Carcassonne Winter-Edition.

Heute befand sich im Brettspiel-Adventskalender von Frosted Games eine Mini-Erweiterung zur Winter-Edition von Carcassonne, dem Spiel ohne Grenzen. Diese Winter-Edition war im Jahre 2012 der als geglückt zu bezeichnende Versuch des Hans-im-Glück-Verlags, den Carcassonne-Fans einen weiteren kleinen Happen vorzuwerfen, den sie gierig auffangen könnten. Es ist dies das normale Carcassonne-Spiel, welches lediglich mit geänderter graphischer Gestaltung daherkommt, nämlich eben als verschneite Winterlandschaft. Die Städte liegen hier wie Lebkuchen in Puderzucker. So weit, so hübsch.

Aber selbst Hans im Glück weiß, daß das als Kaufanreiz nicht genügt, weshalb das Spiel direkt ab Werk etwas aufgepeppt wurde. Beigefügt waren nämlich den regulären 72 Landschaftskärtchen des Grundspiels 12 Zusatzkarten, die zum Teil Gebietskonfigurationen verschiedener Erweiterungen nachvollziehen. Außerdem sind sie mit niedlichen Tieren verziert. Offiziell gibt es zu diesen Karten keine gesonderten Regeln, aber natürlich laden sie dazu ein, sich Hausregeln auszudenken. Das merkwürdige Tier am Wegkreuz ist übrigens ein Wolpertinger.

Und falls das noch nicht genügen sollte, sich zusätzlich zum normalen Carcassonne-Spiel diese Winter-Edition zu kaufen, bot Hans im Glück eine Mini-Erweiterung an, deren Spielmechanismus im bisherigen Carcassonne-Universum einzigartig war und ist und nur mit der Winter-Ausgabe gespielt werden kann: Den Lebkuchenmann. Durch das Ziehen einer der 6 neuen Lebkuchenmann-Karten kommt die Lebkuchenmann-Figur ins Spiel und wird in ein unfertige Stadt gestellt. Versetzt wird diese Figur, wenn entweder eine weitere Lebkuchenkarte gezogen wird, oder wenn die Stadt, in der sie (die Figur) steht, geschlossen wird. Verläßt der Lebkuchenmann eine Stadt, bekommt jeder Mitspieler, der mit einem oder mehreren Rittern in dieser Stadt steht, pro Ritter und Stadtkarte einen Punkt, unabhängig von den Mehrheitsverhältnissen. Anschließend wird eine geschlossene Stadt normal gewertet und der Lebkuchenmann in eine andere unfertige Stadt gestellt. Diese Mini-Erweiterung ist also im Gegensatz zu vielen anderen nicht destruktiv, sondern will, ganz im Sinne weihnachtlicher Beschaulichkeit, jedem eine Freude machen. Entsprechend zeigen die Kärtchen Weihnachtsbäume, Schneemänner und Nikoläuse.

Eine Freude wollte der Verlag auch all seinen Kunden machen, die diese Erweiterung in des Verlages Online-Shop bestellten. Darum lieferte er diesen richtigen Lebkuchenmann in Meeple-Form mit. Eine süße Idee.

Eigentlich wäre das Kapitel „Winter-Edition“ damit geschlossen gewesen. Aber in diesem Jahr nun brachte der kleine Verlag Frosted Games einen Adventskalender heraus, der Erweiterungen zu verschiedenen beliebten Brettspielen enthält. Da durfte Carcassonne natürlich nicht fehlen, und darum gibt es nun noch eine Winter-Adaption der Mini-Erweiterung „Kornkreise“. In der Urversion zeigt diese … nun ja … Kornkreise; in der Winterlandschaft zeigt sie freigeschüppte Grasflächen. Durchaus amüsant. Das Spielprinzip ist dieses: Wird eine Kornkreis-Karte gezogen, dann bestimmt der Spieler, der an der Reihe ist, ob jeder Mitspieler einen Gefolgsmann aus der Auslage zurück in seinen Vorrat nehmen muß, oder ob jeder einen weiteren Gefolgsmann zu einem Gefolgsmann in der Landschaft hinzustellen muß. Und zwar bestimmt die Form des Korn- bzw. hier: Graskreises, welche Art Gefolgsmann betroffen ist. Der freigeschüppte Schild bezieht sich auf Ritter in der Stadt, die freigeschüppte Mistgabel bezieht sich auf Bauern auf dem Felde, und das freigeschüppte rundliche Etwas soll eine Keule darstellen und bezieht sich auf Wegelagerer am Wege. Beide Varianten, Wegnehmen oder Hinzusetzen, können für den Spieler am Zug einen Vorteil bringen. Sei es, daß sich Mehrheitsverhältnisse in einem Gebiet zu seinen Gunsten ändern, sei es, daß der Gefolgsmannvorrat eines Mitspielers dadurch erschöpft wird, so daß er im nächsten Zug kein Männchen zum Setzen mehr hat. Es ist dies jedenfalls ein taktisch durchaus nützliches Instrument, ohne das Spiel in Gänze zu dominieren, wie es manch andere Erweiterung tut.

Das Winter-Œuvre von Carcassonne ist also inzwischen schon umfang- und variantenreicher, als es der Gesamtbestand der Urversion des Spiels vor 15 Jahren war. Trotzdem wird es nur ein Nebenkriegsschauplatz bleiben. Das Hauptgefecht wird in Zukunft wohl zwischen Urversion und Neuversion in geänderter Optik ausgetragen werden. Es bleibt abzuwarten, ob das Jahr 2016 noch Erweiterungen für die Urversion von Carcassonne sehen wird.

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One Response to Carcassonne Winter-Edition.

  1. Wortman sagt:

    Happy new Year and good Ideas for 2016 :)
    Die kommen ja echt auf seltsame Ideen. Was spiel ich dann im Sommer? :lol:

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