„Erst jetzt bei uns erhältlich!!!“

24. Juni 2010

Anfang des Monats (Juni) strolchte ich relativ hoffnungsfroh durch die örtlichen Spielwaren- geschäfte, um einen Blick auf die neuen Lego Rittersets, „Kingdoms“ geheißen, zu erhaschen. Ich erhaschte auch, hielt aber vergebens Ausschau nach dem kleinen Tütchenset 30061, welches man Gerüchten zufolge gratis ab einem gewissen Einkaufswert als Zugabe erhalten sollte. Ich kaufte, erhielt aber nichts. Da ich zu Komplet- tierungspanik neige, setzte ich daher Himmel und Hölle in Bewegung, um meine Grabscherchen an dieses Set zu bekommen. Beziehungsweise ich hätte gesetzt, wenn dies denn technisch möglich gewesen wäre; war es aber nicht. Ich war also auf die Bereitwilligkeit guter Freunde angewiesen, auf die ich mich zum Glück verlassen kann, und erwarb zum Preis von jeweils 2,99 Euro mehrere Exemplare.

Bei meinem gestrigen Streifzug durch die Gemeinde erblickte ich im Vedes-Geschäft schließlich doch noch die oben abgebildete Gazette. Das Bild wirkt etwas verknickt, weil ich den DIN-A3-großen Zettel mehrfach gefaltet in der Hosentasche mit mir führte, und nicht, weil ich ihn etwa ergrimmt in der Faust zerknüllt hätte. Die Gefahr bestand jedoch, denn bei meinem Kauf am Monatsbeginn hätte ich den erforderlichen Einkaufswert spielend erreicht. Grmbl.

Jedenfalls. In Vedes- und Spielzeug-Ring-Geschäften sollte der kleine Angriffswagen nun auch erhältlich sein.

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Fronleichnam

3. Juni 2010

Der seit vielen, vielen, vielen (vielen) Jahren allseits beliebte Kalauer „Happy Cadaver“ ist ja so unwitzig wie falsch. Man macht also nichts kaputt, wenn man den ..naja.. Witz aufdröselt und erklärt. Denn mit „froh“ hat „Fron“ natürlich nichts zu tun. Im Gegenteil, möchte man sagen. Im Mittelhochdeutschen bedeutete „fron“: „Dem Herrn gehörig“, vor allem dem Grundeigentümer, auf dessen Äckern die Bauern eine gewisse Anzahl Tage im Jahr Frondienste leisten mußten. Im religiösen Sinne ist dieser Herr eben „der HErr“*.
Aber auch der „Leichnam“ bezeichnet nicht unbedingt einen toten Körper, sondern vielmehr einen sterblichen Körper, durchaus auch im lebendigen Zustand.

Das Fronleichnamsfest ist demnach das Fest von der körperlichen Gegenwart des Herrn*. Gemäß dem Jesuswort „Nehmet, das ist mein Leib.“ (Mk. 14,22), mit dem er beim letzten Abendmahl den Jüngern das Brot reichte, soll sich diese körperliche Anwesenheit nun auch bei jeder Eucharistiefeier wiederholen; der Katholik mampft also nicht bloß auf einer Oblate, sondern tatsächlich auf Jesus selbst herum. Daß dies so sein würde, hat Jesus wahrscheinlich nicht vorausgesehen, sonst hätte er sich wohl gehütet, solche Worte zu sagen. Er konnte ja nicht ahnen, daß ein vernunftbegabtes Wesen (angeblich der Mensch) aus einer bloßen Symbolik ein absolut unlogisches Dogma machen und seine gottgegebene Intelligenz verleugnen würde. Mir ist zumindest nicht bekannt, daß Jesus angeordnet hätte, in eigens dafür erbauten Kirchen, gewandet in lustige Gewänder und lateinisches Zeugs murmelnd, sich brot-unähnliche Eßpappen an den Gaumen zu kleben und sich vorzustellen, das sei sein, Jesu, höchsteigener Leib, den man da mit der Zunge umspiele. Wenn bei Lukas (Lk 22,19) zusätzlich noch steht „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“, so darf man davon ausgehen, daß wir uns jedesmal, wenn wir in trauter Runde beisammensitzen und essen, vorstellen sollen, daß Jesus unter uns ist, und nicht nur, wenn ein Priester anwesend ist und Zinnober veranstaltet. Aber was reg’ ich mich auf, ich bin ja nicht katholisch. Aber wohl auch nicht so richtig evangelisch, wie mir gerade bewußt wird, denn auch in der evangelischen Kirche gilt das Abendmahl als Sakrament. Ich bin also areligiös, nun ist’s raus!

*) Für komplette Ignoranten auch noch mal deutlicher: Gott.