Buch der Woche: Felidae

Felidae ist erstens die lateinische Gattungsbezeichnung für Katzen. Und zweitens ist es der Titel eines Romans von Akif Pirinçci, in welchem diese Mammalia die Hauptrolle spielen. Märchenhafterweise sprechen diese Katzen in menschlichen Zungen, können schreiben und lesen, Computer bedienen und auch mit sonstigen Gerätschaften menschlicher Herkunft hantieren.* Und sie begehen Morde, zumindest einige von ihnen. Die anderen spielen die Opfer oder klären diese Morde auf. Das müssen sie auch tun, denn auf die Menschen können sie sich da nicht verlassen, ganz und gar nicht. Denn die sind es ja, die an allem schuld sind. Wie immer eigentlich.
*) Und nein, auch wenn es sich um Katzen handelt, muß es hier nicht „pfotieren“ heißen. Denn das Verb „hantieren“ hat nur dem Sprachempfinden nach etwas mit der Hand zu tun. Vielmehr geht es zurück auf das altfranzösische „hanter“, welches „mit etw. o. jmdm. Umgang haben“ bedeutet.

Das im Buch abgebildete Wollknäuel dient mitnichten als Spielzeug für ein niedlich-wuschiges Miezekätzchen, sondern ist in Wahrheit das perfide Mordinstrument eines durchtriebenen Raubtiers. Der schlaue Kater Francis begibt sich also auf die Suche nach dem Mörder erst einer, dann zweier, und schließlich immer mehr toter Katzen in seinem Viertel. Dabei kommt er einer Katzensekte auf die Schliche, die einen gewissen Claudandus anbetet. Jener Claudandus wiederum, natürlich ebenfalls ein Kater, war das einzige gelungene Experiment eines verrückten Professors, mußte für diesen wissenschaftlichen Erfolg jedoch schwer leiden. Es gelang ihm, dem Professor zu entfliehen, ja diesen sogar zu töten. Aus gutem Grund zu einem Misanthropen herangereift, setzte er sich in den Kopf, eine Rasse von Superkatzen zu züchten, die den Kampf mit den Menschen aufnehmen könnte. Katzen, die sich der Teilnahme an diesem Zuchtprogramm widersetzten, mußten sterben. Drum. Die Zusammenhänge gleichen einem verhedderten Bindfaden, den jeder Leser bitte selbst entwirren möge.

Für Leseunwillige gäbe es zur Not zwar auch einen Zeichentrickfilm, doch ist dieser ungewöhnliche Krimi durchaus lesenswerth. Das bestätigt auf Nachfrage gerne auch die Frisurträgerin im Scala-Set 3201.

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