Speerwerfer: Armbrust-Streitwagen 6012.

5. Juli 2016

Das Jahr 1986 sah einige der – so behaupte ich forsch – besten Lego-Rittersets aller Zeiten. Und mit „aller Zeiten“ meine ich: Die eine Zeit, die es gibt, und das ist die Vergangenheit, denn wer sollte wohl wissen, was die Zukunft bringt? Und welche Ausdehnung hat das Jetzt? Doch ich schweifsterne ab. Also. Das kleinste Set unter den fünf 1986er Ritter-Neuheiten ist diese Kampfmaschine, deren deutscher Titel merkwürdig anmutet. Damals trauten sich die Katalogschreiber wohl noch nicht, die Kinder mit Wörtern wie „Ballista“ zu demütigen, denn die Ära der Fantasy-Computerspiele hatte noch nicht begonnen.

Zwei Ritter handhaben diese Wurfmaschine, bei welcher die Bogensehne der großen Armbrust imaginiert werden muß. Desgleichen erfordert es einige Einbildungskraft, sich vorzustellen, daß die verschossenen Pfeile brennen, denn die heutigentags verschwenderisch verwendeten Flammenelemente gab es 1986 noch nicht. Einzig die unter dem Pfeilschaft platzierte gelbe Tonne deutet darauf hin, daß hier mit brennbarer Flüssigkeit gearbeitet wird. Drei Jahre zuvor erschien der XXVIIste Asterix-Band „Der Sohn des Asterix“, in welchem Brutus das gallische Dorf mit solchen Wurfmaschinen angreift, um es in Brand zu setzen. Nicht ausgeschlossen, daß diese Szene den Set-Entwickler in Billund zu diesem Set inspirierte, denn dies ist eher eine antike Kampfmaschine denn eine mittelalterliche.

Der Armbrustteil dieses Streitwagens ist in für damalige Zeiten revolutionärer SNOT-Technik* ausgeführt, indem er vermittelst Lampeneinern um 90° gedreht auf zwei Noppen des Untergestells gebaut wird. Da es sich hier um eine Fernwaffe handelt, liegt es nahe, dem Maschinisten einen Bogenschützen zu seinem Schutz an die Seite zu stellen. Für einen Bogenschützen untypisch, trägt dieser einen Helm mit ausladendem Nackenschutz.

*) SNOT = Studs Not On Top

30 Jahre später…

Einer jungen Tradition folgend verausgabt Lego seit dem Jahr 2014 jedes Jahr ein sogenanntes Retro-Set, welches eine Figur aus vergangenen Kinderzimmertagen in den Mittelpunkt stellt und in der Begleitbroschüre einen Überblick über die Lego-Geschichte des jeweiligen Spielthemas liefert. In den Jahren zuvor waren dies ein weißer Legoland-Astronaut und ein Pirat, der keine ehemalige Figur darstellte, sondern brandneu war. In diesem Jahr also ist es ein „Knights Retro-Set“, welches einen fast klassischen Löwenritter beinhaltet.

Es bedarf keiner überbordenden Phantasie, um dieses Modell als ein Remake des oben besprochenen Armbrust-Streitwagens zu identifizieren. Die Figur stellt unzweifelhaft einen Löwenritter der Legoland-Epoche dar, wiewohl es bezüglich des Helms mit dem Retro-Anspruch leicht übertrieben wurde. Denn im Jahre 1986 trugen die Ritter schon dunkelgraue Helme; der (neu)hellgraue Helm dieses Knappen weist eher zurück auf die Ritter der vorangehenden Epoche, in welcher die gelbe Burg Dreh- und Angelpunkt war. Sei’s drum.

Das Remake-Modell bleibt den Ausmaßen und dem Stil des Originals treu, bedient sich freilich modernerer Formen und Farben. Bemerkenswerterweise blieb die Bauweise der Brennstofftonne exakt beibehalten, während der Armbrustbogen auf gänzlich andere Weise ins Werk gesetzt wurde. Unter der Maßgabe, daß es einige der Bauteile im neuen Set vor 30 Jahren noch nicht gab, wurde der Charakter eines Legoland-Sets dennoch gut getroffen.

Dem Set beigefügt ist eine Postkarte mit charmanter Rückseite, nein, Vorderseite, nein, was ist denn bei einer Postkarte Vorder- und was Rückseite? Jedenfalls. Auf der anderen Seite prangen Aufkleber mit einigen Ritterfiguren der Lego-Geschichte, darunter auch eine Figur des Vorlagensets selbst.

Leider finden wir hier auch die Bestätigung für Legos Einordnung der gegenwärtigen Nexo-Knights-Serie ins Ritterthema. Dazu mag jeder stehen, wie es ihm beliebt. Oder ihr.

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Bilder einer Ausstellung: Die Hütte auf Hühnerfüßen.

23. März 2016

Man kann ja nicht immer nur Lego sammeln. Bisweilen sammle ich auch Carcassonne- … Verzeihung: Каркассон-Erweiterungen.

Mit diesem schmucken Stoffbeutel kommt die russische Mini-Erweiterung Мы идем в Каркассон einher, zu Deutsch: „Wir gehen nach Carcassonne“. Die beiden Landschaftskärtchen stammen aus dem Jahre 2012 und vom russischen Lizenznehmer Hobby World, und es erhielten sie Teilnehmer des russischen Carcassonne-Kongresses, nach meiner Kenntnis auch in den Folgejahren. Übrigens nicht als kostenloses Goodie, sondern zum stolzen Preis von 350 Russischen Rubeln (was ungefähr 4,50 Euro entspricht).
Die Rückseite des Stoffbeutels ist als Zählbrett ausgeführt.

Die Hütte auf Hühnerfüßen. Der durchschnittlich gebildete Mitteleuropäer kennt dieses Motiv aus dem Musikunterricht, wo Modest Mussorgskis Klavierstück „Bilder einer Ausstellung“ als Musterbeispiel für Programm-Musik behandelt wurde, oft auch in der opulenteren Orchesterbearbeitung durch Maurice Ravel. Das vorletzte, neunte Bild dieser Ausstellung zeigt musikalisch die Hütte der Hexe Baba-Jaga, einem Waldweib in der russischen Volkssage, das Wanderern auflauert und diese auffrißt.

Die Hexe Baba-Jaga ist eine russische Ikone. Nein, eine Institution, denn eine Ikone ist dann doch etwas anderes. Aber jedenfalls dachte sich der dortige Verleger mit einigem Recht (Ich paraphrasiere): Wenn die Deutschen ständig ihre heimischen Burgen, Klöster und demnächst Kathedralen nach Südfrankreich ins Languedoc transferieren, dann spricht nichts dagegen, wenn wir das hier auch mit russischem Kulturgut tun. Recht so!

Die Spielmechanik dieser Hütte auf Hühnerbeinen ist ans Kloster angelehnt. Da jedoch so eine menschenfressende Waldhexe ein eher negativ konnotierter Charakter ist, wurde das Klosterprinzip ins Gegenteil verkehrt: Es zählen neben der Karte selbst nicht die angrenzenden Karten, sondern die Lücken, die freibleiben. Auf diese Weise sind bis zu 8 Punkte möglich. Freilich opfert man bis zum Spielende einen Gefolgsmann, sofern nicht vorher alle Plätze um die Hüttenkarte belegt werden, was dann aber ja die Punkte kosten würde.

Da ich leider eben nur durchschnittlich gebildet bin, sagte mir die zweite Karte dieser Erweiterung nichts. Dargestellt ist ein Bogatyr, ein Heldenritter des russischen Mittelalters. Warum er sich auf der Karte verlegen am Kopfe kratzt, weiß ich nicht. Vielleicht, weil der vierte Weg an dieser Kreuzung durch einen Stein versperrt ist, den möglicherweise das Teufelchen und das Kätzchen, die hinter dem Steine herfürlugen, dort hinpraktiziert haben. Die Inschrift auf dem Stein könnte ich nicht lesen, selbst wenn sie entzifferbar wäre, da sie selbstverständlich auf Russisch und in kyrillischen Lettern verfaßt ist.

Für dieses Landschaftskärtchen ist keine gesonderte Regel überliefert. Denkbarerweise verbindet der untere Dreiweg drei Wegenden zu einem einzigen Weg, während der Weg hinter dem Stein an diesem endet.

Diese beiden Каркассон-Kärtchen lassen sich prinzipiell in ein Carcassonne-Spiel einbinden, jedoch ist es ratsam, dann verdeckt zu ziehen. Denn die Rückseite dieser russischen Kärtchen ist nicht mit dem klassischen Carcassonne-C verziert, sondern mit einem Каркассон-К. Außerdem sind die Ecken dieser Kärtchen abgerundeter. Da aber ja praktischerweise der Beutel fürs verdeckte Ziehen mitgeliefert wurde, steht einer Integration dieser Erweiterung in die Welt von Carcassonne nichts entgegen.


Danke, Tüte brauche ich nicht.

11. März 2011

… behaupte ich zumeist, wenn mir an der Ladenkasse eine solche angeboten wird. Wenn.

Die Firma Lego hatte eine Zeitlang die Angewohnheit, mit kleinen Würfelpackungen auf unterstem Taschengeldniveau den Quängel- sektor im Kassenbereich zu bedienen. Solche Kleinsets gab es in verschiedenen Themengebieten und waren in der Regel weder im Katalog verzeichnet, noch überall und über einen längeren Zeitraum erhältlich. Darum bemerkte ich trotz häufigen Besuchs meines örtlichen Wertkaufs* mit Spielwarenabteilung von den meisten dieser Sets leider überhaupt nichts, sondern ich fiel erst im Jahre 2000 aus allen Wolken, als ich zum ersten Male die Setdatenbank BrickSet durch- forstete und allerhand mir unbekannte Sets entdecken mußte.
*) Später Wal-Mart, noch später Real.

Erstaunlicherweise gab es da viele baugleiche Kleinmodelle unter ver- schiedenen Nummern, was augenscheinlich Blödsinn war, etwa so:

und ,

und ,

und ,

und .

Das erste Paar stellt insofern eine Besonderheit dar, als die Titelbilder nicht identisch sind. Später kam man bei Lego dann selbst auf den Trichter, sich einen Druckvorgang zu sparen, und versah die Bauan- leitungen in guter 375/6075-Tradition mit zwei Nummern:

und .

Aber wozu das ganze?

Nun, der Quängelsektor wird in den Vereinigten Staaten traditionell mit kleinen Tütchensets bedient (Polybags), während in Europa die oben erwähnten Würfelpackungen en vogue waren. Dies erforderte in Legos Sethaushaltung getrennte Vorgänge und führt zu diesen hübschen Paarungen:

Warum mal das Tütchenset die niedrigere Nummer hat und mal das Kartonset, ist nicht nachvollziehbar. Die räumliche Trennung der Nummern von Tüten und Kartons erklärt sich dadurch, daß jeweils mehrere Tüten und Kartons eine fortlaufende Serie mit Modellen aus verschiedenen Themengebieten bildeten, von denen ich aber jeweils nur die Rittersets besitze. Aber als Sammler nahm ich in diesem Fall dann doch auch gerne eine Tüte, vielen Dank.

Nachtrag am 15. März 2011:

Und da habe ich doch noch ein nicht-ritterliches Pärchen gefunden:


Lego-Sortierkästen

26. Oktober 2010

Im Jahre 1971 war mein sehnlichster Wunsch, daß meine Eltern sich endlich treffen, ineinander verlieben und mich zeugen würden. Aber darauf mußte ich noch etwas warten. Andere Menschen hatten andere Wünsche, und einen davon erfüllt Lego:

Eine gelbe Tragebox mit Griff, endlich!

„Eine Farbe, das war wohl ein bißchen wenig“, mag man sich im Hause Lego gedacht haben, und legt im folgenden Jahr kräftig nach. Trageboxen in vier Farben stehen nun zur Auswahl:

„Vier Farben, das war wohl doch ein bißchen viel“, mutmaßt man offenbar in Billund. Denn andernjahrs reduziert man das Sortiment auf drei:

„Kehr verdorrie, immer noch zu viele!“ stellt man im Jahre 1974 fest, streicht die Trageboxen radikal auf zwei zusammen und modernisiert das Lego-Logo. Gleichzeitig schreinert man aber um diese Boxen herum einen Tragekoffer, ebenfalls in zwei Farben, und vergibt an alle vier Elemente jeweils eigene Nummern:

792 fehlt im deutschen Katalog, wie man sieht. Das liegt daran, daß andernorts bereits 1972 alle vier Trageboxen eine eigene Nummer erhalten hatten, 791 die rote, 792 die weiße, 793 die blaue, und 794 blieb die gelbe. Doch diese Spitzfindigkeiten mutet man den deutschen Katalogkunden nicht zu.

Im Jahre 1975 verschwinden die Koffer dann auch wieder aus dem Sortiment, und zurück bleiben zwei Trageboxen:

Doch das war’s auch erst einmal mit den Trageboxen, denn die Kofferidee ging den Billundern nich’ ausm Kopp. Darum werden die bisherigen Sortierkästen für die Jahre 1976 und 1977 durch diese neuen Koffer abgelöst:

Aber die waren wohl doch nicht so erfolgreich, denn schon 1978 sind auch diese Koffer wieder aus dem Katalog verschwunden, wiewohl auch in späteren Jahren vereinzelt ähnliche Koffer auftauchen, ohne sich jedoch dauerhaft zu etablieren.
Die Tragebox hingegen war nicht totzukriegen, was auch damit zusammenhängen kann, daß sie eh aus lebloser Materie besteht. Jedenfalls feiert sie 1979 nach dreijähriger Pause fröhliche Urständ’, ein Ausdruck, den ich immer mal verwenden wollte. Als einsame rote Tragebox 791 hält sie sich bis 1983 im Katalog.

(Warum sich mein Scanner plötzlich weigerte, streifenfrei aufzunehmen, ist mir ein Rätsel.)

Da mir zufällig ein dänischer Katalog aus dem Jahre 1980 vorliegt, kann ich noch hinzufügen, daß im Mutterland des Legos die Tragebox (nicht im Bild) weiterhin durch einen Koffer ergänzt wird:

Erst im Jahre 1984 gibt es ein neues Konzept: Schubladenteiler in blau und rot, wie gehabt, sollen jetzt in ein hölzernes Regal geschoben werden:

(Bild von 1985. Mir ist soeben erst aufgefallen, daß ich einen österreichischen Katalog auf den Scanner legte. Und ha! Im deutschen Katalog fehlt das Sammelkabinett an gleicher Stelle, schau mal einer an. Das gab es aber auch in Deutschland.)

Wie komme ich überhaupt drauf? Ach so. Auf der Suche nach etwas ganz anderem stieß ich in meinem Fundus auf ein weißes Schränkchen nebst passenden Schubladen, die mir in ihrer Vierfarbigkeit umgehend die oben besprochenen Trageboxen in Erinnerung riefen:

Die Schubladen haben es auf zwei Ausführungen gebracht. Deren erste ist leichtgängig und fällt daher schnell aus dem Sammelkabinett heraus, während die überarbeitete Version an den Seiten kleine Versteifungen hat, um dies zu verhindern (Bilder = Links):

Von all den oben beschriebenen Trageboxen, Sortierkoffern und Sammelkabinetten besaß ich nie auch nur ein einziges Exemplar.


6062 — Der grüne Schild

25. November 2009

Diesen Schild gibt es nämlich nicht. Man könnte sich fragen, weshalb nicht, denn die Kleine Burg 6073 wird ja von grünweißen Wimpeln geziert. Also wären Schilde mit grünem Rand gar nicht so abwegig gewesen, sie waren aber blau. Ange- sichts der sonstigen Kolorierung der Adlerritter muß man diese Farbwahl natürlich begrüßen. Und ob der Mensch, der mit der Zeichnung der Bauan- leitung von Set 6062, Belagerungsturm mit Burg- mauer, betraut war, überhaupt an die grünen Wimpel der kleinen Burg gedacht hatte, muß offen bleiben; man darf es aber sogar bezweifeln.

Denn auf dem Turm der Wehrmauer weht inzwischen eine blaue Fahne, wie auch beim zwischenzeitlich erbauten Ritterschloß 6074 von grünen Fahnen nichts mehr zu sehen ist. Der grüne Rand des Schilds auf der Bauanleitung ist also wahrscheinlich ein simpler Fehler, der bei den Helligkeitswerten von grün und blau verständlich und verzeihlich ist. Als solchen faßte ich ihn jedenfalls damals auf, als ich im Jahre 1987 das Set geschenkt bekam. Daß es diese Bauanleitung auch mit abgebildetem blauen Schild gibt, erfuhr ich erst, als ich etwa 13 Jahre später versuchte, das Set noch einmal mit Originalkarton zu ersteigern, was mir nach einigen vergeblichen Versuchen schließlich gelang. So sah das dann aus (Bilder = Links):

Klick mich, ich bin ein Link! Klick mich, ich bin ein Link!

Naja, gut, nicht sehr spektakulär. Die Farbe des Schilds wurde halt berichtigt, und das Format ist etwas anders. Die erste, grüne, Version ist 21 cm hoch, während die zweite, blaue, Version bloß noch 20,2 cm mißt. Das fiel mir auch grad erst auf, während ich das hier schrieb. (Ganz so, wie oben abgebildet, sah es übrigens nicht aus, denn meine eigene BA von damals ist gelocht. Schluchz.)

Doch dann fiel mir durch Zufall ein weiteres Exemplar des Sets in die Hände, und Erstaunliches trat zutage. Denn der Karton enthielt nebst der ungelochten Bauanleitung mit grünberändertem Schild auch dieses Beilageblatt (Vorder- und Rückseite, Bilder = Links, wie immer):

Klick mich, ich bin ein Link! Klick mich, ich bin ein Link!

Es hatte also neben dem grünen Schild noch weitere Fehler in der BA gegeben. Das war mir als Kind gar nicht aufgefallen, und den Korrekturzettel hatte ich damals nicht. Brauchte ich ja auch nicht. Jedoch lohnt es sich, nun die beiden Bauanleitungen doch mal genauer zu vergleichen. Bei der Printnummer geht es schon los.

Die grüne Anleitung trägt die Nummer 120583, die blaue ist 120649. Das Beilageblatt hat die Nummer 120648, was den Schluß zuläßt, daß Korrekturzettel und berichtigte Bauanleitung etwa gleichzeitig gedruckt wurden. (Die Nachfolgenummer der grünen Anleitung, 120584, gehört übrigens Robin Hoods Geheimversteck 6066.) Wenn man nun wüßte, welches Druckwerk aus dem Hause Lego die Nummer 120650 trägt, ließe es sich ungefähr eingrenzen, wann ihnen der Fehler aufgefallen ist.

(Ich durchwühle also nun meine Bauanleitungen auf der Suche nach Nummern, die in die Nähe von 120650 kommen. Aha, nach meinen Recherchen fiel es ihnen auf, ehe sie die Bauanleitung für den Space-Rider 6876 mit der Nummer 120655 druckten, ein 1988er Set. Näher komme ich nicht ran, da ich die übrigen Raumfahrtsets des Jahrgangs nicht besitze. Ist ja auch egal.)

Während also eine frische Bauanleitung gedruckt wurde, wurden entweder den bereits produzierten und noch auf die Verpackung wartenden Sets weiterhin die fehlerhaften Anleitungen nebst Korrekturblatt beigelegt. Oder aber das Korrekturblatt wurde all jenen zugeschickt, die sich beim stets kulanten Lego-Service über die Ungereimtheiten der Bauanleitung beklagten. Die Unterschiede zur überarbeiteten Fassung sind wie folgt (Bilder, Links, wie immer):

In Schritt 1 wurde eine Draufsicht der Plattenanordnung für nötig befunden, und in Schritt 3 hatte man zuvor ohne Hilfe bemerken müssen, daß auch rechts ein Pfeiler neu hinzugekommen war. Weiter:

Ich erinnere mich noch, wie ich am Ende in der Tat vergeblich zwei 1×1-Steine suchte, die ich in Schritt 12 fälschlich anstelle der 2×1-Dachsteine eingebaut hatte. Insofern hatte die Überarbeitung des Bauschritts also ihre Berechtigung, auch wenn ich schließlich selbst auf den Trichter kam. Das war aber jetzt schon übernächstens. Nächstens wäre dies gewesen:

Der Hinweis aus dem Beipackzettel, daß das Gebilde in Schritt 4 nicht unten angesägt zu werden braucht, gilt wohl beispielhaft auch für die Schritte 5 bis 9, die abzubilden ich mir hier ebenfalls schenke. Jedenfalls fanden diese sechs Bauschritte in der ersten Version selbdritt auf zwei Seiten Platz, während in der Neufassung nur noch zwei Schritte auf eine Seite passen, also eine Seite mehr gebraucht wird. Dies führt dazu, daß das Übersichtsbild, das am Schluß des Heftchens Belagerungsmaschine und Wehrmauer zeigt, in der Neufassung entfallen muß. Die Urfassung zeigte demnach im Querformat dies:

Komma, während die neue Anleitung bereits mit Schritt 14 – „Hissen der Flagge und Bemannung der Zinne!“ – endet:

Fazit:
Entdeckungen wie diese machen das Sammeln reiz- und den Erwerb mehrerer Exemplare ein und desselben Sets sinnvoll.