Schnipselruhm.

Das ist, wenn sich ein Normalsterblicher für einen winzigen Moment in der Aura eines Prominenten befindet und dies seiner Umwelt zur Kenntnis bringt, gerne irgendwie dokumentiert. Früher holte man sich dann ein Autogramm zum Beweis, heutzutage macht man ein schlecht belichtetes, grobkörniges und schiefes Selfie, um es bei Instagram hochzuladen und bei Facebook zu teilen.

Ich mache sowas natürlich nicht. Ich spreche bloß drüber und prahle mit meiner Bescheidenheit. Zum Beispiel kam mir vorhin auf dem Nachhauseweg vom Einkaufen Jürgen Klopp zu Fuß entgegen. Mit leicht verkniffenem Gesichtsausdruck. Eine Millisekunde überlegte ich, ob ich etwas sagen sollte wie: „Lächeln! Wird schon wieder!“ Aber auf derlei Anbiederungen kann er ja auch verzichten, also schwieg ich und ging weiter, als wäre nichts. War ja auch nichts.

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2 Responses to Schnipselruhm.

  1. Regel 24 des Internets bringt deine Argumentation zu Fall: „Pics or it didn’t happen.“

    • Jojo sagt:

      Hehe, das stimmt natürlich, erzählen kann ich vieles. Die Fragen sind ja auch eher: Wieso mißt man Prominenten persönliche Relevanz bei? Und wieso meint man, Begegnungen mit Prominenten beweisen zu müssen? Hätte ich meine Begegnung in einem Selfie festgehalten, hätte das auf niemandes Leben irgendeine Auswirkung gehabt. Und ich vermute, daß das für die meisten Selfie-mit-Promi-Bilder gilt. Selbiges gilt natürlich auch für meinen Text hier.

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