Buch der Woche: Neckermann-Katalog Östliches Mittelmeer

Da heute der Dreikönigstag ist, halte ich es für vollkommen angemessen, diesen Reisekatalog auf den Büchertisch zu legen. Nicht zuletzt auch, damit er danach vom Tisch ist.

Von den drei Königen aus dem Morgenland weiß man zwar eigentlich gar nichts, vor allem nicht ihre Anzahl (drei), nicht ihre Namen (Kaspar, Melchior, Balthasar) und ihre genaue Herkunft (Morgenland), aber immerhin, daß sie keine Könige waren (sondern „Weise“) und daß sie reisten. Nämlich aus dem Morgenland nach Jerusalem. Einen Reisekatalog brauchten sie für diese Unternehmung freilich auch nicht, sondern ihnen genügte es, einem Stern zu folgen. Weisen ist es ja eigentümlich, daß sie am Himmel erscheinende Sterne eindeutig und unzweifelhaft neugeborenen Königen zuordnen können, und damit liegen sie selten falsch. Derhalben führte sie ihr Weg nach Jerusalem, der Hauptstadt Judäas, um im Palast des Königs Herodes mal anzufragen, wie es denn dem Thronerben gehe, und ob Einwände gegen ein bißchen Anbetung bestünden. Weise neigen dazu, fremde Könige direkt mal anzubeten, scheint’s, am liebsten im Kindesalter. Es muß sich also um tibetanische Mönche gehandelt haben, die zudem über eine erlesene Bibliothek verfügten. Denn.

Herodes wußte natürlich von nichts, ließ also vor allem mal seine eigenen Hofmystiker und -narren antanzen, auf daß sie die Morgenländer ausforschten. Ein neugeborener König der Juden, wo gab’s denn sowas! Ja in Bethlehem, wußten die Tibetaner zu berichten. Denn das hatten sie ihrer Bibliothek entnommen, daß der Prophet Micha dieses vorausgesagt habe. Hmpf, grunzte daraufhin Herodes, dem so ein dahergeborener König der Juden, welcher nicht der Kraft seiner erlauchten Lenden entsproß, so gar nicht ins dynastische Konzept paßte. Hmpf, wiederholte er also und bat die Weisen, sich das Blag in Bethlehem doch mal anzusehen, dann zu ihm, Herodes, zurückzukehren und Bericht zu erstatten. Er wolle dann selbst bei Gelegenheit auch mal hin, anbetenderdings. Die Weisen zogen also weiter nach Bethlehem, beteten an, brachten Geschenke dar und reisten zurück ins Morgenland, ohne aber noch mal nach Jerusalem zurückzukehren. Befehl von ganz oben. Also ganz oben, noch über Herodes. (Gott.)

Ach ja, zwischendurch wollen wir auch mal einen Blick aufs Buch werfen:

Wir erkennen den Stern (die Sonne), das Kind, und augenscheinlich amüsiert es sich königlich. Die Weisen hatten recht. Aber die Geschichte geht noch weiter. Da die Morgenländer nicht zu Herodes zurückkehrten, erhielt dieser keinen Aufschluß darüber, wo genau er nach diesem usurpatorischen Bankert suchen sollte, aber wozu war man denn König? Als solcher befahl er kurzerhand, daß in der Umgebung von Bethlehem alle Neugeborenen, ach, was soll der Geiz! daß alle Kinder unter zwei Jahren auf der Stelle getötet würden. Und so geschah es. Das eigentliche Ziel des Anschlags jedoch schlüpfte ihm durch die Finger, denn dessen Eltern wurden im Traum vorgewarnt und konnten fliehen. Die Eltern der anderen unschuldigen Kindlein freilich nicht. Tja.

Was lehrt uns das? Astrologie ist vom Übel. Ohne sterndeuterischen Hokuspokus wären keine Halbweisen aus dem Morgenland aufgekreuzt, hätte Herodes keine Thronfolgepanik gekriegt, wären etliche Kindlein unermordet geblieben. König der Juden wurde der Knabe, zum Manne herangereift, überdies auch nie.

Und nun noch ein Wort zu den heiligen drei Königen, wie sie landläufig genannt werden. Ihre Gebeine sollen im Kölner Dom liegen, wo auch sonst. Daß sie nicht heilig waren, sondern offenkundig unseligen Kulten huldigten, haben wir schon gesehen. Daß sie keine Könige waren, geht aus dem Matthäus-Text hervor, dem ihre Geschichte entnommen ist, denn dort ist ausschließlich von „Weisen“ die Rede. Daß ihre Namen in diesem Text nicht erwähnt sind, versteht sich fast schon von selbst. Daß ihre Anzahl drei gewesen sei, wird lediglich aus der Dreizahl der genannten Geschenke Gold, Weihrauch und Myrrhe geschlossen. Daß sie aus Tibet stammten, habe ich ja in bestechender Logik zu beweisen vermocht; das war selbst Matthäus nicht bekannt. Zum Glück war er klug genug, nur vage vom „Morgenland“ zu sprechen.

Den Neckermann-Katalog, der den Jungs als Wegführer diente, oder auch nicht, findet man übrigens im Set 3117.

Advertisements

One Response to Buch der Woche: Neckermann-Katalog Östliches Mittelmeer

  1. JESUS wird in der Prophezeiung als der kommende „König d. Juden“ bezeichnet. Dabei ließ sich JESUS nie zum König salben, sondern war mit SEINER Jüngerschaft ein Wanderprediger.

    ER sagt aber auch: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt! Wäre es von dieser Welt, würden meine Jünger darum kämpfen, dass ICH der ‚König der Juden‘ würde. Nun ist aber mein Reich nicht von dieser Welt!“

    SEIN Königtum wird im Himmel bereitet. Und auch wir sind eingeladen zu SEINER Hochzeit. Darum ist uns JESUS vorangegangen, uns eine Stätte zu bereiten u. wir werden mit ‚unserem König‘ ewig herrschen.

    Satan versuchte, die Stellung von JEHOVA zu erlangen. Deswegen war er so wütend gegenüber JESUS. Er setzte alles ein, nur, dass JESUS nicht SEIN Erlösungswerk verrichte. Durch GOTT-es Beistand hat JESUS jedoch unter SEINEN Leiden den Satan „unter SEINE Füße getreten.“

    „Das Lamm, das für uns geschlachtet wurde“ siegte über alle Feindschaft, indem ER auferstand.

    Nun glauben wir an SEIN vollkommenes Erlösungswerk u. vebreiten „SEINE Frohe Botschaft.“

    In göttlicher Herrlichkeit wird JESUS wieder erscheinen, darum macht euch bereit, dass Ihr in SEIN Reich einziehen könnt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: