Auf die Ohren.

27. Februar 2019

Es ist ja nie zu spät für eine glückliche Kindheit. Irgendwer hat diesen Satz ungefährermaßen als Signatur im Forum von 1000steine.de, und er bezieht sich natürlich auf Lego. Nun, Lego hatte ich auch als Kind schon. Was ich hingegen nie hatte, waren die gängigen Unterhaltungselektronika; das begann schon beim schlichten Kassettenrekorder. Um Pumuckl- und 5-Freunde-Kassetten hören zu können, mußte ich mich des Gerätes bedienen, welches ein Freund sein eigen nannte. Bis ich 1988 oder so einen Walkman (von Sony) zu Weihnachten bekam. Mit einer einzelnen darin offenbar ab Werk inliegenden Musikkassette, die – wie ich später eruierte – Teile des Soundtracks von „Dirty Dancing“ sowie der Michael-Jackson-Alben „Thriller“ und „Bad“ enthielt. Meine Eltern schafften sich irgendwann zur Komplettierung des Haushalts einen Stereoturm an, auf dem ich dann die Klassik-LPs hören konnte, die entweder schon dawaren oder nach und nach angeschafft wurden. Als Kind sind einem (oder waren mir) die zeitlichen Abläufe irgendwie nicht so ganz klar, man kommt ja in die Welt, und die Welt ist schon da, und war es auch immer, während die Dauer des gemeinsamen Haushalts der Eltern aber durchaus die eigene Lebenszeit nur geringfügig übersteigt. Wie auch immer. Um schließlich CDs hören zu können, mußte ich mir vom Taschengeld ein CD-Radio anschaffen, bis später das CD-ROM-Laufwerk des Computers diesen Zweck erfüllte. Eine eigene Stereo-Anlage mit Radio, Tape-Deck, CD-Player und Plattenspieler besaß ich nie.

Bis heute eine Kundin frug: „Sagen Sie mal, wissen Sie nicht jemanden, der sowas gebrauchen kann?“, und auf die Stereoanlage in der Ecke deutete. „50 Euro.“ – „Yep, nehm‘ ich“, hörte ich mich sagen. Hand drauf, Geld abgehoben und nach Dienstschluß die Kiste abgeholt, Boxen inklusive.

Warum erzähle ich das alles? Weil sich seit geraumer Zeit bei mir Schallplatten angehäuft haben, die ich überhaupt nicht anhören konnte. Schön blöd eigentlich. Zumal ich nicht alles, was ich auf Platte habe, auch auf CD besitze. Jetzt kann ich mich also endlich durch meine eigene Plattensammlung hören:

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CD-Regal revisited: Pink Floyd (4)

23. Januar 2019

Seit Tagen höre ich mich auf Youtube durch Live-Mitschnitte von Pink-Floyd-Konzerten. Derer gibt es viele. Sehr viele. Und das ist ein erfreulicher Umstand, denn es muß echt ein Erlebnis gewesen sein, der Band in den frühen 70er Jahren bei der Ausübung ihres Berufs zu lauschen. Mehrerlei fiel mir im Zuge des Binge-Listenings auf: Erstens erscheinen viele von Alben bekannte Songs in der Live-Version viel lebendiger (harhar) und – ja, das ist persönliche Präferenz – besser als in der glattproduzierten Studio-Variante. Und das, wo doch gerade die bis ins Kleinste ausgefeilte Studioproduktion das vermeintliche Markenzeichen Pink Floyds gewesen sein soll. Als Live-Act jedenfalls haben sie angefangen, und als solcher vermögen sie absolut zu überzeugen; viele Songs wurden live zu virtuosen Jam-Sessions ausgeweitet. Zweitens gaben Pink Floyd in ihren Konzerten regelmäßig und wiederkehrend Kompositionen zu Gehör, die weder als Single noch auf Alben je veröffentlicht wurden. Bisweilen aber spielten sie auch schon Jahre vor der Veröffentlichung eines Stückes auf einem Album dessen Urversion auf der Bühne, und das durchaus im festen Repertoire. Drittens schließlich ging mir auf, daß Pink Floyd lange, lange überhaupt kein offizielles Live-Album veröffentlicht hatten; die Mitschnitte auf Youtube sind durch die Bank unlizenzierte Bootlegs. Dabei lagen Live-Alben doch in den 60er und 70er Jahren voll im Trend und wurden sogar legendär, wie etwa Deep Purple’s „Made in Japan“.

Aber was red‘ ich da! Natürlich gab es ein Live-Album von Pink Floyd, jedenfalls ein halbes. Und zwar die Live-Scheibe des Doppel-Albums „Ummagumma“.

Ummagumma

An diesem Album von 1969 scheiden sich die Geister. Die Live-Scheibe hörte ich schon als „das Beste, was Pink Floyd je gemacht hat“ bezeichnet werden, die Studio-Scheibe gehört zu dem, was mein Freund Claudius „unanhörbar“ nannte. Und in der Tat dürfte ich „Ummagumma“ mit am seltensten aufgelegt haben, die CD wäre also noch nahezu neuwertig – hätte ich sie nicht sowieso gebraucht gekauft. Aus Gründen. Zum einen ist ein Doppel-Album natürlich auch doppelt so teuer wie eine normale CD, und das wollte ich mir als armer Zivi oder noch ärmerer Student nicht leisten. Zum andern schreckte mich wohl auf dem Rücken der Hülle die Dichotomie in „Live Album“ und „Studio Album“ ab, denn auf Live-Alben stand ich seinerzeit ja so überhaupt nicht. Ob ich im Laden die Möglichkeit hatte, einen Blick auf die Titelliste zu werfen, weiß ich nicht mehr, denn in der mir nun vorliegenden Variante stecken zwei CD-Jewel-Cases in einer Papphülle ohne Beschriftung.

Aber auch die Titelliste des Studio-Albums hätte wohl nicht mein Vertrauen erweckt: „Sysyphus: 1 – Part One 2 – Part Two 3 – Part Three 4 – Part Four“ steht da zum Beispiel. Oder, aberwitzig: „Several Species of Small Furry Animals Gathered Together in a Cave and Grooving with a Pict“. Ich kaufte es also im Laden nicht. Erst später, aber noch vor der Jahrtausendwende, erbarmte ich mich des Albums, als es in einer Ramsch-CD-Kiste an der Bochumer Ruhr-Universität auftauchte. Freilich fehlte das oben abgebildete Poster, das ich erst vor einigen Jahren einzeln via Ebay kaufte. Es fehlt also jetzt jemand anderem, der sich günstigstenfalls mit dem Vorbesitzer meines Exemplars zusammentun sollte.

Das Cover der Live-CD ziert die Rückseite der ursprünglichen Doppel-Schallplatte, das Motiv ist ein frühes Beispiel für „Knolling“. Säuberlich aufgefächert präsentieren uns zwei Roadies das gesamte Tour-Equipment von Pink Floyd. Nicht uncool. Und natürlich ist auch der akustische Inhalt des Live-Albums cool, wenn auch bedauerlicherweise wenig umfangreich. Während ein Auftritt von Pink Floyd leicht über zwei Stunden dauerte, stehen auf einer LP kaum 50 Minuten zur Verfügung, so daß wir lediglich die Songs „Astronomy Dominé“ (ja, man spricht es „Dominee“ aus, nicht „Domein“), „Careful with that Axe, Eugene“, „Set the Controls for the Heart of the Sun“ und „A Saucerful of Secrets“ geboten bekommen. Sollte der Song „Embryo“ 1969 schon existiert haben, wurde die Gelegenheit verstreichen gelassen, ihn angemessen auf einem Album zu verewigen; dazu müssen wir also später kommen. „Careful with that Axe, Eugene“ war zuvor nur in der Studio-Version als B-Seite der Single „Point me at the Sky“ veröffentlicht worden, stellt insofern also das Highlight des Live-Albums dar. Drum sei das Stück hier mal verlinkt:

Der Song taucht immer wieder in den Live-Mitschnitten auf und fand auch Eingang ins Set für den Pompeji-Film.
Soweit also der Live-Anteil des Albums. Als Live-Doppel-LP mit entsprechend mehr Songs wäre das der Hammer gewesen. Aber wozu braucht man einen Hammer, wenn man eine Schraube locker hat? Denn der zweite Teil des Albums ist ja eben die Studio-Scheibe.

„File under POPULAR : Pop Groups“ steht als Sortierhinweis an die Plattenladenbesitzer auf der Rückseite der Platte. Aber mit Pop hat „Ummagumma“ wenig zu tun. Und zwar:
Nach den Erfolgen der ersten Singles und Langspielplatten, da Pink Floyd eine beliebte Konzertband war und sogar für Filmprojekte angefragt wurde, bekamen die Jungs Studiozeit geschenkt. Da, Mischpult, Mikros, Effektdingsbums, macht, was ihr wollt! Und statt jetzt einfach ein Album aufzunehmen, packte sie die Lust am Experimentieren. Jedes der vier Mitglieder sollte eine Hälfte einer Seite der Platte füllen, knapp 12 Minuten, und zwar solo. Also wirklich solo, alle Instrumente selbst spielen, bitteschön! Als David Gilmour Roger Waters bat, ihm wenigstens beim Texten zu helfen, wurde er brüsk abgewiesen; wahrscheinlich wurde hier das Fundement für die spätere Männerfeindschaft gelegt. Wie auch immer. Sollte ich bisher den Eindruck erweckt haben, „Ummagumma“ sei unhörbare Klangkacke, so war das Absicht. Aber so schlecht ist das alles gar nicht. Man darf halt bloß kein Pink-Floyd-Album erwarten, sondern mehrere angejazzte, experimentierfreudige Solo-Demos, aus denen bei der damals so gedeihlichen Zusammenarbeit der vier Musiker durchaus ein allgemein anerkannter Album-Klassiker hätte werden können.

Im Grunde kann man hier nicht ein exemplarisches Hörbeispiel verlinken, sondern muß auf alle vier Solodarbietungen einzeln eingehen. Richard Wright, seines Zeichens der Pianist der Band, konzentrierte sich folgerichtig auf sein Keyboard und schrieb Sisyphos falsch. Sein Werk „Sysyphus“ gliederte er in vier Teile, hier am Stück verlinkt:

Roger Waters, der Bassist, widmete seine halbe Hälfte nicht einem einzigen Projekt, sondern halbierte sie abermals und brachte zum einen den lyrischen Gitarrensong „Grantchester Meadows“ zu Gehör, der später sogar bisweilen von der Band live aufgeführt wurde, tutti.

Da das aber irgendwie zu normal war, legte er sicherheitshalber die schon erwähnten „Several Species of Small Furry Animals Gathered Together in a Cave and Grooving with a Pict“ nach. Da muß man schon was eingeworfen haben, um das entspannt genießen zu können. Interessant ist das Klanggebilde aber durchaus, wenngleich ich Waters‘ spoken words auch nicht ansatzweise verstehe.

David Gilmour mußte also selbständig texten, was er ja nicht gemußt hätte, hätte er auf Text verzichtet, was er aber nicht tat. Dafür ist sein „Narrow Way“, aufgeteilt in drei Teile, aber durchaus gefällig. Oder zu zaghaft, um als avantgardistisch durchgehen zu können.

Nick Mason schließlich ist der Schlagzeuger der Kapelle. Auf ein zwölfminütiges Drum-Solo verzichtete er vernünftigerweise. Weder brauchte er volle zwölf Minuten, noch beschränkte er sich aufs Schlagzeug, wenn es auch dominiert. Er nannte sein Segment „The Grand Vizier’s Garden Party“ und gliederte es in drei Teile: Entrance, Entertainment und Exit.

Nun ja. Als viertes Album nach Debüt und Folgealbum sowie einem Autorenfilm-Soundtrack dieses Experiment zu veröffentlichen, ist durchaus mutig und zeugt vielleicht vom Selbstbewußtsein Pink Floyds. Oder von der Unbekümmertheit. Oder vom Drogenkonsum. In Teilen ist das Studio-Album gar nicht so unanhörbar, aber in anderen Teilen halt doch, zumindest, wenn man sich mit schöner Musik berieseln lassen will. „Ummagumma“ soll übrigens ein regionales Slang-Wort fürs Poppen sein (Also doch Pop!), aber ob dieses Album dazu als Soundtrack taugt, muß offen bleiben.


21ster Dezember 2018.

21. Dezember 2018


Transzodiac.

23. November 2018

Folgendes Gespräch hatten wir kürzlich die Gelegenheit, aufzuzeichnen:

Herr X, Sie beschreiben sich selbst als transzodiac. Was verstehen Sie darunter?

X: Also erstmal vorweg: Ich bezeichne mich nicht als transzodiac, sondern ich bin transzodiac.

Bitte erläutern Sie kurz, was Sie darunter verstehen.

X: Kurz gesagt, ich identifiziere mich nicht mit dem Sternzeichen, unter dem ich geboren wurde.

Aha? Unter welchem Sternzeichen wurden Sie denn geboren?

X: Das möchte ich eigentlich nicht näher erörtern, denn dieses Leben habe ich hinter mir gelassen. Ich identifiziere mich als Libra.

Das ist das Sternzeichen Waage, richtig?

X: Richtig.

Sie wurden aber nicht unter dem Sternzeichen Waage geboren, wenn ich das richtig verstanden habe? Wie kann es denn sein, daß jemand unter einem – ich nenne es mal – falschen Sternzeichen geboren wird? Ist für die Zuordnung des Sternzeichens nicht der Zeitpunkt der Geburt ausschlaggebend?

X: Im Allgemeinen schon. Allerdings spielen da ganz verschiedene Faktoren eine Rolle. Ausgehend vom Zeitpunkt und dem Ort der Geburt haben die Konstellation der Gestirne im Tierkreis, der Aszendent, der Stand von Mond, Sonne und den Planeten, sowie die Position jeglicher anderer Himmelskörper Einfluß auf das eigentliche Sternzeichen des Neugeborenen.

Und all dies zusammengenommen ergibt für sie ein Sternzeichen, welches nicht mit ihrem offiziellen Sternzeichen übereinstimmt.

X: So kann man es sagen, ja.

Wie haben Sie festgestellt, daß Sie transzodiac sind?

X: Schon seit langem hatte ich den Eindruck, ein falsches Leben zu führen.

Damit dürften Sie keineswegs alleine dastehen. Wenn ich also diesbezüglich um einige Beispiele zur Veranschaulichung bitten dürfte…

X: Die Umstände meines Lebens stimmten auffällig oft nicht mit den Vorhersagen des Horoskops überein; geschäftliche Entwicklungen nahmen einen anderen Verlauf, Krankheiten stellten sich ohne Vorwarnung ein, und ähnliches. Und die Wahl meiner Lebenspartner gestaltete sich ungewöhnlich schwierig, obwohl ihre charakterlichen Merkmale gut zu meinem offiziellen Sternzeichen hätten passen sollen. Im Zuge dessen wurde mir bisweilen angedeutet, daß meine eigenen Wesenszüge in eklatantem Widerspruch stünden zu den Merkmalen, die gemäß dem mir zugewiesenen Sternzeichen erwartbar wären. Man selbst hat ja oft eine eingeschränkte Sicht auf sich selbst, also bedurfte es der Perspektive von außen, um mich auf diese Widersprüche aufmerksam zu machen. So wurde ich schließlich mißtrauisch und begann zu recherchieren. Sie können sich mein Erschrecken vorstellen, als ich schließlich erkannte, daß ich mein bisheriges Leben unter einem falschen Sternzeichen geführt hatte!

Ich versuche gerade, es mir vorzustellen, allerdings fällt es mir, offen gestanden, nicht leicht.

X: Wo liegen Ihre Schwierigkeiten?

Meine Schwierigkeit besteht vor allem darin, zu erkennen, wo das Sternzeichen tatsächlich einen Einfluß auf unser alltägliches Leben hat.

X: Aber das habe ich doch gerade versucht, Ihnen zu erläutern!

Sie meinen, das Horoskop stimmte nicht?

X: Zum Beispiel. Was meinen Sie, was das für eine Unsicherheit mit sich bringt. Nichts scheint so, wie es sein sollte. Alle Entscheidungen sind unwägbar. Das Verhältnis zu den Mitmenschen ist von der ständigen Furcht überschattet, falsche Einschätzungen vorgenommen zu haben. Und nicht zuletzt ist da der Zweifel an der eigenen Identität. Ein fürchterlicher Zustand, der mich direkt in die Depression trieb.

Weil Sie glaubten, ein, beispielsweise, Skorpion zu sein, aber eigentlich sind Sie Waage?

X: Na sicher! Und was meinen Sie, was ich für Schwierigkeiten beim Einwohnermeldeamt hatte.

Beim Einwohnermeldeamt?

X: Ja.

Was hat denn das Einwohnermeldeamt damit zu tun?

X: Na, ich sprach natürlich dort vor, um mein Geburtsdatum meinem Sternzeichen anzupassen!

Das geht?

X: Einfach ist es nicht. Die Schalterbeamtin wußte zunächst gar nicht, was ich von ihr wollte.

Das ist bei Behörden ja nicht grundsätzlich ungewöhnlich.

X: Ja, aber sie nahm mich sichtlich nicht ernst, lachte mir offen ins Gesicht. Es schien für Fälle wie meinen nicht einmal ein Formblatt zu geben! Da zeigt sich doch das Dilemma in nuce: Das Problem ins Lächerliche zu ziehen, ist Ausdruck der mangelnden Anerkennung, und mangelnde Anerkennung, ja Leugnung, ist der Kern der Diskriminierung. Und es ist strukturelle Diskriminierung, wie sich daran zeigt, daß die Behörden der Bundesrepublik Deutschland nicht auf Probleme wie meine vorbereitet sind und augenscheinlich nicht einmal ein Interesse daran haben, zur Lösung beizutragen.

Fühlen Sie sich verfolgt?

X: Na, wie würden Sie das denn wohl nennen?

Das kommt darauf an, unter welchen Repressionen Sie zu leiden haben.

X: Wollen Sie etwa den Status des Verfolgtseins von der Qualität und Intensität der Repressalien abhängig machen?

Nicht?

X: Ich bin Bürger der Bundesrepublik Deutschland. Das Grundgesetz sichert mir das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit zu. Gleichzeitig werde ich von Amtsträgern der Bundesrepublik an meiner Persönlichkeitsentfaltung gehindert, indem man mir die Änderung des Geburtsdatums verweigert. Was muß denn noch geschehen, um als diskriminiert zu gelten?

Das Verfahren ist also noch schwebend?

X: Ach, Verfahren. Es gibt kein Verfahren! Man hielt ja kein Formblatt vorrätig, um eine Änderung des Geburtsdatums zu beantragen, und ohne Formular geht ja mal gar nichts. Typisch deutsch, der Amtsschimmel wiehert! Ich sag’s ja: Strukturelle Diskriminierung in Vollendung, und das im einundzwanzigsten Jahrhundert! Man sollte meinen, daß wir solche Auswüchse staatlicher Willkür längst hinter uns gelassen hätten.

Ich habe gerade den Eindruck, daß Sie sich etwas zu sehr hineinsteigern…

X: Ach? Ich steigere mich also hinein, ja? Ich bin also auch noch selbst schuld, meinen Sie das? Ich habe schon gemerkt, daß Sie zu den Zweiflern zählen. Sie sind Teil des Systems! Menschen wie Sie sind es, die unsereinem das Leben zur Hölle machen! Menschen wie Sie sind es, die hinter unserem Rücken tuscheln und lachen und sich an unserer Qual weiden. Und nach vorne raus geben Sie sich jovial und interessiert und tun so, als stünden Sie auf der Seite der Unterdrückten. Widerlich, ganz ekelhaft! Mit Journalisten wie Ihnen ist es ja kein Wunder, daß die Demokratie in diesem Lande zum Teufel geht. Was sind Sie, Krebs?

Nö.

X: Wassermann?

Auch nicht.

X: Ach, lecken Sie mich doch am Arsch! [Dreht sich um, geht.]


CD-Regal revisited: Pink Floyd (3)

14. November 2018

Da ich nach „The Wall“ und „Dark Side of the Moon“ keinerlei Anhaltspunkte mehr hatte, griff ich beim nächsten Trip zum Plattenladen (Was in meinem Fall heißt: Geschäft, welches CDs führt.) wahllos ins Fach mit den Pink-Floyd-Scheiben. Es war also Zufall, daß ich das Debut-Album herauszog, zumal alle CDs im Fach unabhängig vom tatsächlichen Erscheinungsdatum der Alben ℗ 1994 waren, weil Pink Floyd zu jener Zeit ihren Katalog einem Re-Mastering unterwarfen. Nicht, daß ich damals gewußt hätte, was das bedeutet. Oder daß ich das heute so ganz genau wüßte. Jedenfalls erscheint es opportun, im folgenden chronologisch vorzugehen, denn die Reihenfolge meiner Anschaffungen ist im Mittelteil kaum mehr zu rekonstruieren.

Wie alles begann

Syd Barrett war in Cambridge ein Schulfreund von Roger Waters und spielte in seiner Freizeit mit David Gilmour Gitarre. Nach dem Abi, oder wie das in England auch heißen mag, zog es die Jungs nach London, wo Syd sich an der Kunsthochschule einschrieb und Roger Waters Architektur studierte. Dessen Kommilitonen waren unter anderem Nick Mason und Richard Wright, mit denen er in Bands unter wechselnden Namen spielte, ehe schließlich 1965 selbviert mit Syd Barrett die Band „The Pink Floyd Sound“ entstand. Der Name geht zurück auf Syds favorisierte Blues-Musiker Pink Anderson und Floyd Council, wiewohl ich meine obige Lego-Darstellung der Namensfindung auch plausibel finde, denn die Band spielte nach anfänglichen Blues- und Jazz-Interpretationen schließlich psychedelischen Rock, und das nicht ohne Drogeneinfluß. Durch intensive Live-Auftritte machte sich die Band in Londons Musikszene rasch einen Namen, und ab 1966 war sie die Hausband des UFO-Clubs. Mit „Arnold Layne“ und „See Emily Play“ wurden in März und Juni 1967 zwei erste Singles veröffentlicht, ehe im August das Debut-Album „The Piper at the Gates of Dawn“ in die Läden kam. Auf diesem Album sind die beiden Lieder der ersten Single und der A-Seiten-Titel der zweiten Single nicht enthalten; so war das früher. Zu den Singles kommen wir aber aus Gründen später. Übrigens war der „Sound“ inzwischen aus dem Band-Namen gestrichen worden, weil der Hörer ja nicht eigens darauf hingewiesen werden mußte, daß da was klang.

The Piper at the Gates of Dawn

Der Titel des Albums geht auf eine Kapitelüberschrift im Kinderbuch „Der Wind in den Weiden“ zurück, von dem sich Syd Barrett inspiriert sah. Er war schon bei den vorab veröffentlichten Singles der Hauptsongschreiber gewesen, und auch dieses Album trägt seine Handschrift sowohl hinsichtlich der Texte, die er schrieb und sang, als auch der Melodien, die er komponierte und als Gitarrist zu Gehör brachte. Zehn der elf Stücke sind nach damaligem, an den Beatles orientierten Geschmack eher kurze, zwischen 2:11 und 4:26 Minuten lange Popsongs, doch mit „Interstellar Overdrive“ eröffnet ein fast 10-minütiges Instrumentalstück die B-Seite. Da auch die A-Seite mit einem weltraumthematischen Stück, „Astronomy Domine“, beginnt und der sphärisch-psychedelische Klang auch durch die Songs „Lucifer Sam“ und „Pow R. Toc H.“ wabert, kann das Abum als prominentes Beispiel für das Subgenre Space Rock gelten. Gleichzeitig wartet „Pow R. Toc H.“ aber auch mit einem Jazz-artigen Klavierpart und hiphop-mäßigen Stimmeffekten, dargeboten von Syd Barrett, auf. Wenn das nicht progressiv ist! Da weiß ich gar nicht, was ich als Hörbeispiel einbinden soll.
Versuchen wir’s mal mit „Lucifer Sam“, das auch einem Tarantino-Soundtrack gut zu Gehör stehen würde:

Nach „Dark Side of the Moon“ und „The Wall“ bemerkte ich damals, ca. 1998, durchaus, daß dieses Album anders klang. Anders, aber auch gut; ich war ja unvoreingenommen und Neuem gegenüber offen. Den Begriff „Psychedelic Rock“ kannte ich da noch gar nicht, und dennoch war mein Interesse geweckt.

The Pink Floyd, wie sich ja damals nannten, machten unterdessen weiter Musik und legten noch im selben Jahr, immer noch 1967, eine weitere Single nach, welche die Songs „Apples and Oranges“ als A- und „Paint Box“ als B-Seite enthielt, aber kommerziell weniger erfolgreich war als die vorherigen Scheiben. Im April 1968 folgte als Überbrückung bis zur Veröffentlichung des zweiten Albums eine weitere Single, weil es die Gesetze des Schallplattenmarktes in den 60er Jahren so wollten. „It Would Be So Nice“ mit der B-Seite „Julia Dream“ kam ohne die Mitwirkung von Syd Barrett zustande, stattdessen ist David Gilmour zu hören. Wie konnte das sein?
Wie oben beiläufig erwähnt, spielten Drogen eine Rolle, und Syd experimentierte gerne damit. Offenbar vertrug er psychoaktive Substanzen aber weniger gut als seine Bandkollegen, die auch keine Kinder von Traurigkeit gewesen sein dürften. Er veränderte sich, wurde lethargisch, unzuverlässig. Auf der Bühne war er bisweilen ein Totalausfall, stand nur herum, spielte seine Gitarre nicht, sang irgendwas oder gar nichts. Daher wurde Syds Freund David Gilmour, den Roger Waters ja auch kannte, gebeten, bei Konzerten als zweiter Gitarrist zur Unterstützung Syds mitzuspielen, was dazu führte, daß David mit zunehmender Abwesenheit des etatmäßigen Bandleaders bald zum ersten und alleinigen Gitarristen wurde und auch die Gesangsparts von Barrett übernahm. Irgendwann traten Pink Floyd dann ganz ohne Syd auf, benachrichtigten ihn nicht einmal mehr über Auftrittstermine. An den Arbeiten zum zweiten Longplayer nahm er aber noch teil, so daß Pink Floyd für kurze Zeit eine fünfköpfige Combo war.

A Saucerful of Secrets

Auch auf diesem Album vom April 1968 sind die vorab veröffentlichten Singles nicht enthalten. Bedingt durch die psychischen Probleme des vormaligen Hauptsongschreibers wird „A Soucerful of Secrets“ nicht von diesem dominiert, vielmehr befindet sich nur ein Stück Barretts auf dem Album. Mindestens zwei Songs aus seiner Feder wurden zwar aufgenommen, blieben aber bis heute unveröffentlicht im Giftschrank der Band, weil sie die anderen Mitglieder für die Öffentlichkeit unzumutbar deuchten.
So traurig der Zusammenbruch Syds auch war, den anderen eröffnete er die Gelegenheit, ihr eigenes kreatives Potential zur Geltung zu bringen. Neben Syd konnte so vor allem Roger Waters mit vier, aber auch Rick Wright mit drei Nennungen Writing-Credits ergattern. Das fast zwölf Minuten lange Titelstück, von Experimentierfreude geprägt, trägt gar die Namen von allen vier Mitgliedern, wobei David Gilmour das vierte ist, denn Syd Barrett war da schon offiziell aus der Band entlassen.
So kann es nicht wundernehmen, daß die Gesamttonlage des Albums weniger poppig ist als auf dem Vorgänger. Dem psychedelischen Space-Sound blieb die Band aber treu, namentlich bei den Songs „Let there be More Light“ und „Set the Controls for the Heart of the Sun“, welches hier als Höreindruck dienen soll:

Daß man sich gezwungen sah, Syd Barrett aus der Band zu feuern, ging den verbliebenen Mitgliedern und dem ihn ersetzenden David Gilmour lange nach, denn immerhin war Syd nicht nur der kreative Kopf der Gruppe, sondern ein Freund und ein netter Kerl. Aber abgesehen davon, daß eine gedeihliche Arbeit mit ihm schlicht nicht mehr möglich war, waren weder die Jungs in der Lage, mit der Situation angemessen umzugehen, noch stand professionelle psychologische und psychiatrische Unterstützung zur Verfügung. Und so hing das Schicksal Syd Barretts fürderhin wie eine Nemesis über dem weiteren Schaffen von Pink Floyd. Die Band kompensierte ihr schlechtes Gewissen unterdessen mit Auftritten und Aufnahmen; schon im Dezember 1968 folgte die nächste Album-unabhängige Single „Point Me at the Sky“ mit der B-Seite „Careful with that Axe, Eugene“. Aber zu den Singles kommen wir, wie gesagt, später. Zum Teil sehr viel später.

„Music from the Film More“ und „Zabriskie Point“.

Im Jahre 1969 waren The Pink Floyd nicht mehr nur in der Londoner Clubszene ein Begriff, sondern durchaus weltweit bekannt, wenngleich sie auch noch keine Superstars waren. Dieser Status brachte es mit sich, daß sie einerseits interessant geworden waren für Filmproduzenten, gleichzeitig aber auch noch nicht reich genug, um Auftragsarbeiten abzulehnen. Im Jahre 1969 wurden sie daher von Barbet Schroeder (ein Männername!) beauftragt, die Musik für sein Regiedebüt „More“ zu schreiben, einem Drogendrama vor dem Hintergrund der Hippie-Bewegung. Dreizehn der im Film verwendeten Stücke wurden als Soundtrack-Album veröffentlicht, durch die bauartbedingte Höchstspieldauer einer Langspielplatte mußten weitere Songs unter den Tisch fallen; diese wurden erst 2017 im Rahmen einer Gesamtretrospektive veröffentlicht, liegen mir aber nicht vor. Dafür liegt mir zusätzlich zur CD auch eine LP-Version vor, die im Unterschied zur CD „Soundtrack from the Film More“ heißt.

Zunächst war ich seinerzeit, immer noch Ende der 90er, von diesem Album enttäuscht, da ich inzwischen anderes von Pink Floyd gewohnt war. Ihrer Bestimmung als Soundtrack gemäß enthält die Platte vermehrt kürzere Instrumentalstücke, die ohne störenden Gesang Szenen im Film musikalisch untermalen. Anders als bei einem normalen Album geht es auch nicht darum, die Grundstimmung des Albums aufrechtzuerhalten und durchzuziehen, sondern die Musik reagiert auf die situationsbedingt wechselnden Stimmungen im Film. Daher bietet „More“ zum einen lyrische Passagen wie „Cirrus Minor“ und „Cymbaline“ zum andern aber auch rockige Stücke wie „Ibiza Bar“ oder „The Nile Song“, welcher geradezu als Hardrock-Song zu bezeichnen ist. Bei nochmaligem Anhören und eingedenk ihrer Funktion vermag die Scheibe durchaus zu gefallen. Zur Abwechslung sei daher mal der „Nile Song“ zu Gehör gebracht:

Auch Michelangelo Antonioni („Blow Up“) sicherte sich die Dienste Pink Floyds für den Soundtrack zu seinem Film „Zabriskie Point“. Allerdings sollte PF hier nicht in Eigenregie den kompletten Score füllen, sondern mußte sich den Platz unter anderem mit The Greatful Dead teilen. Auf der Sondtrack-LP sind drei Songs von Pink Floyd enthalten, von denen einer eine modifizierte Neueinspielung von „Careful with that Axe, Eugene“ ist.

Als CD besitze ich diesen Soundtrack gar nicht, da ich aus dem Umstand, daß es sich um eine Kompilation mit mehreren Bands handelt, irgendwie nie eine erhöhte Mußichhabenhaftigkeit abgeleitet habe. Die LP hätte ich auch nicht, wäre sie mir nicht beiläufig im Gebraucht-CD-Laden (mit Platten-Keller) in die Hände gefallen; da ließ ich sie natürlich nicht stehen. Vielleicht sollte ich doch mal die Augen offenhalten. Als Höreindruck bis dahin erstmal „Crumbling Land“:

Bereits zuvor hatte Pink Floyd Musik zu Soundtracks beigesteuert. 1968 eine Live-Aufnahme von „Interstellar Overdrive“ für „San Francisco“, und ebenfalls 1968 eigens geschriebene Musik für den Film „The Committee“. Aber das kennt ja alles niemand. Nein, ich auch nicht. Ich hab’s auch gerade erst im Zuge meiner Recherchen gelesen.


CD-Regal revisited: Pink Floyd (2)

5. Oktober 2018

Mein erster Eindruck von Pink Floyds Musik war dermaßen günstig, daß ich sehr bald der CD-Abteilung von Saturn einen weiteren Besuch abstattete, um Nachschub zu besorgen. Nach wie vor war mein Wissen um die Band begrenzt, hatte ich doch zu jenem Zeitpunkt noch keinen Zugang zum Internet. Jedoch lief damals eine Fernsehserie mit Dirk Bach, „Lukas“, die ich selten schaute, weil ich generell selten fernsehe. Bin kurzsichtig. Mindestens eine Folge sah ich allerdings, und ausgerechnet da legte Dirk Bach alias Lukas das Album „Dark Side of the Moon“ auf, weil dies seinen Angaben zufolge das perfekte Kiffer-Album sei. Nun war ich zwar nie Kiffer (Ernsthaft. Nie.), aber durch diese Lukas-Episode kannte ich nun ein zweites Album von Pink Floyd, und genau das erwarb ich dann bei nächster Gelegenheit.

Dark Side of the Moon.

So steht es auf dem Rücken der CD, auf dem Titelbild fehlt jeglicher Schriftzug. Es zeigt einzig vor schwarzem Hintergrund einen Lichtstrahl, der durch ein Prisma in die Farben des Regenbogens gespalten wird. Dieses Cover ist eine Ikone der Cover-Kunst, und das Motiv begegnet einem in der ursprünglichen oder abgewandelten Form all überall in der wirklichen und virtuellen Welt, vornehmlich auf T-Shirts, getragen von Menschen, denen man nicht unbedingt angesehen hätte, daß sie auf Pink Floyd stehen. Aber so ungewöhnlich ist das gar nicht, gehört die Platte doch zu den erfolgreichsten und meistverkauften der vergangenen 50 Jahre; selbst Homer Simpson nannte ein Exemplar des Albums sein eigen. Angeblich kamen die hohen Verkaufszahlen allerdings dadurch zustande, daß audiophile Zeitgenossen dieses perfekt produzierte Werk dazu benutzten, ihre Plattenspieler zu justieren, und gegebenenfalls ein Ersatzexemplar beschafften, um stets makellosen Klang garantieren zu können. Ich hingegen legte stumpf die CD in mein schon erwähntes CD-Radio und scherte mich nicht um bestmöglichen Klang.

Es beginnt mit Herzschlag und anderen Soundeffekten und Gesprächsschnippseln, welche ins erste Lied „Breathe“ übergehen, welches in ein Instrumentalstück übergeht, welches ins nächste Lied übergeht, und das hatte ich schon mal gehört. Das hat jeder schon mal gehört! Wannimmer in einem Fernseh- oder Radiobeitrag ein Bezug zum Verlauf der Zeit hervorgehoben werden soll, erklingt entweder das Weckerklingel-Intro des Songs „Time“, oder im Hintergrund läuft der Gesangspart. Das Ende des Tracks von „Time“ ist als eigenes Lied ausgewiesen, „Breathe Reprise“, und geht schließlich über ins nächste Stück „The Great Gig in the Sky“, welches wiederum ein Instrumental ist, sofern man die ekstatische Stimme von Clare Torry als Instrument begreift.
Daß nach dem Verklingen der letzten Töne von „The Great Gig in the Sky“ früher mal die Schallplatte umgedreht werden mußte, merkt man daran, daß der Track nicht nahtlos ins nächste Lied übergeht. Und auch dieses Lied hatte ich schon mal gehört, weil jeder das schon mal gehört hat. Wannimmer in einem Fernseh- oder Radiobeitrag übers große Geld gesprochen wird und mal nicht auf ABBA zurückgegriffen werden soll, erklingt das Registrierkassen-Intro von „Money“. Selbst wenn DSOTM nicht bis heute ein Verkaufsschlager wäre, könnten die Bandmitglieder wahrscheinlich gut von den Tantiemen leben, die ihnen allein aus der Nutzung von „Money“ zufließen. Nachfolgend gehen die Songs wiederum ineinander über. Es folgen „Us and Them“, das Instrumentalstück „Any Colour You Like“, „Brain Damage“, welches sozusagen der Titeltrack des Albums ist, da er die Worte „dark side of the moon“ enthält, und es endet mit „Eclipse“, das wiederum mit Herzklopfen endet, womit das Album wieder am Beginn angelangt wäre.
Da die Single-Auskopplungen „Time“ und „Money“ eh allseits bekannt sein dürften, sei an dieser Stelle mal „Us and Them“ verlinkt. Dick Parry ist hier als Ergänzung zur Band am Saxophon zu hören:

Ob das alles ein passender Soundtrack zum Kiffen ist, vermag ich nicht zu beurteilen; ich kann das auch bei klarem Kopf schönfinden. Auch bei dieser Platte handelt es sich um ein Konzeptalbum, wenn auch vielleicht nicht so augen- oder ohrenfällig wie bei „The Wall“. Beschrieben wird das Leben eines Menschen, der durch verschiedene Aspekte der modernen Welt in Mitleidenschaft gezogen wird, bis es eben zum „Brain Damage“ kommt. Der Herzschlag, der an Beginn und Ende zu hören ist und sich symbolisch durch das ganze Album zieht, wird in der aufklappbaren Plattenhülle durch den grünen Streifen des Regenbogens als Oszillogramm dargestellt:

1973 ist der Titel der Scheibe übrigens noch „The Dark Side of the Moon“ (Hervorhebung von mir), und das Prisma ist nicht massiv ausgefüllt:

Außerdem lagen der Schallplatte zwei Poster bei, deren eines die Pyramiden von Gizeh in blauer Nacht zeigt, was ich oben als Lego-Illustration nachzuempfinden versuchte. (Bei der Gelegenheit merkte ich, daß mein Vorrat an blauen 2×4-Steinen begrenzt ist und die vorhandenen zum Teil starke Vergilbung aufweisen, aber das nur am Rande.) Nach Anhören dieses Albums war mir jedenfalls umgehend klar, daß das nicht mein letztes Album von Pink Floyd gewesen sein konnte.