Buch der Woche: Das Voynich-Manuskript

28. März 2013

Rätsel der Menschheit! Jedenfalls desjenigen Teils der Menschheit, der sonst keine Sorgen hat; das sind also im Wesentlichen wir Insassen der westlichen Welt, die wir Zeit und Energie haben, uns mit irgendwelchem Gedöns zu beschäftigen, welches nicht vorrangig dem Erhalt des eigenen Lebens bzw. dem der Familie dient. Heutzutage. Einer ihrer Insassen hatte vor über hundert Jahren freilich noch Sorgen, betreffend die Befreiung Polens von der russischen Herrschaft: Wilfried Michael Voynich. Seine Beteiligung an antizaristischen Aktionen brachte ihm Festungshaft und Verbannung nach Sibirien ein, abenteuerlicherweise gelang ihm die Flucht, er konnte sich nach London absetzen und, eigentlich studierter Chemiker und Apotheker, dortselbst ein Antiquariat eröffnen, mit Filialen in Paris, Florenz und Warschau. Gerüchteweise diente dieses Geschäft nicht bloß dem Sammeln und dem Verkaufen seltener alter Bücher, sondern auch und vor allem der Verbreitung revolutionärer Schriften und der Beschaffung von Geldmitteln für den Freiheitskampf.

Ernsthafter Antiquar war er aber jedenfalls auch. Und so stöberte Voynich im Jahre 1912 in einem Jesuitenkolleg nahe Rom ein Manuskript auf, das fortan seinen Namen tragen sollte. Mithin das Voynich-Manuskript. Dieses Manuskript, dessen Entstehung Experten aufgrund der Beschaffenheit von Pergament und Tinte auf die Zeit um das Jahr 1500 datieren, ist eben rätselhaft. Denn niemand weiß, was eigentlich drinsteht. Der Bibliothekar der amerikanischen Yale-Universität weiß es auch nicht. Dorthin gelangte das Buch nach Voynichs Tod, der in den USA stattfand, denn 1914 war er nach New York gereist, um eine Filiale seines Antiquariats zu eröffnen, und dortselbst hängengeblieben.

Der jetzige Verbleib des Manuskripts ist also eindeutig, annähernd alles andere ist unklar. Wer hat es geschrieben? In welcher Sprache ist es abgefaßt? Wieso ist die Schrift, so regelmäßig und genormt sie auch erscheint, nicht zu entziffern? Worum handelt es sich überhaupt? Wer waren die Vorbesitzer? Zumindest ein Name eines möglichen früheren Besitzers wurde auf der ersten Seite identifiziert, der eines böhmischen Chemikers und Hofpharmazeuten, Anfang des 17ten Jahrhunderts. War er der Inhaber oder lediglich Sachverständiger, beauftragt vom eigentlichen Besitzer, der den Schinken auch schon nicht lesen Konnte? Und handelt es sich bei diesem um den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches höchstselbst? Die Spekulationen schießen ins Kraut, genährt durch einen Brief, der zusammen mit dem Manuskript aufgefunden wurde, aber ebenfalls nur Vermutungen und Andeutungen enthält.

Lediglich die reichhaltigen Illustrationen liefern Hinweise, geben ihrerseits jedoch Rätsel auf. Immerhin lassen sich anhand der Bilder Themengebiete erschließen, die eventuell im Codex behandelt werden: Kräuterkunde und Pharmazie, Anatomie und Heilkunde sowie Astronomie und Kosmologie.

Alles in allem also irgendwelcher alchemistischer Blödsinn. Oder aber knallharte Fakten auf dem neusten Stand der Wissenschaft, wie ihn halt die oberitalienischen Universalgelehrten der Frührenaissance vorfanden und geheimbündnerisch und kryptologisch verschlüsselten, damit auch ja niemand hinter ihre Geheimnisse käme, denn Wissen ist Macht.

Deutungsversuche gab es etliche, bisher war wohl jedoch noch keiner darunter, dem allgemein genügend Plausibilität zuerkannt wurde, um das Geheimnis für gelöst zu erklären. Eine These ist, daß Voynich sich das Manuskript selbst gefälscht habe; als Chemiker und Apotheker hätte er sicherlich sowohl die inhaltlichen Kenntnisse als auch die technischen Fähigkeiten besessen, dies zu tun, verbunden mit einem generellen Interesse an alten Büchern. Doch wozu?
Lego macht es sich da einfacher. Sie schreiben die Autorenschaft einer guten Fee zu, die im Set 5825 mit dem Buch arbeitet. Das ist bis jetzt die sinnvollste Erklärung.

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Kartongrößen.

6. März 2013

Der Titel ist recht unpoetisch. Bezugnehmend auf diesen Beitrag im Forum von 1000steine.de soll kurz angemerkt werden, daß Lego schon oft mit den Kartongrößen herumspielte. Zum Beispiel in den Jahren 1988 und 1989 mit dem Karton des Geheim-Quartiers 6066. In den USA hat es dieses Set wohl schon im Jahre 1987 gegeben, aber einen US-Karton besitze ich nicht. Überhaupt ist es purer Zufall, daß bei drei Erwerbungen des Sets, damals noch hauptsächlich der Teile und Figuren wegen, drei unterschiedlich dimensionierte Kartons im Lieferumfang enthalten waren. Einer der Kartons, nämlich der schmalste, kam sogar überraschend, denn der war im Auktionstext und auf dem Bild bei Ebay gar nicht erwähnt, ist also sozusagen Beifang.

Das schmalere Format des oberen Kartons halte ich für die Urversion. Denn dieses Format entspricht dem des Kartons von Set 6067, dem legendären Wach- und Gasthaus aus dem Jahre 1986. Allerdings ist der 6066-Karton etwas höher als der Wirtshaus-Karton. Für die entzerrtere Kartonversion darunter wurde ein anderes Foto des Modells verwendet, weil nun mehr Platz zur Verfügung stand bzw. gefüllt sein wollte. (Und nebenbei erfahren wir, daß das Set mal DM 37,98 gekostet hat. Ein merkwürdiger Schwellenpreis, der heute niemandem mehr einfallen würde.)

Die mittlere, hohe Version halte ich für das finale Kartonformat. Schlicht aufgrund der Erfahrung, daß Lego-Kartons tendenziell größer werden als kleiner. Der ©-Vermerk liefert für die zeitliche Abfolge der beiden breiten Kartons leider keinen Hinweis:

Auf dem Bild ist es kaum erkennbar; der schmale Karton (im Bild der breite ganz oben, weil er nämlich länger ist) ist „© 1988“, die breiteren Kartons darunter sind beide „© 1988, 1989“.

Was lernen wir daraus? Eigentlich nichts. Höchstens wird uns ein weiteres Mal vor Augen geführt, daß die mehrfache Anschaffung von Sets interessante Abarten und Versionen ins Haus bringt. Davon ausgehend, meine Käufe sind nur punktuelle Stichproben, ist überdies mit weiteren Versionen und Abarten zu rechnen, die mir halt nicht bekannt sind. Lego war ja immer sehr rührig und unstet, warum auch immer.


Sinnlose Fußballphrasen: Kontern im eigenen Stadion.

1. März 2013

Ja, warum denn auch nicht? Wenn die Spielsituation es doch nahelegt. Soll die Heimmannschaft eigens abwarten, bis sich die gegnerische Abwehr wieder formiert hat, bloß um nicht im eigenen Stadion zu kontern?