Auto-Transporter 7839.

23. Dezember 2016

Irgendwie hat sich bei mir die Tradition eingeschlichen, gegen Jahresende alte Lego-Eisenbahnsets anzuschaffen. Als ich im Juli 2013 Barbaras Rangierlok 7760 übernahm, weil sie halt so niedlich ist, dachte ich noch, die paar Schienen-Zukäufe, mit denen ich dem Lökchen eine angemessene Bahn baute, wären das Äußerste. Ich irrte. Nach und nach holte ich so allerhand Material von den grauen Seiten der 80er-Jahre-Kataloge ran, nun also diesen „Auto-Verlade-Bahnhof mit Spezial-Flachwaggon, Auffahrrampe, Pkw, Fahrer und Lademeister“, wie der 1986er Katalog sich etwas ausführlicher gibt als der Kartonschriftzug. Und mit gelindem Erschrecken wurde mir soeben bewußt, daß meine Sammlung damit auch schon alles an Eisenbahn-Gebäuden umfaßt, was das Programm zu bieten hatte, mal abgesehen von den Bahnsteigen bei den Zugsets.

Die Firma Lego residiert in Billund, Billund liegt in Jütland, Jütland hat unter anderem eine Nordseeküste, südlich der dänischen Nordseeinsel Rømø befindet sich Sylt, und Sylt wird legendärerweise über den Hindenburgdamm per Autoreisezügen mit Benzinkaleschen versorgt, damit die Prominenten nicht auf den Porsche in der Einfahrt ihres Friesenhäuschens verzichten müssen. Gab es also für Lego Naheliegenderes, als einen Auto-Verladebahnhof ins Programm zu nehmen? Keineswegs. Das Set 7839 bietet unbestreitbar Spielwert, es hat jedoch auch seine Tücken.

Beobachten wir also einen Sylturlauber bei der Verladung seines Porsches (abstrahierte Darstellung). Der Lademeister bemerkt das Fahrzeug die Rampe herauffahren und begibt sich verschmitzt lächelnd in seine Steuerzentrale.

Hier muß der Sommerfrischler die erste Hürde überspringen: Der Ticketautomat ist für Minifigarme weit entfernt. Aber die Schranke muß zuvörderst sich öffnen, ohne dem kann die Reise nicht losgehen. (Ja, dieses Set ist ein Gebrauchtkauf, aber die hintere Schiene wirkt auf dieser Photographie weitaus vergilbter, als sie ist, was ich den winterlichen Lichtverhältnissen zuschreibe.)

Der Schrankenbaum ist in SNOT-Bauweise¹ an einen 2er Drehteller gebaut und hier in der Tat vergilbt. Da er sich schließlich öffnet, kann das Auto auf die Ladeplattform gefahren werden. Diese ist verschiebbar in 12 graue Schiebetorschienen eingehängt, was viel klingt, aber nur den zweiten Platz hinter der Containerbrücke 7823 bedeutet, wo derer 18 verbaut sind. Schön ist auch die gelb markierte Sicherheitszone, eine Intarsienarbeit in ABS².

¹) Studs Not On Top, also Noppen irgendwie, bloß nicht oben.
²) Acrylnitril-Butadien-Styrol, der Stoff, aus dem die Träume sind.

Die Mechanik hinter dieser Ladeplattform ist denkbar einfach. Man schiebe die Plattform dem Waggon entgegen. Die korrekte Stellung kann mithilfe dieser beiden Pfeilkippschalter sichergestellt werden.

Auf diese Weise läßt sich spielend der 2 Noppen breite Spalt zwischen der Ladekante und dem Wagon überwinden. Jedoch…

Das nächste Hindernis präsentiert sich dem Automobilisten. Denn nun ist die Ladekante zwar nah dran am Waggon, das Auto aber damit noch lange nicht drauf. Ob kräftiges Schieben hilft? Im Regelverkehr wird das diensthabende Kind seine magische Hand eingesetzt haben, aber unsere Minifig hat da ihren Stolz.

Das wäre doch gelacht! So ein Legoland-Standard-Auto muß sich doch rückwärts einparken lassen. Vorwärts geht jedenfalls gar nichts, wie ich als innenstadterprobter Berufskraftfahrer versichern kann. Aber auch für komfortables Rückwärtseinparken müßte mehr Platz auf der Rampe zur Verfügung stehen. Und dann sind da ja noch die Haltemulden auf dem Waggon selbst. Diese erfordern einen sehr sorgfältigen Umgang mit den Pedalen, wenn im Zuge des Einparkens ein Rad in die falsche Mulde gerät. So oder so ist es nicht einfach.

Eigentlich wäre das ein Job für den announcierten Lademeister. Der jedoch ist vollauf damit beschäftigt, in seinem Häusken die Grundlegenden Funktionen dieser Laderampe zu bedienen. Das Kabuff ist übrigens merkwürdig. Grundsätzlich paßt es in seiner roten Grundfarbe mit weißen Fensterrahmen in den Stil anderer Eisenbahn-Gebäude dieser Zeit, als da wären der Bahnhof 7824 und die Bahnübergänge 7835 und 7866. Doch stellen sich Fragen bezüglich der Gestaltung. Wieso weist die Beobachtungsstation geneigte Frontscheiben auf, wenn doch der Blick durch die davor angeordnete Galerie behindert ist? Wieso ist der gelbe Stuhl nicht drehbar, wo sich doch im Rücken des Maschinisten Bedienpulte befinden? (Diese Frage läßt sich freilich durch das zu geringe Platzangebot im Innern beantworten, was den Arbeitsplatz jedoch nicht ergonomischer macht.) Zuletzt möchte ich aus ästhetischen Gesichtspunkten auch die Höhe des roten Horizontalelements über dem Fenstersturz in Frage stellen. Die Höhe des Balkens ergibt sich durch eine Steinhöhe mit Fliesenauflage, um das Dach abhebbar zu machen, doch wird das Kabäusken dadurch kopflastig, da der obere rote Streifen nicht gut mit der Höhe der roten Galerie im unteren Bereich harmoniert. Es ist dieser Maschinenstand eindeutig ein Zweckbau ohne den Anspruch, schön sein zu müssen. Insgesamt mutet dieser Verladebahnhof in seiner Gesamtheit wie eine Flußfähre an.

Unterdessen hat es unserer wackerer Autofahrer doch noch geschafft, seinen fahrbaren Untersatz auf dem fahrbaren Untersatz der Bahngesellschaft zu positionieren. Hocherhobenen Hauptes kann er also die Plattform verlassen (like a boss!) und seinen wohlverdienten Urlaub antreten.


Lego-Marktforschungsumfrage.

3. Dezember 2016

Na gut, dann will ich mal nicht so sein. Francesca aus Gießen bat mich, in meinem Blog den Link zu einer Umfrage zu veröffentlichen, die sie und ihr Team im Rahmen ihres Studiums und in Zusammenarbeit mit Lego erarbeitet habe. Sexist, der ich offenbar bin, machte ich dies vom hübschen Vornamen der Antragstellerin abhängig, also sei es!

Naturgemäß distanziere ich mich von allem, was mit dem folgenden Hyperlink verknüpft ist, insbesondere mache ich mir keinerlei dort zum Ausdruck gebrachte Meinung zu eigen und hafte für keinerlei Schäden, die irgendjemandem durch Anklicken des Links an Leib, Leben, Seele oder technischer Ausrüstung entstehen sollten. Das Anklicken des Links und der Umgang mit den dort hinterlegten Informationen und Fragen erfolgt auf jedermanns eigene Verantwortung.

https://www.umfrageonline.com/s/research


Ninjago.

28. November 2016

Zu Ninjago habe ich grundsätzlich ein gespaltenes Verhältnis. Einerseits gefällt mir der historisch-asiatische Anteil an dieser Lego-Serie. Das betrifft natürlich vor allem die Ninja-Figuren, aber auch viele Gebäude-Modelle. Ich habe auch nichts gegen den Anhauch von Fantasy, der sich in Drachen, Schlangen, Geistern und den offenbar unvermeidlichen Skeletten äußert. Andererseits finde ich den Roboter-Schrägstrich-Cyber-Anteil am Ninjago-Universum deutlich verzichtbar. Dieselbe Masche fährt Lego ja auch bei der aktuellen Nexo-Knights-Serie, weil es sich bei Ninjago offenbar bewährt hat. Seit 2011 gibt es Ninjago, also ist dieses Spielthema für Kinder, die jetzt ins Lego-Alter kommen, immer schon dagewesen, ist eine Selbstverständlichkeit. Kinder verfügen aufgrund geringen Lebensalters nicht über ausreichend Kontrasterfahrungen, um die jeweils derzeitigen Gegebenheiten mit alternativen Gegebenheiten vergleichen zu können. Also ist es Kindern nicht so bewußt, daß man auch ohne Roboter-Ritter-Mischmasch Abenteuer spielen kann. Aber egal.

Ich sammle jedenfalls die Ninjago-Figuren, und bis letztes Jahr hatte ich auch alle. Und mit „alle“ meine ich: Jede Figur mindestens einmal in der jeweils reichhaltigsten Ausstattungsvariante. Und mit „Figur“ meine ich: Alle entscheidenden Körperteile mit jeweils signifikanter Bedruckung. Wenn also eine Figur in einem Set mit Schulterpanzer enthalten ist und in einem anderen ohne Schulterpanzer, dann bevorzuge ich die Variante mit Panzer und ignoriere die Variante ohne, denn diese ist ja in jener quasi enthalten.

Auf der diesjährigen Lego-Fanwelt in Köln verteilte Lego gratis ein Poster, auf dem augenscheinlich viele Ninjago-Figuren abgebildet waren, der Vermutung nach: alle. Der Druckvermerk sagt ©2015, und bei welcher Gelegenheit das Poster zuvor mal erhältlich gewesen sein mag, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich bin halt doch nicht mehr 10 Jahre alt und verfolge akribisch alle Neuigkeiten zu so einer Lego-Serie; solcherlei mache ich nur bei Nexo Knights *hust*. Jedenfalls dachte ich: „Cool, endlich mal eine ofizielle Übersicht!“ und nahm so ein Poster mit.

Aber ist natürlich nicht so. Da das Poster von 2015 ist, sind die diesjährigen Figuren sowieso schon nicht darauf zu finden, und auch die Figuren der zweiten Jahreshälfte 2015 sind nicht berücksichtigt. Überdies ist das Poster gar nicht als letztgültige Figurenübersicht gedacht, sondern es handelt sich um ein Wimmelbild mit Suchauftrag, wie die Lupe in der rechten unteren Bildecke suggeriert: Finde Kai – so heißt der rote Ninja – in seinem Dschungel-Outfit! Okay, gefunden. Aber da ich ja nun mal eine Kiste mit Ninjago-Figuren habe, mußte ich dennoch den Test machen.

Ich legte also alle Figuren auf ihr entsprechendes Konterfei. Skypiraten und Geister mußten leider draußenbleiben, aber alle anderen Figuren erwartete ich, auf dem Poster zu finden. Aber ist natürlich nicht so.

Etliche Figuren sind doppelt und mehrfach abgebildet, bisweilen mit unterschiedlicher Bewaffnung, oft aber wurde lediglich dasselbe Bildchen mehrfach eingefügt. Dafür fehlen all die Figuren, die auf meinem Bild am Rand liegen, also annähernd die Hälfte. Daß die amerikanischen Sondertütchenfiguren „NRG“ nicht gezeigt sind, ist ja noch geradezu „gnädig“ zu nennen, insofern den europäischen Kindern also nichts vorgehalten wird, wonach sie sich vergeblich sehnen müßten. Aber ein ganzer Schlangenstamm – einfach vernachlässigt. Die ersten Outfits mit Drachenstickerei – einzig repräsentiert durch Zane. Dafür laufen x-mal dieselben Stone-Army-Männchen und Schlangenkultkrieger durchs Bild. Na gut, ich sehe ein: Es ist ein Wimmelbild, bei dem mit Verwirrtaktiken gearbeitet wird. Dennoch ist das sehr enttäuschend. Kann Lego denn nicht ein Mal etwas so machen, wie ich das will?!


Legoland Raumfahrt: Die gelben Gefährten.

8. Oktober 2016

Legoland Raumfahrt, im Rückblick und beeinflußt durch die englischen Diskussionen im Use- und Lugnet „Classic Space“ geheißen, eroberte die unendlichen Weiten des Weltraums im Jahre MMDCCXXXI nach Gründung der Stadt Rom – und das ohne den Einsatz irgendwelcher Legionen. Der Fokus lag auf Wissenschaft und Forschung, die Firma Lego gab keine Rahmenhandlung vor, in welcher gegen böse Aliens hätte gekämpft werden müssen, sondern die Astronauten und Wissenschaftler arbeiteten Hand in Hand für die gute Sache, nicht gegen irgendwas. Aber ja, natürlich haben die kleinen Jungs auch damals schon mit den Raumschiffen gekämpft, denn mindestens das Vorkommen von roten und weißen Raumfahrern bot die Möglichkeit, diese als Antagonisten gegeneinander antreten zu lassen.
Dann kam das Jahr 1982 nach anderer Zeitrechnung, und die roten und weißen Astronauten hatten eine unheimliche Begegnung mit der dritten Art: „Die sind ja nackt!“ Doch auch die gelben Raumfahrer waren nur friedliche Wissenschaftler.

Die Wissenschaft hat festgestellt, daß der Mensch nicht nur ein Gewohnheitstier ist, sondern auch gewisse Verhaltensweisen zeigt, die ihm im Laufe der Entwicklungsgeschichte geholfen haben, die Ausrottung zu verhindern. Oder hinauszuzögern, wer weiß. Hurra! wir leben noch. Wir erkennen Muster. Durch diese Muster können wir Dinge, Lebewesen und Situationen kategorisieren und einordnen in gefährlich, ungefährlich, eßbar, giftig, freundlich, feindlich und so weiter. Es sind dank der Mustererkennung keine komplizierten Denkprozesse mehr nötig, um blitzschnell angemessen zu reagieren. So war es jedenfalls im Laufe der Evolution. Dummerweise funktioniert diese Mustererkennung auch dann, wenn sie entweder unnötig ist, oder wenn die instinktive Zuordnung von „gut“ oder „schlecht“ gar nicht mehr reale Gefahren abbildet. Letzteres ist bei der gedankenlosen Pegida-Bewegung und all ihren Derivaten zu erkennen, ersteres erstreckt sich zum Beispiel auf so lebensunwichtige Dinge wie haha! Lego. Denn ich erkenne Muster. Lego hat ja gerade bei Classic Space schon frühzeitig auf Farbschemata gesetzt. Die ersten Raumschiffe waren grau-blau-gelbtransparent gefärbt, in den USA gab es schon früh eine Nebenlinie, die auf ein grau-grüntransparentes Farbschema setzte, welches später auch international verwendet wurde, aber dazu vielleicht ein andermal mehr. Jedenfalls erkenne ich bei den ersten kleinen Sets mit gelben Raumfahrern auch ein Muster: grau-schwarz mit eben einer gelben Figur. Mir ist bewußt, daß das eine völlig willkürliche Einteilung ist, zumal gelbe Astronauten auch in ganz anders befarbmusterten Sets vorkommen. Aber egal, das ist ja hier mein Blog. Also werfen wir einen Blick auf meine Versuchsreihe:

Vorne steht als kleinstbenummertes Set 6802 „Space Probe“. Das gab es 1986 nur in Nordamerika, und wer sich den deutschen Namen „Mobile Mikro-Sonde“ ausgedacht hat, der im Sammler-Katalog verzeichnet ist, möchte ich mal wissen! (Ich weiß es.) Da das Set nicht im deutschen Katalog stand, ist leider auch kein Name für den kleinen Roboter überliefert.



So klein das Modell auch sein mag, so bietet es doch Spielwert, da Interaktionen zwischen Figur und Roboter möglich sind und die Rakete auf ihrer Abschußvorrichtung ein bewegliches Element darstellt.

Weniger Spielwert hatte das unbenamste Set 6807, welches ebenfalls nicht im deutschen Katalog stand, aber immerhin in Europa im Rahmen des Kombisets 1999 erhältlich war. Das Jahr ist 1985.

Mit dem Set 6823 folgt endlich ein Modell, über das wir auch im deutschen Katalog lesen können. Und zwar im Jahre 1983: „Geo-Traktor für Mineralienforschung, Geologe und Raumsauger“.


Der Raumsauger ist also wohl das ominöse Gerät, mit dem der Geologe den Boden abtastet. Für mich war dieses Werkzeug immer das Legoland-Raumfahrt-Accessoire, und als Kind besaß ich nie eins.

Als nächstes in der Reihe haben wir 6826, über das der Katalog von 1985 zu sagen weiß: „System-Controller für Druckgas und Ingenieur.“


Der Renner ist grotesk tiefergelegt, was in verkehrsberuhigten Zonen und auf kraterübersäten Planetenoberflächen zu unschönen Havarien führen kann. Aber das ficht unseren Ingenieur nicht an, da er mit seinem Sessel einfach entschweben kann.

Geologie scheint der Hauptschwerpunkt der gelben Astronauten zu sein. Im Jahre 1985 ist 6847 dafür bereiftes Zeugnis: „Geobil mit Saugrohren und Sammelbehälter für Gesteinsbrocken und Geologe.“


Der sogenannte Sammelbehälter, der woanders vor allem als Cockpitscheibe Verwendung findet, ist in grau einzig in diesem Set enthalten, und auch die schwarze Spitzhacke darf man als selten einstufen. Gesteinsproben waren bei Lego früher gelb. Wenn man genügend gelbes Mondgestein zusammengetragen hatte, war man in der Lage, eine Burg zu bauen.

Im Geburtsjahr der gelben Astronauten, 1982, rollt bereits dieses „Planetenfahrzeug mit Greif- und Schaufelarmen, Stablampen, Richtantenne und Forscher“ auf den Plan, 6880.


Bei diesem Janusfahrzeug mit Doppelbereifung bediente sich Lego ausgemusterter Formen. Die rüsselartigen Greif- und Schaufelarme gehörten vormals als Arme und Schultern zu den just in jenem Jahr aus dem Programm gefallenen Großköpfen.

Ich habe mir erlaubt, diese „Fahrbare Startrampe für Trägerrakete mit Schubgerüst und instrumentaler Systemüberwachung“ (6950, 1982) in die Reihe aufzunehmen. Atypischerweise spielt hier die Farbe blau mit rein. Jedoch: Am Fahrwerk. Warum ist das bedeutsam, welchen Einfluß hatte dieser Umstand auf meine Mustererkennung? Nun, bei den anderen blau-grau-gelbtransparenten Raumfahrtsets jener Jahre ist blau die Farbe für Gebäude und Kabinenaufbauten, während hier der Aufbau grau ist und die acht massiven Räder den schwarzen Farbaspekt ins Spiel bringen. Zusammen mit den gelben Männeken war somit mein Muster aufgefüllt. Zugegebenermaßen gehörten auch die rottransparenten Applikationen der kleineren Sets zum Muster, die jedoch bei 6950 sehr viel weniger prominent sind als die gelbtransparente Frontscheibe, welche eher dem Classic-Space-Schema entspricht. Aber sei’s drum; mein Blog, meine Regeln! Außerdem wird die Reihe so schön von einer sehr kleinen und einer sehr großen Rakete eingerahmt.

Eine Rezension des Sets hatte ich vor einiger Zeit bereits vorgelegt; die ist immer noch gültig.

(Und wer meint, das alles hier sei doch nur eine plumpe Fälschung, weil man ja gar keine Sterne sieht, dem sei gesagt: Geh weg, Verschwörungstheoretiker! Die Belichtungszeit beim Photographieren war viel zu kurz.)


Bis hierher und nicht weiter (ernsthaft jetzt).

5. Oktober 2016

Natürlich ging es nach dem vormals bejammerten Erfrierungszustand des Spiels doch irgendwann weiter. So weit, bis Guybrush auf Monkey Island™ landet, wo sich seit seinem letzten Aufenthalt viel verändert hat.

Es gibt eine Kugelbahn, mit deren Hilfe man Steinkugeln an verschiedene Stellen auf der Insel schleudern kann. Können soll. Das Ziel ist es, eine Kugel durch die mittlere Auslaßröhre unten zu schießen. Zu diesem Zweck muß eine Kugel aber von anderen Kugeln so abgelenkt werden, daß sie an der richtigen Stelle eine Abzweigung nimmt.

Kri’ich nich hin. Ich befolge die Anweisungen der im Internet verfügbaren Komplettlösungen, aber es klappt einfach nicht. Was also soll ich tun?

• Wir verzweifeln völlig und geben auf?
• Wir stellen eine Crew zusammen und segeln nach Monkey Island?

Auf Monkey Island bin ich bereits, also läuft es wohl auf Verzweiflung hinaus.


Bis hierher und nicht weiter.

17. September 2016

Nachdem ich mit viel Mühe und nur mit der Hilfe von Stephan und Jonas Flucht von Monkey Island zum Laufen gebracht habe („Nimm dein Bett und wandle!“), konnte ich es also dann doch spielen. Die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig, insofern sie ausschließlich über die Tastatur erfolgt, wobei die Spielfigur (Guybrush Threepwood, mächtiger Pirat) mit den Pfeiltasten ←↑↓→ bewegt wird und die Wortbeiträge und zur Verfügung stehenden Aktionen mit den Bildlauftasten ausgewählt werden. Die Maus („Mouse“, oder hier besser: „Rat“) bleibt außen vor. Dies führt zu einem leicht betrunken wirkenden Gangbild Guybrushs. Finger weg vom Grog, du Deckschrubba!

Die Graphik des vierten Monkey-Island-Spiels empfinde ich gegenüber dem Vorgänger The Curse of Monkey Island keinesfalls als Fortschritt. Bei diesem fanden noch schön gestaltete 2D-Hintergründe im Comic-Stil Verwendung, während jenes mit kantig gerenderten 3D-Graphiken aufwartet, was wohl leider dem Stil der Zeit entsprach; MI4 stammt aus dem Jahr 2000. Natürlich gestehe ich den Programmierern zu, die jeweils neuesten Techniken zu verwenden, aber gefallen muß mir das ja nicht.

Das Spiel an sich ist übrigens ganz gut. Guybrush konnte endlich seine Elaine ehelichen, nachdem er sie zweimal aus den Händen LeChucks gerettet hatte, und das Paar möchte die angestammte Gouverneursvilla auf Mêlée Island beziehen, was sich als schwierig erweist. Denn nach der annähernd drei Spiele währenden Abwesenheit der Gouverneurin wurde diese für tot erklärt und ihr Anwesen zur Zerstörung freigegeben, weil der designierte Nachfolger im Amte die altmodische Villa nicht mehr haben möchte. Guybrushs erste Aufgabe ist daher, die Zerstörung des Anwesens durch ein Katapult zu verhindern, was alles in allem ein etwas weit hergeholter Handlungsstrang ist, der auch optisch nicht ins Piraten-Sujet der Spielreihe paßt. Schön ist freilich die Rückkehr zur Stamminsel Mêlée Island, wo sogar einige architektonische Details des ersten Spiels wieder aufgegriffen wurden, wenn auch neu arrangiert. Die Uhrzeit stimmt nicht mehr, aber das alte Türverwechselspielchen wurde beibehalten, und typischerweise besuchen wir die Insel bei Nacht.


Der Standort der SCUMM™-Bar wurde von den Docks ins Ortsinnere verlegt, und der Vorhang zum Raum mit den schrecklich wichtigen Piraten wurde entfernt.


Zum Vergleich Bilder aus der Urversion und der Special Edition mit runderneuerter Graphik:



Natürlich darf die Inselübersichtskarte nicht fehlen. Die Form der Insel ist beinahe gleichgeblieben, nur die Anordnung der besuchbaren Schauplätze wirft Fragen auf. Warum ist das Haus der Gouverneurin auf der Karte so weit entfernt vom Ortszentrum, während jenes von diesem doch eigentlich nur durch einen Torbogen getrennt ist? Und wieso ist der Hafen nicht mehr in der Bucht, sondern am Ostzipfel? Immerhin gibt es Meethooks Insel noch, schön.


Auch hier ein Vergleich zur Ur- und Zweitversion:

Na, wie auch immer. Das Spiel plätscherte so vor sich hin, einige nette Gags waren dabei, und sogar an die Steuerung gewöhnte ich mich irgendwann. Aber dann. Auf der Insel Lucre Island kämpft sich Guybrush durch den örtlichen Sumpf, wo übrigens nicht die Voodoo-Lady, niemand weiß ihren Namen, residiert. Dieser Trip durch den Sumpf war ein bißchen tricky, weshalb ich nach erfolgreicher Durchquerung sicherheitshalber den Spielstand abspeicherte. Big Mistake! Denn nach dem Zwischenspeichern reagiert das Spiel nicht mehr auf die Steuerung. Die Tastatur ist offensichtlich benutzbar, denn ich tippe ja hier gerade, aber das Spiel scheint nicht mehr mit der Tastatur verbunden zu sein. Also beendete ich das Spiel und lud den Zwischenstand neu – ohne Erfolg. Guybrushs Reise wird also einstweilen hier enden:

Gute Nacht!