Reißhemmung.

1. Februar 2012

Es gibt ja so manches. Vor allem in Legos hinzugekauftem Themenfeld „Star Wars“. Lego hat schnell spitzgekriegt, daß die Star-Wars-Fans alles haben wollen und dann keine Kosten und Mühen scheuen, es zu bekommen. Darum kennt Lego da auch keine Hemmungen. 500 Euro teure Großsets werden den Sammlern zum Fraß vorgeworfen, und mit kleinen exklusiven Polybags wedeln sie ihnen vor der Nase herum, ziehen aber immer schnell wieder weg. Die gibt es dann nicht überall, nicht für jeden und nur für kurze Zeit. Zum Beispiel diese:

Ein goldverchromter C-3PO, ein schwärzlich verchromter Darth Vader, ein silbrig verchromter Sturmtrüppler, und ein unverchromter aber weißer Boba Fett. (Wieso weiß? Wikipedia erklärt es:

„Fett’s armor was originally designed for ’super troopers‘, and was adapted for Fett as the script developed. Screen-tested in all-white, Fett’s armor eventually garnered a subdued color scheme intended to visually place him between white-armored ‚rank-and-file‘ Imperial stormtroopers and Vader, who wears black.“

Klammer zu.) Der verchromte C-3PO lag zum Teil zufälligen Star-Wars-Sets bei (in Amerika, wo sonst), man hatte also Glück, wenn man einen erwischte. Zum Teil wurde er von Lego bei anderen Gelegenheiten unters Fan-Volk geschmissen, was mir zugute kam.

Und wie das so ist mit Sammlern – die sind ja bekloppt. Ich habe Hemmungen, das weiße Beutelchen aufzureißen, um den Roboter-Mensch-Kontakter, den Protokolldroiden, die Kommunikationseinheit, in einem Wort: C-3PO aus seinem Sack zu befreien. Muß der wirrköpfige Philosoph also weiterhin aus seinem kleinen Löchlein gucken und trüb vor sich hin sinnieren.


Scheiß auf Laser-Pistolen!

21. September 2011

Nimm das Schwert!

Es ist ja eigenartig, wie ein Filmcharakter, der in einer Trilogie kaum ein Dutzend Szenen hat und nicht mal eine Handvoll Sätze spricht, Popu- laritätswerte erreichen kann wie Boba Fett. Neueste Studien der Stiftung Infratest dimap belegen, daß… Nee, Quatsch. Aber jedenfalls fand auch ich diesen schweigsamen Kopfgeldjäger immer extrem cool. Die Gewandung, das Auftreten, der Umstand, daß er mysteriöserweise sein Gesicht nie zeigt – aus solchen Zutaten backt man eine Kultfigur. Und das ist Boba Fett. Auf der einen Seite fand ich es immer schade, wie klein seine Rolle in den Star-Wars-Filmen war, doch auf der ande- ren Seite trug diese Zurückhaltung natürlich auch zur Mythenbildung bei. Die Frage „Wer ist dieser Typ?“ habe ich mir nie gestellt, denn das war ja sowieso klar: Er ist ein erbarmungsloser, auf seine Art loyaler, nicht unbedingt bösartiger Kopfgeldjäger, der seinen Job einfach gut macht. Darum war es etwas enttäuschend, als man in der neueren Episode 2, „Angriff der Klonkrieger“, sein Gesicht sah. Beziehungs- weise das seines Vaters, dessen exakter Klon er jedoch ist.

Sein eigenartiges Raumschiff namens „Slave I“, das frappierend an einen Handstaubsauger erinnert, mit dem Boba die gejagte Beute zuverlässig einsaugt, wurde von Lego gleich mehrfach in Setform gegossen. In Minifiggröße tastete man sich langsam an eine gefällige Form heran. War der erste Versuch im Jahre 2000 noch eher „geht so“, machte der zweite Versuch zwei Jahre später schon mehr her, auch wenn das Schiff hier in der Lackierung gezeigt wurde, die Bobas Klon-Vater Jango ihm gegeben hatte. Beide Sets mußte ich natürlich haben. Den dritten Aufguß von 2006 mußte ich dann aus verschiedenen Gründen nicht mehr haben, zumal ich Star Wars inzwischen nicht mehr sammelte (Neufarb, ständige Wiederholungen, alles viel zu teuer), obwohl da interessante Figuren enthalten sind. Letztes Jahr lanzierte Lego also die vierte Version des Modells, und ich überlegte lange, ob ich mir diese wieder zulegen sollte, trotz Neufarb und allem. Neulich kaufte ich es dann doch. Ausschlaggebend für die Entscheidung war die runderneuerte Figur des Boba Fett, nun mit Umhang, separatem Jetpack und Helm mit Kommunikationsantenne.

Star Wars ist aber gar nicht unbedingt mein Thema, zumindest, was Lego angeht. Darum kam mir der Gedanke, Boba Fett mit seinem rostigen Raumsauger in einer mittelalterlichen Welt notlanden zu lassen. Dort könnte er sich seine Sci-fi-Technologie in die Haare schmieren, falls er unter seinem Helm noch welche hat. Eine Tankstelle für die Slave I würde er dort nicht so einfach finden, und eine Ladestation für Laser-Pistolen ebensowenig. Bliebe ihm also bloß, zum Schwert zu greifen und sich durchzuschlagen…

Auf der offiziellen Star-Wars-Seite www.starwars.com tritt Boba in mehreren Videos auf:

Szene 1: ”As you wish.“
Szene 2: ”He’s no good to me dead.“
Szene 3: ”Put Captain Solo in the cargo hold!“
Szene 4: Boba Fett kämpft am Maul des großen Sarlaccs.