9349 – Märchen- und historische Minifiguren


Märchenfiguren! Na, da wollnmer doch mal sehen, dachte ich mir und scheute nicht die 47,50 Euro für 227 Teile, die für das Set in Legos Online-Shop aufgerufen werden.
Ein Wahnsinn, wenn ich es mir recht überlege, denn den Inhalt kann man in dreizehn kleine Szenen aufsplitten, deren jede ungefähr einem Impulsset nach Art von 7953 entspricht. Jedoch umgerechnet zum Preis von 3,65 Euro statt der 2,99 Euro, die das Impulsset kostet. Und hatte ich erwartet, wenigstens eine Bauanleitung und/oder eine sonstige gedruckte Beilage im Karton vorzufinden, wo doch großartig „education“ daraufsteht, fand ich mich enttäuscht. Nun denn. Das Set wirkt, als würden drei Minifiguren, Zwillingsjungs und ein älteres Mädchen mit Krähenfüßen (die Lehrerin?), in die verschiedenen Rollen schlüpfen und die Märchen nachspielen.

← Zwei Ritter, einer davon in eher barocker Gewandung. Welchem Märchen diese zuzu- ordnen sein sollen, vermag ich nicht eindeutig festzustellen, aber das gilt im Grunde für die meisten dieser Szenen.

Ach, klar! Das Märchen → von der gewichthebenden Gauklerin! Oder, hm, nee. Ich weiß es nicht. Aber schön, auf diese Weise einen weiteren Gaukler in der Sammlung begrüßen zu dürfen.

← Na endlich, ein Mär- chen, das eindeutig erkennbar ist: Die kleine Meerjungfrau, hier dargestellt allerdings eine ihrer älteren Schwestern. Oder ihre Großmutter, die ja im Märchen ebenfalls vorkommt, mit aubergine gefärbten Haaren.

Der König und die Königin sind ja zum Glück → wiederkehrende Protagonisten in so manchem Märchen. Das enthebt mich der Aufgabe heraus- zufinden, welches Märchen denn gemeint ist. Vielleicht handelt es sich hier aber auch um die „historischen Figuren“, die der Name des Sets versprach.

← Ob es sich bei diesen kurzbeinigen Figuren um die Kinder des vorgenannten Königspaars handelt? Oder wird uns hier doch Alberich vorgeführt, bei Shakespeare Oberon geheißen, nebst Gespielin? Und zählt der auch als historische Figur?

Ach je, Skelette. Ohne Skelette ist Lego ja → kaum noch vorstellbar. Jedenfalls sind hier nicht die üblichen Figuren in die Rollen geschlüpft, sondern sie haben den Knochenmännern im Biologiesaal die Klamotten übergeworfen.

← Zauberer sind eher ein Sagenmotiv, mindestens seit Merlin den jungen Artus erzog. Das Klischee will es, daß wir uns dergleichen Magier stets mit wallendem weißen Bart vorstellen, darob klebt sich auch unser kleiner Märchenfreund einen solchen vors Gesicht.

Das weibliche Pendant zum Zauberer ist → naturgemäß die Hexe. Im Gegensatz zu den Zauberern sind Hexen aber meist garstig und böse. Lediglich Otfried Preusslers „Kleine Hexe“ geht mit gutem Beispiel voran. Auf Ingredientien wie Spinnenbein und Krötenschleim verzichtet aber auch sie bei der Zubereitung ihrer Säfte nicht.

← Auch der orientalische Märchenkreis aus Tausendundeiner Nacht soll hier zu seinem Recht kommen. Nichts läge näher, als die ikonische Darstellung eines altindischen Schlangenbeschwörers zu wählen.

Hier haben wir den → Fliegenden Niederländer, wie er politisch korrekt heißen muß. Dieses Schauermärchen von einem lästerlich fluchenden Ostindienfahrer, der dazu verdammt ist, auf ewig über die Weltmeere zu segeln, würde ich ja eher als Seemannsgarn bezeichnen.

← Daß das Berühren eines Schornsteinfegers Glück bringe, ist nun wahrlich nur als Märchen zu bezeichnen. Doch mag es sich hier um das Andersen-Märchen „Die Hirtin und der Schorn- steinfeger“ handeln.

Ein weiteres Märchen → Hans Christian Andersens ist „Der standhafte Zinnsoldat“, von welchem diese Szene inspiriert sein mag. Der kleine Kerl müßte freilich einbeinig sein und nicht eine Zinnsoldatin anhimmeln, sondern eine aus Papier gefaltete Tänzerin.

← Von märchenhaften Goldfunden ging die Sage im fernen Amerika, und alle, alle strömten nach Kalifornien, um des Glückes teilhaftig zu werden. Die wenigsten wurden es, und wenn sie nicht gestorben sind, dann schürfen sie noch heute. Sind sie aber.

Hat man schließlich anhand des Kartonbildes → alle Figuren und Szenen zusammengepuzzelt, bleiben zwei Tropenhelme, ein Gewehr, ein Bogen und ein Fernglas übrig. So ausgerüstet können unsere Minifigs sich aufmachen ins märchenhafte Indien, um das Weltreich der britischen Krone (im Set enthalten) zu vergrö- ßern.

Hat sich die Anschaffung des Sets denn nun gelohnt? Ich bin mir nicht sicher, denn für eine Figurenpackung ist es doch arg teuer, ohne Aufregendes und Neues zu bieten.

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One Response to 9349 – Märchen- und historische Minifiguren

  1. Wortman sagt:

    Der Preis hält mich derzeit davon ab, dieses Set zu bestellen…

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