Figuren-Universalkasten 205 (1)

Die Kugelköpfe wirken, als seien sie die direkte Antwort auf Playmobils Klickys gewesen. Beide sind von ähnlicher Größe, beide erblickten 1974 das Licht der Welt. Aber Legos Figuren waren natürlich zum Zusammenbauen, wie es sich geziemt. Doch während die Playmobil-Figuren bis heute fast unverändert blieben – seit 1982 haben sie bewegliche Hände –, durften die Kugelköpfe nur so lange durch die Kinderzimmer turnen, bis die Minifig als Spielfigur zur Serienreife gelangt und etabliert war. 1979 gab es schon nur noch drei Neuheiten in den Vereinigten Staaten, und 1982 ein letztes Aufbäumen mit einem weiteren US-Set, doch dann war Schluß.

Der Figuren-Universalkasten stammt von 1978 und muß eins meiner frühesten Sets gewesen sein, wahrscheinlich aus dem Ausverkauf einige Jahre später, denn 1978 lernte ich gerade erst das Laufen. Aber damals traute man ja noch Dreijährigen* zu, mit regulärem Lego zu bauen. Seitdem jedenfalls befinden sich in meiner Sammlung zwei rote 75°-Dachsteine, die lange Zeit die einzigen blieben, aber mir immer selbstverständlich waren. Außerdem entsinne ich mich des ulkigen Geräuschs, das der Zylinder verursachte, wenn man ihn auf die Tischplatte fallen ließ.
*) Nein, 1978 war ich nicht drei, sondern ich wurde erst ein Jahr alt.

Der deutsche Text auf der Packung lautet wie folgt:

Die Schachtel enthält Elemente für 4 Figuren, welche auf viele verschiedene Arten gebaut werden können – nach freier Phantasie oder nach dem Idee-Blatt mit 105 drolligen Möglichkeiten.

Jawohl, Phantasie mit ph, so ist es richtig! Und um die 105 drolligen Möglichkeiten auf dem Poster endlich mal nachzubauen, habe ich mir den Inhalt des Sets mühevoll aus meinen Sortierkisten zusammengestellt. Es ist nämlich gar nicht so trivial, zeittypische rote 2×4-Steine in einem brauchbaren Erhaltungszustand aus einer Wühlkiste zu fischen. Wenn schon, denn schon.

Fangen wir also vorne an:

Die Hochzeit ist ohne Zweifel das Hauptmodell in diesem Set. Sie ist auf dem Karton und an prominenter Stelle auf dem Poster abgebildet. Es werden alle vier Figuren und die besonderen Elemente verwendet, also namentlich die roten Steildachsteine und der Zylinder, aber auch die Blumen wuchsen zu jener Zeit noch nicht ..äh.. auf Bäumen.

Die Szene scheint einer anderen Zeit zu entstammen. Der würdevolle Standesbeamte mit Zwicker und Schoßrock hat soeben das junge Paar vermählt. Der Bräutigam ist angetan mit Frack und Zylinder und trägt einen wuchtigen Schnauz zur Schau. Man darf annehmen, daß die Braut zu Recht im weißen Kleid heiratete, das wäre ja noch schöner! Eine Gratulantin im kecken roten Sommerkleid, vielleicht die Schwester der Braut, hält ein Geschenk bereit. So ging’s zu, zu Kaisers Zeiten!

Um die anderen Bauvorschläge auf dem Poster kümmere ich mich später. Ich bin selbst gespannt, ob und wie wir da auf 105 kommen.

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