Redundanz, irgendwie.

Redundanz bezeichnet eine Information, die ohne Bedeutungs- bzw. Informationsverlust weggelassen werden kann. Überflüssiges insofern. Meiner Meinung nach überflüssig war es zum Beispiel, daß Lego sich bis in die 1990er Jahre des verwichenen Jahrhunderts zwei, eigentlich drei Eisenbahnsysteme gleichzeitig leistete. Nämlich Schiebezüge und 4,5-Volt-Batteriebahnen sowie eine trafobetriebene 12-Volt-Anlage. Die Schiebe- und Batteriezüge konnten auch auf den 12-Volt-Schienen fahren, die 12-Volt-Züge jedoch nicht auf einer reinen Schiebe- bzw. 4,5-Volt-Anlage, weil die Trafoversorgung zusätzliche Schienen für die Stromaufnahme erforderlich machte.

7822-fahrplan

Soweit, so gut. Das Dumme an der Sache war freilich, daß gewisse Sets ab Werk mit Gleisen ohne Stromführung kamen, also nicht ohne Weiteres mit 12-Volt-Zügen angefahren werden konnten. Und das, obwohl sie auf ihrem Fahrplan großspurig die Ankunft prominenter 12-Volt-Züge ankündigten, wie es der Bahnhof 7822 tat, ohne Strom zu liefern. Wer hier auf 7740, 7750, 7730 und 7760 wartet, braucht Sitzfleisch. Und welche Minifig hat schon Sitzfleisch?

Eine ganz andere Frage wirft die avisierte Ankunft der Sets 7814 und 7820 auf. In Worte gefaßt lautet die Frage: „Häh?“ Die Antwort müßte lauten:

7820-7822-446

Sitzfleisch hamse vielleicht nicht, aber Muckis!

Na gut, Stromführungsschienen gab es einzeln, 7854, aber da waren dann gleich 8 Stück drin; das sind auch wieder zu viele. Obwohl, mal nachrechnen. 4 fehlen im Bahnhof 7822, 2 fehlen im Güterbahnhof 7838, und 2 blieben dann noch übrig, um den Bahnübergang 7835 aufzurüsten. Also was echauffiere ich mich überhaupt?

Die Antwort auf diese Frage ist so einfach wie ernüchternd: „Content!“ Jawohl, wo ein Blögchen will gefüllt sein. Und wenn man nichts zu sagen hat, saugt man sich halt was aus den Fingern. Redundanz, sozusagen. Informationsgehalt gleich Null. Aufgehübscht durch einige schlechtbeleuchtete Bilder von nostalgischen Lego-Sets.

7755-7838-446

Jedenfalls. Das Schienensystem von zweierlei Art stellte das Kind vor logistische Herausforderungen. Um etwa den Schüttgutwagen aus dem Güterbahnhof 7838 zu ziehen, mußte sich zum Beispiel die schwere Diesellok 7755 von hinten anschleichen, vorsichtig in den nicht elektrifizierten Gleisabschnitt hineintasten und den herrenlosen Waggon daraus befreien. Das brachte zwar sicherlich Spielspaß, war aber trotzdem irgendwie überflüssig. So überflüssig wie dieser Beitrag an den Iden des März.

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3 Responses to Redundanz, irgendwie.

  1. Wortman sagt:

    Die Schiebezüge kenne ich noch, ebenso diesen Batteriezug, der den Batteriewagen als „Tender“ mitführte. Dazu noch die ganz alten BLAUEN SChienen ;)

  2. TheRealWinston sagt:

    Vielleicht gab es solche Sets noch als es die mit Stromkabeldurchzogenen Schienen noch gab, weil TLG noch auf einige klassische Schienenteil saß und die wollte sie auch noch los werden, oder es war bewusstes Kalkül, damit enttäuschte Käufer(Kinder) zusätzlich noch eine Packung ergänzungschienen kauften(die Eltern anquengelten, bis sie das taten)

  3. BoB sagt:

    In der Technik ist die Redundanz eher positiv zu bewerten. Doppelt hält besser.
    Zumindest die doppelte Minifiguren Power treibt den Anhänger an. Immerhin!

    MfG

    BoB

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