Eröffnet: Die Werkschau!

20. Mai 2013


Da ich ja nicht mehr zum Bauen komme, schon gar nicht von größeren MOCs, muß ich leider auf olle Kamellen setzen, um die Erinnerung wachzuhalten, daß das mal anders war. Darum habe ich hier im Blog, der zunehmend die Funktion einer Homepage erfüllt, mal eine Sektion mit meinen Lego-Eigenbauten eröffnet. Sie findet sich oben unter „Werkschau“, weil sie eben das ist. Enthalten sind fast alle meine Lego-Bauwerke, einigermaßen chronologisch geordnet, bisweilen mit Text, immer mit Bildern. Die Tendenz ist eindeutig: Früher herrschten große, komplexe Bauten vor, vorgestellt in endlos vielen Bildern. In jüngerer Zeit baute ich eher kleine Dinge, die oft in einem einzigen Bild umfänglich dargestellt sind.
Manchmal hätte ich ja Bock, was Großes zu bauen, aber ich habe einfach keine Lust…


Dortmunder Morgenpost.

13. Juni 2011

Seit ich im zarten Alter von … noch einstelligen Jahren, wahrscheinlich, Zeuge einer historischen Postkutschenfahrt wurde, faszinierte mich das Postwesen. Dieses Wesen ist ja mittlerweile vom Aussterben bedroht, findet man doch kaum noch amtliche Posthaltereien, sondern lediglich „Agenturen“ in Supermärkten und Blumenläden. Nun ja. Seit der Begegnung mit der echten Postkutsche avancierte jedenfalls das Lego-Set 6055 bei mir zu einem Lieblingsmodell, und ich baute es in gelb-schwarzer Farbgebung nach. Und klebte einen buntstiftbunten Aufkleber auf die Seite, um das Schießschartenfenster etwas zu vergrößern. Nun ja.

Vor einiger Zeit baute ich dann endlich mal eine ernstzunehmende Postkutsche, in der Absicht, sie in einen größeren Landschaftskontext einzubetten. Aber ich komm’ ja zu nix. Also zeige ich den Vierspänner einfach mal nackt vor.

Als Inspiration dienten mir verschiedene Bilder von historischen Post- kutschen, die alle unterschiedlich aussahen, einige davon durchaus nicht besonders hübsch, da bei ihnen das Augenmerk auf die Zweckmäßigkeit gerichtet war. Mein Lego-Modell ist daher eine Eigenmischung aus verschiedenen Kutschentypen der gelben Post, aber auch beeinflußt von der roten Wells-Fargo-Kutsche aus dem Lucky-Luke-Album „Die Postkutsche“, welches ebenfalls zu meinen Favoriten zählt.

Bolle reiste jüngst zu Pfingsten… Freilich nicht mit ’ner Postkutsche, sondern mit ’nem Kremserwagen, aber is’ ja so ähnlich.


Nie wieder Bäume!

28. September 2010

Immer wenn ich sowas in der Art (Bild is’n Link) baue, vor allem aber, wenn ich dergleichen ausstellungshalber durch die Republik und auch darüber hinaus geschlörrt habe, stoße ich hinterher einen grimmigen Schwur aus, der ungefähr exakt folgendermaßen lautet: „Nie wieder Bäume!“ Grazile Scheiße, bruchanfälliges Unkraut!

Dabei geht das ja auch einfacher:

An den Schwur hielt ich mich schon wiederholt nicht. Zählt sowas als Meineid?


Das Dortmunder Rathaus ist fest in roter Hand!

17. Mai 2010

In Vorbereitung auf den ISCC (International System Creativity Contest), der für das Frühjahr 2009 auf 1000steine.de angekündigt war, baute ich dieses MOC* und dachte mir eine kleine Geschichte dazu aus. Die Geschichte habe ich bis heute weitgehend vergessen, und das Bauwerk hat etwas Staub angesetzt, aber jetzt will ich es endlich vom Tisch haben.
*) My Own Creation. Ein Eigenbau.

Ach ja, rotes Buch. Die Sache ist nämlich die:
Die Ratsherren der Reichsstadt Dortmund sind etwas verwirrt, denn ein neuer Bürgermeister wurde gewählt. Niemand kann sich erinnern, für diesen merkwürdigen Gesellen gestimmt zu haben, und doch war der rotgewandete Mann mit seinem buschigen schwarzen Bart plötzlich das Oberhaupt ihrer Stadt und bezog die Stube über der Stadtwaage. Diese zu betreten, ist den Herren nun streng untersagt, und Borrhos – so nennt er sich – forderte regelrechte Unterwerfung von ihnen. Dergleichen ist in der Stadt unerhört! Doch stellt sich auch Erfreuliches ein; so ist der Kämmerer hochzufrieden mit den Einkünften der Stadt, obschon diese nicht immer nachvollziehbar sind. Alles scheint auf eigentümliche Art seinen Gang zu gehen, ohne daß der Rat großartig eingriffe, denn Ratssitzungen finden kaum noch statt, und die Ratsherren betreten den Ratskeller weit öfter als den großen Sitzungssaal…

Das ungefähr war die Geschichte. Naja, nicht sehr spannend, aber sie war ja auch nur als bildbegleitendes Blabla gedacht.

Das Alte Rathaus von Dortmund wollte ich schon immer mal gebaut haben, und nun ist’s vollbracht. Freilich legte ich auf Maßstabstreue und sklavische Wiedergabe der Realität keinen Werth. Einen Ratskeller hatte das Original meines Wissens nicht, und zauberkundiges Gesocks herrschte hier auch nie. Aber die Stadtwaage gab es, denn Dortmund genoß das Privileg des Wiegerechts, das es der Stadt erlaubte, durchreisende Kaufleute zu schröpfen. Ebenso verbürgt ist der Verbleib der englischen Kronjuwelen in den Mauern der Stadt, da einst Dortmunder Kaufleute dem König von England eine offenbar nicht unbedeutende Summe Geldes liehen und die dortigen Reichsinsignien zum Pfand erhielten.

Die Figur im Giebel des Rathauses ist der mehr oder weniger heilige Reinoldus, der Schutzpatron der Stadt. Kaum ein Dortmunder weiß es, aber der Name ihrer Stadt taucht im Rahmen der Sage von den Haimonskindern auf, einem Ritter-Epos aus dem Sagenkreis um Karl den Großen, dem Gründer der Stadt. Seitdem findet der Name „Dortmund“ nur noch bei der Bekanntgabe der Bundesligaergebnisse Erwähnung.

Ein kleines MOC im MOC ist der fliegende Händler. Im Ruhrgebiet kauft man sein Obst und Gemüse traditionsgemäß beim Orientalen an der Ecke. In den nicht näher bestimmten Zeiten, da diese Geschichte spielt, war dies nicht anders, und Magie war ja sowieso schon im Schwange, darum hat Ali hier einen Bringedienst.

An eine Titelverteidigung beim ISCC dachte ich mit diesem MOC nicht; ich wollte ja nicht unverschämt werden. Für mich war es bloß Ehrensache, wieder einen Beitrag einzureichen.