einiger- maßen vollständig, allerdings nicht so intensiv gepflegt wie meine Rittersammlung. Einige Bauan- leitungen habe ich nur in gelochtem Zustand (und zwar nicht meine eigenen von früher, sondern später erworbene!), und Originalkartons besitze ich fast keine. Dennoch. Hier geht es also nun zu den Piratensets:
[Klick mich, Landratte!]

Mit vollen Segeln ins Abenteuer!