Buch der Woche: Anna – Das Buch zur Serie

Eigentlich ist es aber durchaus die Buchvorlage zur Serie, verfaßt von Justus Pfaue. Das ZDF nahm sich dieses Buches an, um daraus die Weihnachtsserie des Jahres 1987 zu machen. Die Älteren werden sich erinnern: Bevor Gebührengelder in Spartenkanäle wie ZDF- Theaterkanal, ZDF-Infokanal oder ZDF-Dokukanal …naja, ich will nicht sagen: versickerten, hatte man in Mainz noch Geld, um jedes Jahr einen aufwendig produzierten Mehrteiler zu drehen, der dann gewöhnlich in der Weihnachtszeit gesendet wurde. Berühmt wurden zum Beispiel „Timm Thaler“ (1979) oder „Silas“ (1981). Nun gab es zu meiner Kinderzeit aber gar kein Fernsehgerät im Haus, so daß ich all diese Serien überhaupt nie sah. Das ließ mir genügend Zeit, um mit Lego zu spielen, also war meine Kindheit nicht vergebens.

„Anna“ jedenfalls kenne ich nur aus einer ganzseitigen Hinweisanzeige in einem Micky-Maus-Heft, welches ich – aus welchem Grund auch immer – damals in die Hände bekam. Ich weiß darum eigentlich gar nicht, worum es geht. Na gut, es wird getanzt. Den Rest mußte ich schnell nachlesen.

Der Text ist zugegebenermaßen schwer zu lesen, was nicht zuletzt an der wie üblich allzu körnigen Druckqualität liegt. Es geht um Folgendes:
Anna, die in der Schulballettgruppe tanzt, wird durch einen Autounfall, verursacht von ihrem Bruder Phillip, verletzt und muß in die Reha. Die körperlichen Schäden sind heilbar, und über die seelischen Vernarbungen hilft ihr der im Rollstuhl sitzende Rainer hinweg. Somit kann Anna bald wieder zur Schule gehen, und zwar in eine, in der ihr Tanztalent gefördert wird. Des dortigen Tanzlehrers Jakob Anteilnahme wird, unter anderem, durch dieses Talent erregt, und er vermittelt Anna an seine eigene Ballett-Trainerin weiter, die natürlich Russin ist und Irina Kralova heißt. Anna lernt hinzu, nimmt an einem Talentwettbewerb in Paris teil und gewinnt sogar ein Stipendium für die Pariser Oper. Doch durch ihr neues Leben entfremdet sie sich immer mehr ihrer Familie und ihrem Reha-Freund Rainer sowie ihrer ersten großen Liebe Jakob. Schließlich stirbt auch noch ihre Lehrerin Irina Kralova. Anna nimmt das Stipendium in Paris nicht an und von Jakob Abschied, weil sie erkannte, daß sie Rainer liebt.

Diese dramatischen Vorgänge schilderte das ZDF in epischer Breite und mit wahrscheinlich lyrischem Tiefgang über sechs Folgen hinweg und schloß noch einen Kinofilm an. Wir müssen uns mit diesem kurzen Abriß begnügen, der aber immerhin noch länger ist als die fünf Zeilen, welche die Ballerina im Set 3270 zu lesen bekommt.

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