Leserfragen: welcher bassist war laut james hetfield der „godfather of heavy metal“ und verstarb 2015 ?

14. Juli 2018

Mit dieser Frage landete irgendwer auf meinem Blog, vermutlich bei einer der Black-Sabbath-Retrospektiven, denn auch Ozzy Osbourne gilt ja als Godfather of Heavy Metal. Die gestellte Frage kann jedoch kurz und knapp mit „Lemmy Kilmister“ beantwortet werden, dem Bassisten und Sänger von Motörhead. Metallica widmeten Lemmy den Song Murder One vom Album „Hardwired… to Self-Destruct“.

Ich wundere mich freilich etwas über die präzise Fragestellung. Das klingt ja wie eine Quizfrage. Leider hatte ich diese Frage zuvor auf diesen Seiten nicht abgehandelt, geschweige denn beantwortet, also bin ich wohl durchgefallen.


augenknibbeln bei kindern

23. September 2013

Häh? Ja, fand ich eben auf der hiesigen administrativ einsehbaren Statistikseite als Suchanfrage, die jemanden zu diesem Blögchen geführt hat. Und obwohl sie nicht in Frageform formuliert ist, hielt ich „augenknibbeln bei kindern“ für wert, kurz darauf einzugehen. Denn mit Augenknibbeln fing es bei mir als Kind auch an, das Kurzsichtigwerden nämlich. Wenn also Kinder mit den Augen knibbeln, kann es zumindest nicht schaden, mal beim Augenarzt die Sehschärfe kontrollieren zu lassen.


Gibt es verschiedene Löwenschilde?

9. Dezember 2012

Um hier mal wieder den Anschein kontinuierlicher Blogpflege zu erwecken, möchte ich kurz eine Leserfrage beantworten:
„gibt es verschiedene löwenschilder“

Es gibt verschiedene Löwenschilde. (Klammer auf: Ohne r hinten, denn das Dingen, mit dem sich Ritter schützten, heißt „der Schild“ mit der Mehrzahl „die Schilde“. Im Unterschied dazu heißt das Hinweisschild „das Schild“ mit der Mehrzahl „die Schilder“. Aber geschenkt, denn die Wortherkunft ist natürlich in beiden Fällen dieselbe. Klammer zu.)

Im Jahre des Herrn 1980 beglückte Lego die ambitionierte Kundschaft mit dem Set 1592, das eine frühmoderne Straßenszene mit historischer Stadtwache darstellt. Der lokale Bezug ergibt sich aus der anfänglichen Verwendung des Sets als Werbemittel für die britische Firma Weetabix, und englischer Volks- und Adelsheld ist natürlich Richard Löwenherz. Hence the shields.

Das Jahr 1984 sah Legos neugestaltete Burgenwelt mit zunächst zwei Ritterfamilien, die jede ein Wappen in jeweils zwei Farbvarianten vor sich hertrugen. Die Wappengestaltung orientiert sich noch an realistischer Heraldik.

Um das Wappenmotiv „Löwe“ kam Lego auf Dauer nicht herum, aber 1995 wurde es auf den Kopf reduziert und etwas comic-hafter gestaltet. Zusätzlich stand nun auch die neue (naja, damals auch schon drei Jahre alte) ovale Schildform zur Verfügung.

Im Jahre 2000 hatte Lego offenbar keine Lust, sich wieder ein neues Löwenmotiv auszudenken, wollte aber auf den Löwen auch nicht verzichten. Also wurde derselbe zuvor schon genutze Löwenkopf kurzerhand auf einen anderen Hintergrund gelegt.

Die Harry-Potter-Lizenz brachte das Wappen Gryffindors in die Lego-Welt. Der Name des Hauses ließe zwar eher auf einen Greif als Wappentier schließen, aber man kann nicht alles haben. Legos Darstellung des Löwen fällt verstörend schlicht und schematisch aus. Die heraldischen Farben Gryffindors korrespondieren auf merkwürdige Weise mit den Farben eines der Turnierritter aus dem 1979er Set 383.

In der wenig ruhmreichen Knights’-Kingdom-2-Phase schaffte es Lego, zwar Adler, Wölfe, Bären, Affen (!), Skorpione (!), Einhörner, Stiere, Drachen und Schlangen auf Schilde zu pinseln, aber das Löwenwappen des Königs blieb merkwürdigerweise unberücksichtigt, zumindest in der Minifigwelt. Große Action-Figuren lieferten auch dieses, sogar in zwei Ausführungen: 1 und 2, und als solches kam es sogar in Minifigsets zum Einsatz.

Erst im Jahre 2010 durfte wieder ein Lego-König so tun, als wäre er mit dem Mute des Löwen gesegnet. Mit dem Mut, zum Beispiel ein verletztes Gazellenkitz im Rudel zu reißen, bzw. dies seinen Harem erledigen zu lassen. … Ähem … Jedenfalls, Neuheit: Der Löwe ist nun linksgerichtet. Ja wie jetzt, linksgerichtet? Die Großkatze blickt doch auf dem Bild nach rechts? Ja, aber die Ausrichtung von Wappentieren wird aus Sicht dessen bezeichnet, der sich hinter dem Schild befindet. Drum.


Warum haben Lego-Männchen gelbe Haut?

5. November 2012

Wie schon einmal erwähnt, kann ich mir als Blogbetreiber anzeigen lassen, durch welche Suchanfragen Leser auf diesen Blog geleitet wurden. Da ich nicht jeden Tag nachgucke, bekomme ich viele Anfragen nicht mit, aber heute stand da unter anderem: „warum haben lego-männchen gelbe haut?“ Ordentlich mit Fragezeichen, das soll belohnt werden!

Die Antwort lautet: Ich weiß es nicht. Bitteschön, hoffe, ich konnte helfen! (Kleiner Scherz. (Jaja, unlustig.))

Aber im Ernst. Als die Firma Lego 1947 begann, neben, und schließlich anstelle von, Holzspielzeug auch Spielzeug aus Plastik herzustellen, nachdem der Firmengründer Ole Kirk Christiansen eine Spritzgußmaschine erstanden hatte und damit herumexperimentierte, war die Palette der zur Verfügung stehenden Farben erst einmal begrenzt. Sooo begrenzt aber auch wieder nicht, denn die ersten Klemmbausteine, die Lego produzierte, und die noch nicht identisch sind mit den heutigen Steinen (keine Innenröhren, Schlitze an den Seiten), gab es auch in grün und hellblau, und die kleinen Plastikautos, mit denen das Matchbox-Segment angegriffen wurde, konnten Farben annehmen, die als vergleichsweise modern einzustufen sind. Lego wußte damals ja selbst noch nicht so recht, wohin der Weg führen sollte. Seit 1958 waren dann die Steine im Prinzip so, wie sie auch heute sind, mit dem Unterschied, daß das damalige Material (Celluloseacetat) auf Dauer nicht formstabil blieb. Seit 1962 wird Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) verwendet.

Jedenfalls. Lego wußte nun, womit sie sich auf dem Markt positionieren würden: Mit Bausteinen zum Zusammenklemmen, in klaren Formen und mit klaren Farben. Die Farbpalette war schlicht aber kräftig; das entsprach wohl dem Zeitgeist. Es gab gelb, rot, blau, weiß und schwarz als Steinfarben, was sich auch im Zweitlogo wiederspiegelte. Daneben waren Grundplatten und Bäume grün, Platten gab es auch in grau, es gab transparente Fensterscheiben und Glasbausteine, und mit der Einführung der Großkopffiguren kamen braune Haare und Accessoires hinzu.

1974 kam Playmobil mit seinen Klickys auf den Markt, und Lego reagierte mit eigenen Figuren, natürlich stilgerecht zum Verbauen. Die Farbpalette sollte aber wohl übersichtlich und klarstrukturiert bleiben, und überdies mußte auch die Wiedererkennbarkeit gewährleistet sein, also die Corporate Identity. Playmobilfiguren hatten einen rosigen Teint, davon mußte sich Lego unterscheiden. Die Farbe der eigenen Palette, die am ehesten als Hautfarbe für Mitteleuropäer zu gebrauchen war, war gelb. Nebenbei hat dies den Vorteil, daß die gelben Figurenteile, vor allem die Hände, sich nahtlos als normale Lego-Teile in ganz anderem Zusammenhang denn als Figur verbauen ließen, während solche Teile in einem Hautfarbton sozusagen ein Fremdkörper gewesen wären. Damit war es entschieden: Fortan waren Lego-Figuren eben gelbgesichtig. Einzige Ausnahme war 1977 das Set 215 – Rothäute!

Als 1975 die „Kaulquappen“, also die Proto-Minifigs ohne bewegliche Arme und Beine und ohne Gesichtsaus/fdruck, ins Sortiment kamen, mußten diese natürlich ebenfalls in jeder Hinsicht ins Bild passen, behielten also ihre Gelbgesichtigkeit bei. Drei Jahre später, 1978, wurde endlich die Minifig geboren, wie wir sie kennen und lieben, mit gelbem Gesicht, wie es inzwischen für Lego-Figuren etabliert war.

Die Frage müßte also vielmehr lauten: „Warum haben manche Lego-Figuren keine gelbe Haut?“

Im Jahre 2003 erforderte es die Star-Wars-Lizenz, das Set 10123 Cloud City zu veröffentlichen. Und bei Lego stellte man erschrocken fest, daß Lando Calrissian ja ..äh.. dunkle Haut hat, mithin als gelbe Figur nur schwer erkennbar wäre. Sinnvollerweise stellte man Lando mit brauner Haut dar, sich selbst aber die Frage, wie man denn in Zukunft in so einem Fall vorgehen solle? Bislang hatte die gelbe Gesichtsfarbe der Minifigs keiner natürlichen Hautfarbe entsprochen, war also rassenideologisch völlig unbedenklich, wenn man mal von schlichten Zuschreibungen à la „Chinesen sind gelb“ absieht. Nun, da man einen dunkelhäutigen Schauspieler als braune Minifigur darstellen mußte, hatte man indirekt zugegeben, daß die gelben Minifigs hellhäutigen Menschen entsprachen – politisch total unkorrekt! Naja. Seien wir mal ehrlich: Dem europäischen, und wahrscheinlich auch dem amerikanischen Kind europäischer Herkunft, war das schon immer klar gewesen. Hellhäutige Menschen entsprachen der erlebten Wirklichkeit, und gelbe Minifigs wiederum bildeten diese Wirklichkeit in Lego-Form ab.
Wie dem auch sei, Lego wollte seine Unschuld behalten. Die Minifigs blieben im Prinzip gelbgesichtig. Da in Lizenzserien jedoch Menschen jeglicher Hautfarbe in Lego gegossen werden, sollte von nun an die Gesichtsfarbe der entsprechenden Minifig ungefähr ihrem Vorbild entsprechen. Darum sind Lizenzfiguren seit dem Jahre 2004 vor allem rosafarben, was zeigt, wie wenige dunkelhäutige Schauspieler in Filmen mitspielen, die es als Lego-Set ins Kinderzimmer schaffen. Darüber sollte man mal nachdenken!

Nachtrag am 12. November 2012:

Der Sheriff von Snottingham wies mich korrekterdings darauf hin, daß Lego bereits im Jahre 2003 NBA-Sammelfiguren auf den Markt brachte, die ebenfalls hellhäutige Menschen neben dunkelhäutigen Menschen in einem Hautfarbton darstellten. Beispielhaft sei hier zum Set 3562 gelinkt. Der Hautfarbton ist hier noch dunkler als bei den späteren Star-Wars-, Indiana-Jones- oder Harry-Potter-Minifigs.


Gibt es nackte Lego-Figuren?

13. Dezember 2011

In der Rubrik „Leser fragen – Jojo antwortet“ wird heute auf die Suchanfrage eingegangen: „gibt es nackte lego figuren?“

Die eindeutige Antwort lautet: „Jein.“

Es gibt sie nicht, wenn man nämlich auf anatomisch korrekte primäre oder sekundäre Geschlechtsmerkmale wertlegt. Und es gibt sie nicht, wenn man Lego-Figuren in Hautfarbe bevorzugt, wie sie Lego in Lizenzserien wie „Star Wars“ oder „Harry Potter“ verwendet. Und überhaupt, es gibt sie nicht mehr.

Aber prinzipiell kann man natürlich mit Lego-Mitteln eine nackte gelbe Minifigur zusammenbauen:
Für diejenigen, die ganz genau hinsehen wollen, führt ein Klick aufs Bildchen zur Großversion. Aber ehrlich, da gibt es nichts Unanständiges zu sehen! Für Lego (die Firma) jedoch ist so ein Männeken wohl schon zuviel des Unanstän- digen. Wie uns aus einigermaßen vertrauens- würdiger Quelle (nicht zitierfähig, schlechter Journalismus) zugespielt wurde, wird es das Hüftstück der Minifigbeine nie wieder in der Farbe gelb geben, um eben keine unbekleideten Minifigunterkörper darstellen zu können. Als sie im Jahre 1982 die gelben Astronauten in den Orbit schossen, gaben sie sich noch nicht so etepetete. Was uns den rechtsseitig abgebil- deten kleinen Scherz ermöglichte. Schlecht be- lichtet, aber naheliegend. Jedenfalls, solchen Schweinkram will man bei Lego nicht sehen, und darum haben sie dort sicherheitshalber beschlossen, künftigen Generationen den Zugriff auf nackte Minifighüften mindestens zu erschweren. In Hautfarbe wird es sie gleich gar nie geben. Das ist mir persönlich freilich schnurz.

„Und Titten?“ höre ich fragen und schaue pikiert, weil hier solche Ausdrücke fallen. Nein, nackte weibliche Minifigbrüste gibt es nicht. Jedoch solche, die von Blumengebinden und goldenen Bikinis zart bedeckt werden, was ja viel erotischer ist als plumpe Nacktheit, für Lego jedoch akzeptabel. Es soll uns recht sein!